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Mittwoch, 5. Dezember 2007

Deutsche Bank: "Aus Mangel an Beweisen"

Im Post "Deutsche Bank: Probleme mit Zwangsversteigerungen" hatte ich auf die Probleme der Deutschen Bank mit diversen Zwangsversteigerungen in den USA hingewiesen. Nun gibt es dazu nochmal einen deutschen Artikel bei instock.de:

Aus Mangel an Beweisen
Von Bill Bonner

Mutter Natur ist ein vernichtender Richter. Aber wie steht es mit dem amerikanischen Bundesgericht? Mr. C.A. Boyko hat kürzlich einen Schuß abgefeuert, der „um die Welt ging”. Zumindest um die Welt der strukturierten Finanzierungen der Deutschen Bank, die zuletzt eine Kugel in den Kopf erhielt. Die arme Deutsche Bank ist ein Opfer ihrer eigenen Habsucht... ihrer eigenen Dummheit... und der Zyklen der Natur. Das ist kein Grund, sich zu schämen. Im Krieg wird auch den besten Soldaten das Gehirn herausgepustet. In der Finanzwelt erledigen sie das selbst.

Ehe sie den Auslöser betätigten, war der Richter neugierig… eine Neugierde, die zweifellos von Millionen geteilt wird. Er wollte ein fortschrittliches Derivatprodukt aufbrechen – ein hypothekarisch gesichertes Wertpapier – und herausfinden, was dahinter steckte. In diesem Fall mußte er feststellen, daß etwas fehlte, die strukturierten Finanzierungen waren nicht ganz so strukturiert, wie sie vorgaben zu sein.

Hier entfaltet sich die Geschichte einer Kreditschrumpfung. Der Protagonist ist weder ein Financier noch ein Ökonom. Es ist ein amerikanischer Bundesrichter. Und Thema in seinem Gerichtssaal war, ob die Deutsche Bank Tochter, die National Trust Company, in der Gegend um Cleveland 14 Häuser wieder in Besitz nehmen konnte. Der erste Teil des Verfahrens in einem Gerichtssaal beginnt immer mit einem “whereas”. „Whereas“, die Hausbesitzer in ihren Häusern mit Hypotheken wohnen, sagten die Rechtsanwälte. Und „whereas“, die besagten Hausbesitzer ihre Zahlungen nicht gemacht hatten. Und „whereas“ die Deutsche Bank de facto der Besitzer der Hypotheken ist, fuhr die Präambel fort – wünscht besagte Bank die 14 Anwesen zur Zwangsvollstreckung zu bringen.

An dieser Stelle füge ich selbst noch einige weitere „whereas“ ein. „Whereas“, es allein in den Vereinigten Staaten hypothekarisch gesicherte Wertpapiere im Wert von ungefähr 6,5 Billionen Dollar gibt. Und „whereas“, die Teufelskerle, die diese Hypotheken verbrieft haben das so schnell und locker handhabten wie Leichenbestatter in Pestzeiten. Und „whereas“, man die Standards der Kreditwürdigkeit... und die Details der Hypotheken selbst... so entgleiten ließ. Und „whereas“, die ganze Idee darin bestand, hohe Gebühren dafür zu nehmen, daß man die Leute mit Schulden belädt und gleichzeitig das Risiko, zu verlieren, an die Naiven, die Langsamdenker und die Ungeborenen weiterreicht. Und „whereas“ man heute davon ausgeht, daß die Verluste insgesamt irgendwo zwischen 150 Milliarden und 400 Milliarden Dollar liegen werden... und laut Goldman Sachs bei bis zu 2 Billionen Dollar abhanden gekommener Kredite... und „whereas“ jeder, der noch einen winzigen Rest Verstand hat, weiß, daß man mit der Hölle bezahlt, wenn sich der Kreditzyklus wendet...
... ist es gut möglich, daß dieser Fall deutlich größer ist, als den Leuten bislang bewusst ist.

Richter Boyko selbst zeigte kein besonderes Interesse an den makroökonomischen “whereas“. Was er wissen wollte war: „Wo sind die Unterlagen der Hypotheken? Es mag ja stimmen, daß diese Leute Ihnen Geld schulden, sagte er, aber wir nehmen niemandem ohne gültige Hypothekenverträge sein Haus weg. Zumindest nicht im souveränen Bundesland Ohio.“

Die Mitglieder des juristischen Teams der Deutschen Bank sahen einander an. Dann sahen sie in ihre Aktenordner. Die Rechtsanwälte hatten sehr viele Dokumente, darunter einige, die deutlich eine „Absicht zeigten, die Rechte der Hypotheken zu übertragen“. Doch sobald es um die Hypotheken selbst ging, hatten sie nichts vorzuweisen. Auch damit bildet die Deutsche Bank kaum eine Ausnahme. Eine Juraprofessorin untersuchte jüngst die Gerichtsverfahren zu Zwangsvollstreckungen und stellte fest, daß in 40 Prozent der Fälle die Kreditgeber die entscheidenden Dokumente entweder nicht beibrachten oder nicht beibringen konnten, die ihnen das Recht gaben, die Häuser zurückzunehmen.“

Offensichtlich hatten die Finanzvermittler, die diese 14 Hypotheken gebündelt hatten – zusammen mit Tausenden anderen – um daraus ein SIV (Structured Investment Vehicle) zu bauen, das von der Deutschen Bank gekauft wurde, versäumt, dabei auch die tatsächlichen Dokumente über die Hypotheken mitzuliefern. Sie haben alles von oben bis unten abgesucht und konnten sie nicht auffinden. Vor einem Jahr hätte das kaum etwas ausgemacht. In den ersten sechs Jahren des Jahrhunderts expandierten die Kredite. Die Hypothekenunternehmen verdienten Gebühren, indem sie das Geld an Leute verliehen haben, die es nicht zurückzahlen konnten. Dann haben die gerissenen Kreditgeber die Hypotheken an die Firmen der Wall Street verkauft, die sie gebündelt haben und dann in handelsfähige Wertpapiere verwandelt, die durch komplexe mathematische Modelle abgesichert waren, die zeigten, was sie wert sein sollten. Diese wurden dann von Unternehmen wie beispielsweise Fitch and Moodys eingestuft – auch das wieder gegen Gebühren – und dann an Leute verkauft, die nicht wußten, was in ihnen steckte, wobei große Prämien für die Financiers entstanden. Das war das Schöne an den verbrieften Schulden, das Geld wurde in der Mitte gemacht, während die Sorgen zu beiden Seiten herausgedrängt wurden. Allem, was die Mathematiker sagen, zum Trotz, würden die Kreditnehmer früher oder später mit weniger Geld dastehen. Genauso die Kreditgeber. Die Vermittler aber würden die Nase vorn haben. Im Grunde genommen war der Stab an beiden Enden kurz und nur in der Mitte lang. In diesem Falle hielt die Deutsche Bank eines der kurzen Enden in der Hand, weil sie die SIV gekauft hatten und davon ausgegangen war, daß sie die Nutznießer besagter Hypotheken sein würden, so wie sie waren. Und an diesem Punkt hat Judge Boyko den Zauber gebrochen: “Die Institutionen scheinen die Einstellung zu haben, daß nur, weil sie es schon so lange ungehindert auf diese Weise praktiziert haben, diese Praxis heute praktisch einer gesetzlichen Verfahrensweise entspricht. Aber wenn sie irgendwann hinterfragt werden, dann zwingen ihre schwachen gesetzlichen Argumente das Gericht, einen Riegel vorzuschieben.“

Dafür sind die Korrekturen natürlich da – um die anmaßenden Erneuerungen des Bullenmarktes zu testen. SIV im Wert von Billionen von Dollar wurden an die Investoren abgegeben, basierend auf einer zweifelhaften Rechnung, schwammigen Versprechungen und einer dämlichen Logik. Jetzt werden sie vor Gericht gestellt – in Gerichtssälen und an den Märkten. Einige werden am Galgen enden. Viele mehr hätten es vermutlich verdient.


Bill Bonner schreibt als US-Korrespondent für den kostenlosen Newsletter "Investor's Daily". Weitere Informationen finden sie hier.

[04.12.2007 10:37:55]

Dienstag, 4. Dezember 2007

Immobilienkrise: ein weiteres Beispiel aus den USA...

Nach meinem Post "Immobilienkrise: Beispiel aus den USA" von Anfang November nun ein weiteres konkretes Beispiel einer 4-köpfigen Familie, die sich mit einem Kredit für ihr neues Zuhause vertan hat...

Gefunden bei signonsandiego.com:



Couple renegotiates home loan to stave off soaring adjustable rate
By Melanie Stevens
UNION-TRIBUNE

December 2, 2007

When Michael and Suzanne Hornbeek moved from upstate New York to California three years ago, they were willing to deal with the higher cost of living and a smaller house in exchange for a more lucrative career opportunity, a warmer climate and a relaxed Southern California lifestyle in which to raise their two young children.

They knew the transition from their quarter-acre property and home in Buffalo – which they bought for $128,000 – to their $440,000, 1,400-square-foot Poway condo wasn't going to be easy. The low-interest loan they were offered through Countrywide helped sweeten the move, though it seemed like a rate too good to be true.

As it turns out, the couple's instincts were right.

Upon purchasing their home in 2004, the couple accepted a $352,000 interest-only mortgage at 4.97 percent, a rate that was set to adjust Nov. 1 of this year. When they asked Countrywide a few months ago, they learned the rate would initially increase to 7.97 percent this month, and then could continue to increase by 1 percent every six months to a cap of 11.97 percent.

In dollar terms, that meant an extra $880 a month – with more potentially to follow.

“We understood the situation with loan adjustments to be that after our first three years, our low rate would increase to the rate that everyone else is buying at right now,” said Suzanne, 38. “We didn't realize that we would see an increase of our monthly mortgage payments by several hundred dollars or that we'd now be facing this uphill interest rate climb that we're not going to be able to afford.”

Such situations have become increasingly common in San Diego County, where thousands of families used adjustable-rate loans to finance houses they might otherwise not have been able to afford. Although homeowners could have dealt with such problems in the past by refinancing, sagging property values have made that a less-viable solution.

The Hornbeeks didn't appear to have any good options. They could have tried to sell the condo, but they thought its value had fallen to about $400,000 from the $440,000 they paid for it. They could have refinanced, but that also would have required them to come up with the $40,000 difference to make up for the decline in the unit's value. Or they could have faced foreclosure.

But, as the Hornbeeks learned when they consulted with financial planner Kevin Barrett, there was another alternative: Renegotiate the loan. With lenders reluctant to take over massive numbers of properties they might have difficulty reselling, some have become more willing to work with homeowners such as the Hornbeeks who find themselves in difficult situations.

This turned out to be the solution.

Barrett, whose firm is Barrett Financial Strategies in San Diego, spent several weeks talking with the Hornbeeks about the pros and cons to each option for handling their mortgage. Ultimately, he was able to negotiate a deal with Countrywide under which their loan would increase only to 5.25 percent, a level that would enable them to keep their home.

“The Hornbeeks really were in a predicament, and it's not so far off from what tons of other people in San Diego are facing with their mortgages right now,” Barrett said. “They knew they could lose their home, but facing it at this stage in the game has at the very least taken some of the burden off their shoulders.”

The Hornbeeks worked with Barrett after volunteering for a San Diego Union-Tribune Money Makeover, sponsored by the newspaper and the San Diego chapter of the Financial Planning Association. In exchange for sharing their story in the newspaper, the Hornbeeks received a comprehensive plan at no charge.

The couple's situation was complicated by the fact that the family of four depends solely on Michael's salary to pay the bills: a $2,900 monthly mortgage payment, including taxes and homeowners association dues; a $40,000 school loan; credit card payments; a car loan and their living expenses.

Suzanne used to work as a hair stylist but had to quit a year ago when she was diagnosed with an autoimmune condition. The condition, which requires her to live in dry, warm climates, also ruled out one option the couple considered: returning to New York.

With the thought of moving out of San Diego temporarily off the table, Barrett looked at other scenarios, starting with the possibility of selling the condo and then renting until the couple were able to get back on their feet. Although they could have the $40,000 difference considered by a lender as a forgiven debt, it would still be a source of income that they ultimately could have to pay taxes on.

The option to refinance put them in a similar situation, where a bank or lending institution would only likely give the Hornbeeks the current maximum value of their home, which would again leave them to come up with the remaining $40,000 they initially borrowed.

“This is almost a no-win situation for us,” Suzanne said. “If we refinance, we're spending $40,000 to keep the place, or we spend $40,000 to lose the place in a short sale. Ideally, we need to stay where we're at, but we don't know how to make that happen.”

Foreclosure was another option, one Barrett said could be imminent if the Countrywide rate adjusted from the 4.97 percent to nearly 8 percent. But Barrett pointed out that Countrywide might not be eager to foreclose, which could give the company an incentive to help the Hornbeeks keep their home.

“Banks are not in the business of owning and selling homes, but they've had to do it a lot lately with all the foreclosures happening, particularly in San Diego,” Barrett said. “That, and the time it takes to sell the home means more time lenders aren't receiving mortgage payments. They're also likely paying Realtor commissions, which make the value of the home decrease.”

Barrett said the ideal scenario would be to negotiate a three-to five-year extension of their initial interest-only loan payments at a rate of 4.97 percent, along with an understanding for how the rate would eventually adjust.

This arrangement would allow the couple to catch their breath over the next few years, pay off some debt, beef up their savings, and potentially ride out the housing market long enough to see their property start gaining value.

Last month, the Hornbeeks and Barrett were able to sit down at the negotiating table with Countrywide representatives to hash out the details. Although the arrangement isn't yet confirmed, both Barrett and the Hornbeeks are more than pleased with the probable outcome.

According to Barrett, Countrywide is reviewing a tentative proposal to allow the Hornbeeks to keep their initial loan without having to refinance. Instead, Countrywide would renegotiate the terms of their primary mortgage for the full $352,000, an amount that relieves the couple from having to make up the $40,000 difference.

The couple would be able to continue paying on an interest-only loan for the next three to five years at a slightly higher, but manageable, rate of 5.25 percent. Once the interest-only period is up, the Hornbeeks would begin paying off the principal as well as interest for the remaining 22 to 24 years left on the loan. The interest rate would remain at 5.25 percent during this time.

“This is really great news for the Hornbeeks,” Barrett said. “Their mortgage would only go up about $1,000 a year based on the new interest rate, but it's something we all agree that they'll be able to manage in the short term. And, as we'd hoped, it will give them some time for the market to recover and for Mike's salary to increase.”

In addition to their primary mortgage, the Hornbeeks had taken out a second mortgage with Chase for $85,750 at a fixed rate of 8 percent. Barrett and the Hornbeeks have already contacted Chase to pursue similar negotiations to lower the interest rate for that mortgage.

The financial planner gave some advice to other homeowners who might be in a similar situation.

“This is a perfect example of 'the squeaky wheel gets the oil,' and I'd encourage other people to do everything they can to save their home from foreclosure,” Barrett said. “There's a huge time commitment involved with negotiating, and a ton of phone messages and bureaucracy to work through. We eventually got there for the Hornbeeks, and I think it was the best possible solution considering the circumstances.”

The Hornbeeks are just as pleased with the potential outcome, but they also recognize they've got a ways to go before stabilizing their finances. At the very least, they've made a solid first step, and, as a result of Barrett's advice, they know what they need to do next.

Eventually, the Hornbeeks would like to focus on saving for their retirement; they'd like to be able to give an annual tithe of $5,000; Suzanne would like to get braces; and the couple would especially like to put some extra savings away for their children's college and wedding funds.

“Our biggest priority has been dealing with our mortgage,” said Michael, 39. “Kevin has been a great advocate for us, and because of all the work he's put into helping us to get through this, I think we may have a chance to sit down with him again sometime soon to set up a formula for paying off our debt. We can also start thinking about how we're going to save for retirement.”

Immobilienkrise: "Das Schlimmste kommt noch".

Gefunden bei sueddeutsche.de:

30.11.2007 07:00 Uhr
Die verlorene Wette

Die Banken hatten mit ständig steigenden Häuserpreisen gerechnet - jetzt bekommen sie die Quittung. Experten befürchten eine Weltwirtschaftskrise "wie in den dreißiger Jahren"
Von Claus Hulverscheidt

Wenn jemand weiß, dass Politiker jedwede Aussage zur Entwicklung an den Weltfinanzmärkten sorgfältig wägen sollten, dann ist es Lawrence Summers. Während seiner Zeit als Finanzminister Bill Clintons reichte oft ein einziger Satz von ihm, um die Kurse an den Aktien- oder Devisenbörsen in die Höhe schießen zu lassen oder aber auf Talfahrt zu schicken.

Vielen Finanzministern, auch den deutschen, passierte Ähnliches, meist zu Beginn ihrer Amtszeit: "Herr Minister, Sie haben gerade aus Versehen den Dollar versenkt", ist einer der Sätze, die Theo Waigel ebenso zu hören bekam wie Hans Eichel oder Peer Steinbrück. Das prägt.

Das Schlimmste kommt noch
Umso mehr horchen die Kapitalanleger in aller Welt auf, wenn einer der Herren plötzlich Klartext redet - selbst Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. In einem Beitrag für die englische Zeitung Financial Times schrieb Lawrence Summers diese Woche, er halte die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt für so gravierend, dass "die Negativfolgen noch über das Ende des Jahrzehnts hinaus spürbar bleiben" könnten.

Die Sorge scheint berechtigt zu sein: Noch vor Wochen sah es so aus, als würden die Verluste im Geschäft mit US-Hypothekendarlehen geringer Bonität zwar die Bilanzen einiger Banken ramponieren, nicht aber die Weltwirtschaft insgesamt beeinträchtigen.

Nach immer neuen Enthüllungen, neuen Wertberichtigungen und neuen Verlusten der Finanzhäuser aber glaubt kaum noch jemand an diese optimistische Variante. Im Gegenteil: Viele Experten fürchten nun, dass das Schlimmste noch bevorsteht.

Nach Schätzung von Fachleuten werden die Banken in aller Welt zwischen 300 und 500 Milliarden Dollar verlieren, weil sie sich - vereinfacht gesagt - mit Wettgeschäften auf immer weiter steigende Häuserpreise in den USA verspekuliert haben. Bis heute haben die großen Kreditinstitute aber lediglich Ausfälle von insgesamt rund 50 Milliarden Dollar eingestanden. Das heißt nichts anderes, als dass bislang erst die Spitze des Eisbergs zu sehen ist.

Für diese These spricht, dass die Banken erst Geschäftszahlen bis Ende August oder Ende September vorgelegt haben. Seither hat sich die Krise aber weiter verschärft. Zudem stehen den amerikanischen Immobilienbesitzern im ersten Quartal 2008 kräftige Zinserhöhungen bevor. Viele von ihnen werden ihre Kredite dann nicht mehr bedienen können.

Damit kommt ein Kreislauf in Gang, der sich zunehmend selbst beschleunigt: Die Zahl der Zwangsvollstreckungen, die schon 2007 bei 1,35 Millionen liegen wird, steigt, der Wert der Häuser und der damit abgesicherten Wertpapiere sinkt weiter. Summers zum Beispiel verweist auf Prognosen, nach denen die Immobilienpreise in den nächsten Jahren USA-weit um 25 Prozent fallen könnten. Schon gibt es Befürchtungen, dass viele Amerikaner nach ihren Häuserkrediten als nächstes ihre Auto-Darlehen nicht mehr werden bedienen können.

Das jedoch ist nicht der einzige Punkt, an dem der Funke von der Finanz- auf die sogenannte Realwirtschaft überspringen könnte. Der Wertverlust ihrer Häuser zwingt schon heute viele US-Bürger dazu, ihre Konsumausgaben einzuschränken. Das trifft nicht nur die heimische Industrie, sondern auch die Hersteller im Ausland, also unter anderem die exportorientierten deutschen Unternehmen.

Zugleich sind die Banken in den Vereinigten Staaten wie anderswo gezwungen, Risikorückstellungen für mögliche Verluste im US-Hypothekengeschäft zu bilden. Damit wird Geld gebunden, das eigentlich für die Kreditvergabe an die Industrie vorgesehen war.

Rettungsanker Staatsfonds
Weil weniger Mittel zur Verfügung stehen, werden Darlehen teurer und Investitionen für die Unternehmen unattraktiver. Zudem leihen sich die Banken auch untereinander kaum noch Geld, weil jeder an der Kreditwürdigkeit des anderen zweifelt.

Zu den wenigen Hoffnungsträgern zählen derzeit ausgerechnet Staatsfonds aus den arabischen Ländern und China, die im Westen bislang als mögliche trojanische Pferde ihrer Regierungen galten. So stieg die staatliche Investmentgesellschaft Abu Dhabis mit 7,5 Milliarden Dollar bei der größten amerikanischen Bank, der Citigroup, ein.

Der US-Ökonom Michael Burda von der Berliner Humboldt-Universität ist trotz solcher Hoffnungsschimmer noch pessimistischer als Summers. Er befürchtet eine Weltwirtschaftskrise "wie in den dreißiger Jahren". Da hilft es auch nicht, dass es neben den vielen Verlierern der aktuellen Krise auch eine Handvoll Gewinner gibt: Der erst vor einem Jahr aufgelegte Hedge-Fonds Lahde Capital etwa wettete konsequent auf sinkende US-Häuserpreise. Rendite: 1000 Prozent.

(SZ vom 30.11.2007/sho)

Kann Paulson's Rettungsplan funktionieren?

... die Meinungen dazu sind eher kritisch. Dazu drei Artikel aus unterschiedlichen Quellen.

Gefunden bei sueddeutsche.de:


04.12.2007 07:00 Uhr
US-Immobilienkrise
Allianz der Hoffnung

Banken und die Regierung wollen den klammen Hausbesitzern in Amerika helfen. Doch das Rettungspaket ist umstritten - und die Krise längst zu einem Thema im Präsidentschaftswahlkampf geworden
Von Nikolaus Piper

Die Zahlen jagen manchen an der Wall Street Schauer über den Rücken: Bei über zwei Millionen zweitklassiger Hypothekendarlehen werden im nächsten Jahr die Zinsen steigen, teils dramatisch. Viele Hausbesitzer werden sich Zins und Tilgung nicht mehr leisten können und mit ihren Zahlungen in Rückstand kommen. Dabei geht es um Kredite von insgesamt 362 Milliarden Dollar, eine Summe, die ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt von Dänemark entspricht.

Was mit den kritischen Hypotheken geschieht, ist zu einer Schlüsselfrage für die amerikanische Wirtschaft geworden. An ihr hängt nicht nur das Schicksal von zwei Millionen Familien, sondern auch die Konjunktur des Landes.

Je mehr Familien zahlungsunfähig werden, desto größer sind die Verluste an der Wall Street und desto größer das Risiko, dass die Vereinigten Staaten doch noch in eine Rezession rutschen. Weil dies so ist, hat sich die Regierung George Bush nach monatelangem Zögern jetzt massiv in die Hypothekenfrage eingeschaltet.

Pause bei den Zinsen
Finanzminister Hank Paulson verhandelt mit einer Gruppe von Banken und Wertpapier-Spezialisten über einen Plan, nach dem die Zinsen für bedrängte Schuldner bis zu sieben Jahre lang eingefroren werden sollen. Die Koalition aus Regierung und Finanzbranche trägt den Namen "Allianz Hoffnung jetzt" und wird die Details des Plans noch in dieser Woche veröffentlichen.

Im Zentrum steht dabei ein fragwürdiges Kreditinstrument, das die Geldverleiher besonders 2005 und 2006 millionenfach verkauft haben: Hypotheken mit anpassbarem Zinssatz. Dabei handelte es sich um Hausdarlehen an weniger solvente Kunden, die entsprechend riskant und teuer sind.

Das Besondere daran ist, dass die wahren Kosten verdeckt werden durch eine meist zweijährige Phase, in der die Schuldner nur einen niedrigeren Lockzins zahlen müssen. Wenn der ausläuft, wird der Kredit umso teurer.

Typischerweise beginnt so ein Darlehen bei sieben bis acht Prozent und springt dann auf 9,5 bis elf Prozent, die 30 Jahre lang zu zahlen sind. Hohe Gebühren, die im Falle einer vorzeitigen Kündigung fällig werden, hindern die Kunden daran, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Solche Kredite haben viele ärmere Familien aufgenommen, besonders Einwanderer aus Lateinamerika. Die Geldverleiher haben die Zinsen mit dem anpassbaren Zinssatz aber auch Kunden aufgedrängt, deren Solvenz eigentlich für eine ganz normale, billigere Hypothek gereicht hätte. Schließlich sind auch Wohlhabende in die Zinsfalle getappt: Sie spekulierten auf weiter steigende Immobilienpreise und kauften Häuser praktisch ohne Eigenkapital, um sie hinterher teurer weiterzuverkaufen. Nun ist die Spekulationsblase geplatzt und die Kreditnehmer verlieren viel Geld.

Bei dem Plan von Finanzminister Paulson und den Banken geht es darum, für bestimmte Familien die Festzinsphase zu verlängern. Dabei sollen möglichst nur jene begünstigt werden, die gerade noch zahlungsfähig sind, die aber durch zwei oder drei Prozentpunkte Zinsunterschied in Not geraten. Ob dies gelingt und wie groß die Gruppe der Begünstigten sein wird, hängt von den noch unveröffentlichten Details des Plans ab.

Bereits jetzt schon ist das Rettungsprojekt an der Wall Street heftig umstritten. Einige Kritiker halten den Plan lediglich für einen Trick, der es den Banken erlaubt, den Tag der Wahrheit hinauszuschieben, an dem sie die Kredite in ihren Büchern abschreiben müssen. Andere halten genau dies für sinnvoll, denn auf diese Weise gewinnen alle Beteiligten Zeit. So oder so wird der Hilfsplan innovativ sein müssen.

Wertpapiere in aller Welt verstreut
Das entscheidende Problem: Die Kredite liegen überwiegend nicht bei den Instituten, die sie einst verkauft haben, sondern wurden in Wertpapiere verwandelt und rund um den Globus verkauft. Es ist daher unmöglich, alle Gläubiger an einen Tisch zu bekommen. Wenn die Großen des Geschäfts, von Citigroup über Countrywide bis zu Wells Fargo, über eine Zinspause reden, verhandeln sie auch über das Geld nicht beteiligter Aktionäre und Investoren.

Hier können schwierige Rechtsfragen auftreten. Entscheidend wird sein, dass die beiden großen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac bei der Allianz mitmachen. Sie haben zusammen ungefähr 15 Prozent aller US-Hypotheken aufgekauft.

Andererseits stehen alle Beteiligten unter großem ökonomischen und politischen Druck. Die Hypothekenkrise ist längst zu einem Thema im Präsidentschaftswahlkampf geworden. Die demokratische Favoritin Hillary Clinton hat weitreichende Eingriffe in den Markt gefordert. Sollte sich die Branche jetzt nicht mit Hank Paulson einigen, dürfte der Kongress eine Reform des Konkursrechts beschließen, die es einzelnen Richtern überlassen würde, für bedrängte Schuldner Zinssenkungen anzuordnen. Vermutlich würde dies für die Finanzbranche wesentlich teurer.

(SZ vom 4.12.2007/sho)


Gefunden bei ftd.de:

Das Kapital
Der verzweifelte Versuch einer Rettung
Der Plan des US-Finanzministeriums, den von Zinserhöhungen bedrohten US-Eigenheimbesitzern aus der Patsche zu helfen, soll den Steuerzahler angeblich nichts kosten. Weitere Themen in diesem Kapital: Investmentbanking in Asien und Randstad/Vedior.

Das Vorhaben "schließt die Aufwendung von Steuergeldern sowohl für die Finanzierung als auch für die Subventionierung von Branchenmitgliedern oder Hauseigentümern aus", so jedenfalls Finanzminister Henry Paulson. Recht so, möchte man rufen. Fragt sich nur, wie die US-Regierung dann das sogenannte Trittbrettfahrerproblem umgehen will. Denn jeder einzelne Hypothekenfinanzierer hat ja einen Anreiz, nur die anderen die Zeche zahlen zu lassen - und dennoch von den vermeintlichen Vorzügen des Hilfsplans zu profitieren. Wenn alle anderen mitmachen, würde das ohnehin helfen, den Hausmarkt, die Wirtschaft, die Zahlungsausfälle, die Risikoprämien sowie die strukturierten Hypothekenverbriefungsmärkte zu stabilisieren, nicht wahr? Jede Bank wird sich da fragen: Warum also selbst mitmachen? Im Gegenteil: Setzt die eigene Hypothekenbank die Zinssätze für ihre Kreditnehmer wie vertraglich vereinbart nach oben, fällt das gesamtwirtschaftlich kaum ins Gewicht. Solange die anderen mitmachen, würde jede einzelne Bank sogar doppelt gewinnen, wenn sie außen vor bleibt.

Da aber jede einzelne Hypothekenbank so denken wird, kann der Plan eigentlich nur zum Scheitern verurteilt sein. Das gilt zumindest dann, wenn man von gesetzlichen Zinsvorgaben und einem entfesselten patriotischen Akt des kollektiven Edelmuts absieht. Es sei denn, der Staat gibt jeder einzelnen Bank eben doch fiskalische Anreize, damit sich die Teilnahme an dem Programm für sie tatsächlich lohnt. So sehr der Staat auch versicherte, dass dies eine einmalige Hilfsaktion sei, bestünde dann allerdings die Gefahr, dass Kreditnehmer und -geber das Signal so auffassen: Langt nur weiter zu, denn im Fall der Fälle steht der Staat für euch ein. Das Ergebnis wäre die Aushebelung des marktwirtschaftlichen Systems - mit weitreichenden Konsequenzen für Wirtschaft, Inflation, Dollar und Aktien.

Gut möglich, dass die Anleger auf derlei Bedenken pfeifen und die Finanzwerte noch einmal suchen, wenn die Details des Rettungsplans "bald" vorgestellt werden. Kluge Anleger sollten sich dann entsinnen, dass die Kreditkrise nicht auf US-Ramschhypotheken beschränkt ist. Die Schulden der US-Wirtschaft belaufen sich auf mehr als 300 Prozent des BIPs. Auf mehr als eine kurzfristige Erholung der Finanzwerte sollte man da nicht hoffen.
...


Gefunden bei bloomberg.com:

Paulson Subprime Plan Offers Little Aid, Analysts Say (Update2)
By Jody Shenn

Dec. 3 (Bloomberg) -- U.S. Treasury Secretary Henry Paulson's negotiations with banks to freeze payments on certain subprime home loans will offer little aid to borrowers, Barclays Plc and UBS AG bond analysts say.

Paulson's plan is aimed at borrowers with ``steady incomes and relatively clean payment histories'' who are able to repay adjustable-rate loans only if their payments don't rise, he said today at a conference in Washington. In a later interview, he wouldn't ``put a number'' on how many loans would be affected.

Few homeowners may qualify for the proposed aid and many are likely to default even before rates reset higher, Barclays analysts wrote in a report today.

``The subprime reset plan, as it currently stands, is unlikely to be a big help,'' New York-based Barclays analysts Ajay Rajadhyaksha and Sharon Greenberg wrote.

Most borrowers who would be helped by the plan would have their loans reworked without a coordinated effort, UBS's Thomas Zimmerman wrote Nov. 30. Details of the Paulson proposal haven't been announced.

Subprime loans, given to people with poor or limited credit histories or high debt, typically offer a low introductory rate for the first two or three years. The rate then resets for the duration of the mortgage, usually 30 years. About 100,000 such loans will reset each month over the next two years, UBS says.

Servicers, the companies in charge of managing outstanding mortgages, won't necessarily do as many modifications as they should without government intervention, said Larry Litton Jr., president of Litton Loan Servicing LP in Houston.

`Part of the Crowd'
``There continues to be apprehension in the servicing world'' about whether modifying loans in securities before borrowers turn delinquent will lead to accounting problems or investor lawsuits, he said. ``Now, you're part of the crowd.''

His company, which oversees $46 billion of subprime or delinquent loans, modified 4,500 mortgages last month, including 2,000 whose borrowers were current. Litton's company is being sold by Credit-Based Asset Servicing and Securitization LLC for about to an unidentified buyer.

Only 12 percent of all securitized subprime adjustable-rate loans in California would qualify for fixed payments under a similar agreement between the state and four mortgage servicers last month, the Barclays analysts wrote, based on an announcement saying the deal applies to borrowers who occupy homes, have been making on-time payments and can't afford higher rates.

Home Price Declines
Assuming that half of subprime balances default or are repaid before rate resets, another 30 percent of borrowers don't qualify because they've missed payments and 20 percent of modified loans eventually default anyway, the Paulson plan only eliminate losses of 60 cents per $100 of subprime loans, versus a total that may be as high as $18 to $20, they wrote.

The extent of home price declines and economic conditions will have a ``far greater impact'' on the rates of loan modifications and foreclosures, wrote UBS's Zimmerman, who is also based in New York.

``I think it's lip service and essentially not meaningful,'' said Michael Burry, president of Cupertino, California-based hedge-fund firm Scion Capital LLC, which manages about $1 billion. ``It will only help those who don't need to be helped.''

Scion's Value Fund gained 85 percent during the first nine months of 2007, helped by bets that subprime-mortgage defaults would rise, according to an Oct. 17 investor letter.

California's agreement with servicers including Litton and Countrywide Financial Corp. was ``only incrementally new news'' because it leaves the details of which borrowers qualify to loan servicers, New York-based Credit Suisse Group analysts led by Rod Dubitsky wrote in a Nov. 30 report.

Regulatory Pressure
If the Treasury plan lays out specific details regarding which borrowers should qualify, ``it should significantly reduce modification cost,'' potentially encouraging more loan reworking, they wrote. Regulatory pressure may also prod a ``minimal'' increase in loan modifications, UBS's Zimmerman said.

``The only way to ensure a major increase in modifications is for the Federal government to impose a massive, wholesale modification, but that would call into question the sanctity of the legal documents of securitization,'' he wrote. ``From all reports no one is seriously considering such an approach.''

For less-senior classes of bonds created in securitizations of subprime mortgages, any potential reduction in losses from government-sponsored modifications probably won't be enough, Deutsche Bank AG analysts including Karen Weaver and Anthony Thompson wrote in a report today.

Collateralized Debt Obligations
``No amount of government intervention less a complete bailout will save'' subprime-mortgage bonds that originally carried low-investment-grade ratings, they wrote.

Such bonds serve as the holdings of a type of collateralized debt obligation that accounts for about half of the $650 billion of the asset-backed-bond CDO market, the largest source of losses for banks. Higher-rated bonds from those CDOs also account for some of the holdings of other categories of CDOs, which repackage assets such as mortgage bonds and buyout loans into new securities with varying risks.

Modifying loans too aggressively may harm mortgage-bond investors more than it helps them, and not just because the action may reduce payments from borrowers who don't need the help, said David Stevens, head of a home-lending venture for Fairfax, Virginia-based realty firm Long & Foster Cos.

``In more cases than not, you're either deferring a problem that will end up being more costly'' because of declining home prices or issues that can't be cured, or cutting borrower payments unnecessarily, said Stevens, who once held executive roles at a servicer purchased last year by Charlotte, North Carolina-based Wachovia Corp.

To contact the reporter on this story: Jody Shenn in New York at jshenn@bloomberg.net
Last Updated: December 3, 2007 18:10 EST

Samstag, 1. Dezember 2007

Immobilienkrise: ist das die "Rettung" - Teaser Rates einfrieren???

Zu diesem Thema gibt es mehrere Artikel - hier exemplarisch zwei aus dem handelsblatt und von Spiegel Online...

Gefunden bei
handelsblatt.com:

HANDELSBLATT, Freitag, 30. November 2007, 13:00 Uhr
Subprime-Krise

Rettungsplan für Millionen US-Kredite

Die US-Regierung und führende amerikanische Banken wollen in einer konzertierten Aktion den drohenden Ausfall weiterer Millionen von Hypothekenkrediten verhindern. Dazu sollen die automatisch steigenden Zinssätze für zahlreiche Eigenheimkredite vorübergehend eingefroren werden. Ausfälle müssten nicht nur Hypothekengeber akzeptieren.

HB NEW YORK. US-Hypothekenkredite haben in der Regel nicht - wie etwa meist in Deutschland - einen festen Zinssatz über zehn oder mehr Jahre. Die Banken locken Kreditnehmer mit niedrigeren Startzinsen, die später steigen und die monatliche Last deutlich erhöhen. Allein in den nächsten beiden Jahren stehen laut Schätzungen mehr als zwei Millionen solcher Kredite zur Erhöhung an - angesichts der Finanzkrise eine Zeitbombe von Zahlungsausfällen und Zwangsversteigerungen.

Wie das „Wall Street Journal“ am Freitag berichtet, arbeiten das US-Finanzministerium und einige stark im Hypothekengeschäft engagierte Banken noch an Details des Notfall-Plans. Konkret ist daran gedacht, jenen Hypothekenschuldnern mit niedriger Bonität den vereinbarten niedrigen Anfangszins für einen längeren Zeitraum zu gewähren, die andernfalls ihre Kredite nicht mehr bedienen könnten. Es sei aber noch nicht entschieden, welche Kreditnehmer genau für einen Stopp der Zinsanhebung in Frage kommen und wie lange die Aussetzung der Erhöhung dauern soll.

Durch eine solche Regelung müssten die Banken zwar hohe Zinsausfälle hinnehmen, würden aber drohende, noch weit teurere Kreditpleiten verhindern. Nicht nur die Hypothekengeber, auch Investoren in Wertpapiere, die mit Subprime-Krediten besichert sind, müssten bei einer Einigung draufzahlen. Sie bekämen niedrigere Zinszahlungen ebenfalls zu spüren. Wie das Journal schreibt, wächst nach anfänglicher Skepsis im Lager der Investoren die Einsicht, dass niedrigere Zinszahlungen besser seien als Ausfälle auf breiter Front.

Angesichts der drohenden nächsten Runde in der Kreditkrise war der Druck der Öffentlichkeit auf Banken und Politik zuletzt immer größer geworden, die Zinsen einzufrieren. Die Bush-Regierung könnte mit einer Lösung des Problems signalisieren, dass sie wie in der amerikanischen Öffentlichkeit gefordert, endlich tätig geworden ist.

Die Immobilienkredite mit variablen Konditionen laufen zum Beispiel zwei Jahre mit 7 Prozent Zinssatz und springen dann bis auf 11 Prozent. Für einen typischen Kreditnehmer bedeutet das mehrere hundert Dollar Zusatzbelastung pro Monat. Dies ist für viele derzeit nicht mehr leistbar. Betroffen sind davon nicht nur Bankkunden mit wenig Sicherheiten (subprime), sondern zunehmend auch bislang solidere Kunden. Viele haben auf steigende Hauspreise gesetzt und sich nun angesichts der Immobilienkrise damit verspekuliert.

Gefunden bei spiegel.de:

30. November 2007

KREDITKRISE
Bush-Regierung schmiedet mit Banken Notfallplan

Der Name ist Programm: "Hope Now Alliance". Die Bush-Regierung bastelt einem Zeitungsbericht zufolge mit Großbanken an einem Rettungsplan, um klammen Hypothekenschuldnern Zinserhöhungen zu ersparen. Die Banken würden auf viel Geld verzichten - aber besser wenig Zinseinnahmen als gar keine.

Washington - Die Bush-Regierung musste sich einiges anhören: Führungsschwäche warf etwa der US-Ökonom Brian Bethune dem Präsidenten, seinem Finanzminister Henry Paulson und auch US-Notenbank-Chef Ben Bernanke vor. Sie hätten in der Kreditkrise längst eingreifen sollen. Die US-Bürger müssten darauf vertrauen können, dass das Nötige zur Verhinderung der Rezession getan wird. Doch die Regierung zögerte lange - weil sie nicht den Eindruck erwecken wollte, die Fehler von risikoverliebten Kreditgebern und -nehmern auszubügeln, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Doch inzwischen sehen Paulson und seine Mannschaft keinen anderen Ausweg mehr, als aktiv zu werden.

Seit geraumer Zeit basteln Beamte aus Washington deshalb mit einer Reihe von Geldinstituten wie der Citigroup Chart zeigen, Wells Fargo & Co. und Washington Mutual an einer Vereinbarung, im Rahmen derer die automatisch steigenden Zinssätze für zahlreiche Eigenheimkredite für bis zu sieben Jahren eingefroren werden sollen. Der Name der Koalition: die "Hope Now Alliance".

Zwar würden die Finanzunternehmen damit auf Unsummen an Einnahmen verzichten - aber angesichts der nicht enden wollenden Kreditkrise auf dem US-Häusermarkt scheint sich mehr und mehr die Einsicht durchzusetzen: besser niedrige Zinseinnahmen als gar keine. Der Plan soll schon nächste Woche vorgestellt werden.

Enorme Ausfälle auf dem Markt der sogenannten Subprime-Kredite - hochrisikoreiche Hypotheken für Schuldner mit geringer Bonität - waren der Auslöser der Krise. Oft wird dabei mit variablen Zinssätzen gearbeitet: In den ersten zwei, drei Jahren liegt der Zinssatz bei sieben oder acht Prozent, dann steigt er kontinuierlich. Allein in den nächsten beiden Jahren stehen laut Schätzungen mehr als zwei Millionen solcher Kredite zur Erhöhung an - angesichts der Finanzkrise eine Zeitbombe von Zahlungsausfällen und Zwangsversteigerungen. Der Notfallplan soll das verhindern.

Erstmals staatlicher Fonds geschlossen
Der US-Bundesstaat Florida ist heute schon aktiv geworden, um die Krise einzudämmen. Er verhängte einen Auszahlungsstopp für einen milliardenschweren Investmentfonds der Gemeinden. Aus Angst vor Verlusten infolge der Kreditkrise hatten die Gemeinden in den vergangenen Wochen mehrere Milliarden Dollar abgezogen. Das Anlagevermögen im "Florida Local Government Investment Pool" hatte sich in den vergangenen Monaten so fast halbiert - von rund 27 auf 15 Milliarden Dollar. An einem einzigen Tag wurden einmal drei Milliarden Dollar abgezogen.

Um weitere drohende Abflüsse zu vermeiden, bleibe der Fonds vorübergehend geschlossen, teilten Floridas Finanzverwalter in Tallahassee mit. US-Medienberichten zufolge war dies die erste zeitweise Schließung eines großen staatlichen Fonds infolge der Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die staatlichen Fondsverwalter wollen am nächsten Dienstag über das weitere Vorgehen beraten. In dem Finanztopf bündeln Gemeinden und Schulen ihre Anlagen, um durch die Größe gemeinsam bessere Renditen erzielen zu können.

ase/dpa/Reuters

Mittwoch, 28. November 2007

Immobilienmarkt USA: weiterhin kein Licht am Ende des Tunnels!

Heute gab es frische Zahlen für den Oktober von der National Association of Realtors (NAR) - ein Kommentar zu den Zahlen findet man u.a. bei marketwatch.com:

Supply of homes on market at 22-year high
Existing-home sales pace falls to 4.97 million for October, off 1.2%
By Rex Nutting, MarketWatch
Last Update: 12:35 PM ET Nov 28, 2007

WASHINGTON (MarketWatch) -- Sales of existing homes fell for an eighth straight month in October even as more properties came on the U.S. housing market, driving the supply of homes up for sale to the highest level in 22 years, the National Association of Realtors reported Wednesday.
Seasonally adjusted sales dropped 1.2% to an annualized pace of 4.97 million last month, the real-estate advocacy group said. The sales pace stands at the lowest seen since 1999, when the group began tracking combined sales of single-family homes and condominiums.
Sales are down 20.7% in the past year and are down 31% from the peak of 7.21 million two years ago.
The October sales pace was stronger than the 4.85 million pace expected by economists surveyed by MarketWatch. See Economic Calendar.
The inventory of unsold homes rose by 1.9% to 4.45 million, representing a 10.8-month supply, the highest in at least eight years.
For single-family homes alone, the inventory of 10.5 months is the highest since July 1985.
The median sales price fell 5.1% in the past year to $207,800. That's the largest year-over-year price decline ever recorded.
As bleak as the data are, the fundamentals of the market don't support a further decline in sales, according to NAR chief economist Lawrence Yun, who said low mortgage rates and job growth should keep sales from falling. While the subprime mortgage market has disappeared, the Federal Housing Administration is picking up its lending.
"I don't anticipate any further major sales declines," Yun said. However, the NAR didn't anticipate the sales declines of the past two years, and it's been predicting a bottom nearly every month since early 2006.
If sales do continue to fall because of negative market psychology aided by "sensationalized" news reporting, "it would be a major concern" and "would raise the risk of an economic recession," Yun said.
"When will the bleeding stop?" wrote Patrick Newport, an economist for Global Insight. "How quickly housing prices drop is crucial in determining the turnaround. Our view is that prices will drop sufficiently for housing activity to hit bottom in mid-2008. Between now and then, though, home sales may drop more than 10% from current levels."
The current sales pace is a bit below the natural trend, said Mike Shenk, senior economist for the Credit Union National Association, a trade group. "We're going to stabilize," he said, then "limp along." It'll be a "long, slow process" of recovery.
Because people grow up, get married, take new jobs and finally die, "there's a natural level of people who have to move," said Bob Walters, chief economist for Quicken Loans. "We've pierced below that."

Details
October sales fell 4.4% in the West, where sales have plunged 33% in the past year and are down 48% from the peak. The seizure of the jumbo mortgage market was a major factor in the sales slump in the West, Yun said.
Sales dropped 1.7% in the Midwest and were unchanged in the South and Northeast.
Sales of single-family homes were flat in October at a 4.37 million pace, matching September for the lowest level since January 1998. The median sales price for single-family homes is down a record 6.3% in the past year to $205,700.
Sales of condos fell 9.1% to a 600,000 annual pace. The median sales price rose 4.9% on a year-over-year basis to $223,500. End of Story
Rex Nutting is Washington bureau chief of MarketWatch.

Dienstag, 27. November 2007

Immobilienkrise: Bürgermeister fürchten Häuserfiasko

Gefunden bei sueddeutsche.de:

27.11.2007 13:23 Uhr

US-Immobilienkrise
Bürgermeister fürchten Häuserfiasko

Die Immobilienkrise in den USA versetzt die Welt in Aufruhr. Kommt alles noch viel schlimmer als bislang gedacht?

Die weitaus schlimmsten Folgen der Hypothekenkrise in den USA stehen nach Auffassung amerikanischer Bürgermeister noch aus. Die Kredite für weitere 1,4 Millionen nicht abbezahlte Häuser und Eigentumswohnungen werden demnach in den kommenden Monaten platzen. Immobilien könnten 2008 landesweit voraussichtlich sieben Prozent an Wert verlieren, heißt es in einer Studie.


Besonders schwer werde es Kalifornien und Florida treffen. Dort waren die Preise in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich in die Höhe geschossen.

"Vor gar nicht allzu langer Zeit haben die Volkswirte den Immobilienmarkt noch als Rückgrat unserer Wirtschaft bezeichnet. Heute hat die Zwangsvollstreckungskrise das Potenzial, unserer Wirtschaft und Millionen von amerikanischen Familien den Rücken zu brechen, wenn wir nicht bald etwas unternehmen“, erklärte der Bürgermeister der Stadt Trenton im US-Bundesstaat New Jersey, Douglas Palmer.

1,2 Billionen Dollar Wertverlust?
Palmer stellte anlässlich einer Krisensitzung des US-Bürgermeisterforums in Detroit eine Studie der Beratungsfirma Global Insight vor, die ein düsteres Bild zeichnete: Demach müssen Immobilienbesitzer im kommenden Jahr in den USA mit einem Wertverlust von insgesamt 1,2 Billionen Dollar rechnen.

Allein in Kalifornien werden die Häuserpreise wohl um 16 Prozent einbrechen; dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat dürften damit fast drei Milliarden Dollar an Grundsteuer entgehen.

Gleichzeitig rechnen die Bürgermeister im Zuge der Hypothekenkrise mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum und Einschnitten am Arbeitsmarkt, was die Lage für die US-Bürger weiter verschärfen dürfte.

Viele Amerikaner hatten vor allem während des Immobilienbooms in den Jahren 2004 und 2005 besonders riskante Hypotheken abgeschlossen. Doch diesen Sommer wurde deutlich, dass sich zahlreiche Schuldner übernommen hatten, was die Kreditkrise in Gang setzte.

Das Bürgermeisterforum repräsentiert mehr als 1100 US-Städte mit einer Einwohnerzahl von jeweils mehr als 30.000 Menschen.

(Reuters/sms/hgn)

USA: Immobilienpreise erneut gesunken!

Gefunden bei marketwatch.com:

Home prices falling everywhere: S&P
Down 4.5% nationally over past year, Case-Shiller says
By Rex Nutting, MarketWatch
Last Update: 11:42 AM ET Nov 27, 2007

WASHINGTON (MarketWatch) -- U.S. home prices were falling in every region of the country in September, according to a closely watched index of home prices released Tuesday.

Home prices fell in September in all 20 major cities covered by the Case-Shiller price index, even in cities that had been holding up before the August freeze in mortgage markets, Standard & Poor's reported.

"There is no real positive news in today's data," said Robert Shiller, chief economist at MacroMarkets LLC, and the co-developer of the index. Shiller said it's nearly impossible to forecast when the market could turn around. Listen to more comments from Shiller.

For the national Case-Shiller home price index, prices fell 1.7% in the third quarter compared with the second quarter, and were down a record 4.5% in the past year. It was the largest quarter-to-quarter price decline in the 20 years covered by the index.

For the first time in this housing cycle, prices in all 20 cities dropped from the previous month, with the biggest declines in the former bubble cities of Miami, Phoenix, San Diego, Las Vegas, Los Angeles and Tampa.

For the 20 cities, prices fell a record 4.9% year-over-year. Meanwhile, prices were down 5.5% year-over-year in the original 10-city index, the largest drop in the 10-city index since 1991.

The last time prices fell so much, it took more than eight years for home prices to return to their peak level.

"We judge the recent decline in home prices to be the beginning of an extended decline," wrote Drew Matus, an economist for Lehman Bros., who said prices would probably fall 15% from peak to trough nationally.

"With supply overhang growing and mortgage financing tougher to obtain, home prices are going to soften considerably further in the quarters ahead," wrote Joshua Shapiro, chief economist for MFR.

The Case-Shiller index, which tracks multiple sales of the same homes, is considered by many observers to be the best gauge of national and metropolitan-area real-estate values.

Falling prices make it more difficult for homeowners to tap the equity in their homes or refinance their mortgages. Millions of homeowners who took out adjustable-rate loans in 2005 and 2006 face sharply higher mortgage payments this year and next, with foreclosures having already soared as the result of payment resets.

"It is surprising that the weaker housing market so far has had such a limited effect on U.S. household spending," wrote Gabriel Stein, an analyst for Lombard Street Research. "However, if house prices do continue to fall at their recent pace, it would be astonishing indeed if this did not badly hit consumer confidence and hence spending."

In a separate report, the Conference Board reported a sharp drop in the consumer confidence index in November, largely because of worries about the near-term outlook for energy prices and the stock market. See full story.

Plunging home prices will also be felt on Wall Street, where banks and other money managers have leveraged untold billions in complex securities based on increasingly risky mortgages.

Boom goes bust
Former boom towns in Florida and Southern California have now passed Detroit for the dubious honor of having the largest price declines in the past year. Prices are still up in the Pacific Northwest and in areas of the South, but they're rising at a slower pace.

Fifteen of the 20 cities tracked in the index have seen prices fall in the past year, led by Tampa, Fla., with an 11.1% decline, followed by Miami with a 10% loss and Detroit with a 9.3% loss. Indeed, eight of the 20 cities recorded their largest-ever year-over-year price declines in September.

On a year-over-year basis, prices were up in five cities, led by Seattle and Charlotte, N.C., with 4.7% increases. After adjusting for inflation of 3.7% in the past year, real prices were up in just two of 20 cities.

Here are the year-over-year nominal price changes for the 20 cities covered by the index:

Tampa, down 11.1%; Miami, down 10%; Detroit, down 9.6%: San Diego, down 9.6%; Las Vegas, down 9%; Phoenix, Ariz., down 8.8%; Los Angeles, down 7%; Washington, D.C., down 6.6%; San Francisco, down 4.6%; Minneapolis, down 4.5%; Cleveland, down 4%; New York, down 3.6%; Boston, down 3.2%; Chicago, down 2.5%; Denver, Colo., down 0.9%; Dallas, up 0.2%; Atlanta, up 0.4%; Portland, Ore., up 2.2%; Charlotte, up 4.7%; and Seattle, up 4.7%.
End of Story

Rex Nutting is Washington bureau chief of MarketWatch.

Montag, 26. November 2007

Deutsche Bank: Probleme mit Zwangsversteigerungen

Mir sind schon öfter diverse Kommentare über den Weg gelaufen, dass die Deutsche Bank jüngst ziemliche Schwierigkeiten hatte, in den USA einige Zwangsversteigerungen "durchzudrücken" - es wurde aber niergends genauer erklärt, was da im Details nun vorgefallen ist. Bei globalresearch.ca wurde ich nun fündig:


The Financial Tsunami: Sub-Prime Mortgage Debt is but the Tip of the Iceberg
by F. William Engdahl

Global Research, November 23, 2007

Part 1: Deutsche Bank’s painful lesson
Even experienced banker friends tell me that they think the worst of the US banking troubles are over and that things are slowly getting back to normal. What is lacking in their rosy optimism is the realization of the scale of the ongoing deterioration in credit markets globally, centered in the American asset-backed securities market, and especially in the market for CDO’s—Collateralized Debt Obligations and CMO’s—Collateralized Mortgage Obligations. By now every serious reader has heard the term “It’s a crisis in Sub-Prime US home mortgage debt.” What almost no one I know understands is that the Sub-Prime problem is but the tip of a colossal iceberg that is in a slow meltdown. I offer one recent example to illustrate my point that the “Financial Tsunami” is only beginning.

Deutsche Bank got a hard shock a few days ago when a judge in the state of Ohio in the USA made a ruling that the bank had no legal right to foreclose on 14 homes whose owners had failed to keep current in their monthly mortgage payments. Now this might sound like small beer for Deutsche Bank, one of the world’s largest banks with over €1.1 trillion (Billionen) in assets worldwide. As Hilmar Kopper used to say, “peanuts.” It’s not at all peanuts, however, for the Anglo-Saxon banking world and its European allies like Deutsche Bank, BNP Paribas, Barclays Bank, HSBC or others. Why?

A US Federal Judge, C.A. Boyko in Federal District Court in Cleveland Ohio ruled to dismiss a claim by Deutsche Bank National Trust Company. DB’s US subsidiary was seeking to take possession of 14 homes from Cleveland residents living in them, in order to claim the assets.

Here comes the hair in the soup. The Judge asked DB to show documents proving legal title to the 14 homes. DB could not. All DB attorneys could show was a document showing only an “intent to convey the rights in the mortgages.” They could not produce the actual mortgage, the heart of Western property rights since the Magna Charta of not longer.

Again why could Deutsche Bank not show the 14 mortgages on the 14 homes? Because they live in the exotic new world of “global securitization”, where banks like DB or Citigroup buy tens of thousands of mortgages from small local lending banks, “bundle” them into Jumbo new securities which then are rated by Moody’s or Standard & Poors or Fitch, and sell them as bonds to pension funds or other banks or private investors who naively believed they were buying bonds rated AAA, the highest, and never realized that their “bundle” of say 1,000 different home mortgages, contained maybe 20% or 200 mortgages rated “sub-prime,” i.e. of dubious credit quality.

Indeed the profits being earned in the past seven years by the world’s largest financial players from Goldman Sachs to Morgan Stanley to HSBC, Chase, and yes, Deutsche Bank, were so staggering, few bothered to open the risk models used by the professionals who bundled the mortgages. Certainly not the Big Three rating companies who had a criminal conflict of interest in giving top debt ratings. That changed abruptly last August and since then the major banks have issued one after another report of disastrous “sub-prime” losses.

A new unexpected factor
The Ohio ruling that dismissed DB’s claim to foreclose and take back the 14 homes for non-payment, is far more than bad luck for the bank of Josef Ackermann. It is an earth-shaking precedent for all banks holding what they had thought were collateral in form of real estate property.

How this? Because of the complex structure of asset-backed securities and the widely dispersed ownership of mortgage securities (not actual mortgages but the securities based on same) no one is yet able to identify who precisely holds the physical mortgage document. Oops! A tiny legal detail our Wall Street Rocket Scientist derivatives experts ignored when they were bundling and issuing hundreds of billions of dollars worth of CMO’s in the past six or seven years. As of January 2007 some $6.5 trillion of securitized mortgage debt was outstanding in the United States. That’s a lot by any measure!

In the Ohio case Deutsche Bank is acting as “Trustee” for “securitization pools” or groups of disparate investors who may reside anywhere. But the Trustee never got the legal document known as the mortgage. Judge Boyko ordered DB to prove they were the owners of the mortgages or notes and they could not. DB could only argue that the banks had foreclosed on such cases for years without challenge. The Judge then declared that the banks “seem to adopt the attitude that since they have been doing this for so long, unchallenged, this practice equates with legal compliance. Finally put to the test,” the Judge concluded, “their weak legal arguments compel the court to stop them at the gate.” Deutsche Bank has refused comment.

What next?
As news of this legal precedent spreads across the USA like a California brushfire, hundreds of thousands of struggling homeowners who took the bait in times of historically low interest rates to buy a home with often, no money paid down, and the first 2 years with extremely low interest rate in what are known as “interest only” Adjustable Rate Mortgages (ARMs), now face exploding mortgage monthly payments at just the point the US economy is sinking into severe recession. (I regret the plethora of abbreviations used here but it is the fault of Wall Street bankers not this author).

The peak period of the US real estate bubble which began in about 2002 when Alan Greenspan began the most aggressive series of rate cuts in Federal Reserve history was 2005-2006. Greenspan’s intent, as he admitted at the time, was to replace the Dot.com internet stock bubble with a real estate home investment and lending bubble. He argued that was the only way to keep the US economy from deep recession. In retrospect a recession in 2002 would have been far milder and less damaging than what we now face.

Of course, Greenspan has since safely retired, written his memoirs and handed the control (and blame) of the mess over to a young ex-Princeton professor, Ben Bernanke. As a Princeton graduate, I can say I would never trust monetary policy for the world’s most powerful central bank in the hands of a Princeton economics professor. Keep them in their ivy-covered towers.

Now the last phase of every speculative bubble is the one where the animal juices get the most excited. This has been the case with every major speculative bubble since the Holland Tulip speculation of the 1630’s to the South Sea Bubble of 1720 to the 1929 Wall Street crash. It was true as well with the US 2002-2007 Real Estate bubble. In the last two years of the boom in selling real estate loans, banks were convinced they could resell the mortgage loans to a Wall Street financial house who would bundle it with thousands of good better and worse quality mortgage loans and resell them as Collateralized Mortgage Obligation bonds. In the flush of greed, banks became increasingly reckless of the credit worthiness of the prospective home owners. In many cases they did not even bother to check if the person was employed. Who cares? It will be resold and securitized and the risk of mortgage default was historically low.

That was in 2005. The most Sub-prime mortgages written with Adjustable Rate Mortgage contracts were written between 2005-2006, the last and most furious phase of the US bubble. Now a whole new wave of mortgage defaults is about to explode onto the scene beginning January 2008. Between December 2007 and July 1, 2008 more than $690 Billion in mortgages will face an interest rate jump according to the contract terms of the ARMs written two years before. That means market interest rates for those mortgages will explode monthly payments just as recession drives incomes down. Hundreds of thousands of homeowners will be forced to do the last resort of any homeowner: stop monthly mortgage payments.

Here is where the Ohio court decision guarantees that the next phase of the US mortgage crisis will assume Tsunami dimension. If the Ohio Deutsche Bank precedent holds in the appeal to the Supreme Court, millions of homes will be in default but the banks prevented from seizing them as collateral assets to resell. Robert Shiller of Yale, the controversial and often correct author of the book, Irrational Exuberance, predicting the 2001-2 Dot.com stock crash, estimates US housing prices could fall as much as 50% in some areas given how home prices have diverged relative to rents.

The $690 billion worth of “interest only” ARMs due for interest rate hike between now and July 2008 are by and large not Sub-prime but a little higher quality, but only just. There are a total of $1.4 trillion in “interest only” ARMs according to the US research firm, First American Loan Performance. A recent study calculates that, as these ARMs face staggering higher interest costs in the next 9 months, more than $325 billion of the loans will default leaving 1 million property owners in technical mortgage default. But if banks are unable to reclaim the homes as assets to offset the non-performing mortgages, the US banking system and a chunk of the global banking system faces a financial gridlock that will make events to date truly “peanuts” by comparison. We will discuss the global geo-political implications of this in our next report, The Financial Tsunami: Part 2.

F. William Engdahl is the author of A Century of War: Anglo-American Oil Politics and the New World Order. He is a Research Associate of the Centre for Research on Globalization (CRG). His most recent book, which has just been released by Global Research is Seeds of Destruction, The Hidden Agenda of Genetic Manipulation.

Sonntag, 25. November 2007

Spiegel: "US-Ökonom warnt vor tiefer Weltwirtschaftskrise"

Gefunden bei spiegel.de:

24. November 2007

US-Ökonom warnt vor tiefer Weltwirtschaftskrise

Zahlungssausfälle, Pleiten, Zwangsvollstreckungen: In der US-Kreditkrise steht Bank-Prognosen zufolge das Schlimmste noch bevor. Der US-Ökonom Burda fürchtet gar eine "tiefgreifende Rezession", wie sie die Welt seit Jahrzehnten nicht erlitten hat.

Hamburg/New York - Michael Burda sieht schwarz. Der amerikanische Ökonom ist sich sicher, dass die USA vor wirtschaftlich schweren Zeiten stehen. "Das Land steckt in einem schweren Dilemma. Ich erwarte eine tiefgreifende Rezession", sagt der Professor der Berliner Humboldt-Universität dem SPIEGEL.

Mehr noch: "Wenn die Krise noch bis weit ins kommende Jahr hineinreicht, kann sie Ausmaße annehmen wie bei der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren", sagte Burda.

Auch in den USA selbst mehren sich die Stimmen, die vor einer Eskalation der Probleme warnen. Die Fälle von Zwangsvollstreckungen und Zahlungsausfällen würden nochmals deutlich zunehmen, glauben Bank-Experten.

Bei vielen Hypothekenkrediten stünden schon bald automatische Zinserhöhungen an, die die Zahlungssorgen Hunderttausender Konsumenten verschärfen werden. Allein im nächsten Jahr betreffe dies niedrig besicherte Kredite im Wert von 362 Milliarden Dollar, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Daten der Bank of America.

Neue Abwärtsspirale auf dem Immobilienmarkt droht
US-Hypothekenkredite haben in der Regel nicht - wie meist in Deutschland - einen festen Zinssatz über zehn oder mehr Jahre. Um Kreditnehmer anzulocken, starten sie mit niedrigeren Zinsen, die später automatisch steigen und die monatliche Last deutlich erhöhen. Die meisten der 2008 zur Anpassung anstehenden Kredite laufen zwei Jahre mit zum Beispiel sieben Prozent Zinsen. Bald werden sie auf 9,5 Prozent springen. Für einen typischen Kreditnehmer bedeute das rund 350 Dollar Zusatzbelastung pro Monat, schreibt das "Wall Street Journal".

Die höhere Monatsrate ist für viele nicht mehr zu zahlen. Wegen sinkender Immobilienpreise können diese US-Bürger ihr Haus nur mit hohem Verlust verkaufen - sie bleiben dann auf den Restschulden sitzen. Damit wäre für den Einzelnen - und den gesamten Immobilen- und Kreditmarkt - eine weitere Runde in der Spirale nach unten eingeläutet.

Schätzungen zufolge werden allein in diesem Jahr in den USA 1,35 Millionen Häuser zwangsvollstreckt, weitere 1,44 Millionen 2008 - rund die Hälfte mehr als in den Vorjahren.

Noch im laufenden Quartal stünden laut Bank of America zweitklassige Kredite (subprime) im Wert von 85 Milliarden Dollar zur Zinserhöhung an, noch mal so viele in den ersten drei Monaten 2008. Die Spitze werde dann im zweiten Quartal mit rund 100 Milliarden Dollar erreicht. Hinzu kämen Kredite im Wert von 150 Milliarden Dollar mit nur wenig besseren Sicherheiten.

Schuld an den Kreditausfällen bisher sei meist noch gar nicht der automatische Zinsanstieg gewesen, schreibt das "Wall Street Journal" - sondern eine zu laxe oder gar betrügerische Kreditvergabe. Normalbürger würden erst jetzt wirklich in den Strudel der Probleme geraten.

Die drohende neue Pleite-Welle wird zunehmend ein Thema des laufenden US-Wahlkampfs. Politiker drängen Banken, die Zinssätze vorerst einzufrieren. Einige Finanzinstitute haben dies für bestimmte Kunden bereits getan - die Branche wehrt sich aber gegen einen generellen Aufschub der Zinserhöhungen.

Schwarzenegger, Paulson et.al. => man riecht förmlich die Panik...

... in folgendem Artikel von Mike Whitney:

"A Generalized Meltdown of Financial Institutions"

Take a Look at Professor Roubini's Crystal Ball

By Mike Whitney

11/24/07 "ICH" -- - Reality has finally caught up to the stock market. The American consumer is underwater, the banks are buried in dept, and the housing market is in terminal distress. The Dow is now below its 200-Day Moving Average -- the first big "sell" signal. Anything below 12,500 could trigger program-trading and crash the market. The increased volatility suggests that we are watching a "real time" meltdown.

International Business editor for the UK Telegraph, Ambrose Evans Pritchard, summed up yesterday's action in the Asian markets:

"The global credit crisis has hit Asia with a vengeance for the first time, triggering a massive flight to safety as investors across the region pull out of risky assets. Yields on three-month deposits in China and Korea have plummeted to near 1pc in a spectacular fall over recent days, caused by panic withdrawals from money market funds and credit derivatives.

"'This' is a severe warning sign,' said Hans Redeker, currency chief at BNP Paribas. 'Asia ignored the credit crunch in August but now we're seeing the poison beginning to paralyze the whole global economy.'" (Credit 'Heart attack' engulfs China and Korea" Ambrose Evans Pritchard,UK Telegraph,)

The credit storm that began in the United States with subprime mortgages has spread to markets across the globe. In fact, the train has already crashed. What we're seeing now is the boxcars piling up on top of each other.

On Tuesday Chinese government officials ordered a complete halt to bank lending to slow the speculative frenzy that has created an enormous equity bubble in the stock market. According to the Wall Street Journal:

"Chinese authorities are slamming the brakes on bank lending, in their latest attempt to curb the runaway investment threatening to overheat what is soon to be the world's third-largest economy. In recent weeks, regulators have quietly ordered China's commercial banks to freeze lending through the end of the year, according to bankers in several cities. The bankers say that to comply, they are canceling loans and credit lines with businesses and individuals." ("China freezes lending to Curb Investing Frenzy" Wall Street Journal)

The move illustrates how concerned the Chinese are that a slowdown in US consumer spending will trigger a crash on the Shanghai stock market. It also shows that the Chinese are having difficulty dealing with the inflation generated by the hundreds of billions of US dollars absorbed via the trade imbalance with the US. China is awash in USDs and that surplus is causing a steady rise in food and energy costs. This could be mitigated by allowing their currency to "float" freely. But a sudden, steep increase in the Chinese yuan's value could also send the world headlong into a global recession. For now, the lending freeze and price fixing appear to be the way out.

Another sign that the markets have reached a "tipping point" appeared in a Reuters article on Wednesday; "Interbank Covered Bond Trading Halted on Volatility":

"Renewed credit turmoil and volatility led the European Covered Bond Council (ECBC) on Wednesday to suspend inter-bank market-making in covered bonds until Monday, Nov. 26.

The move is a sign of the stress in the covered bond market, which is dominated by German institutions that have almost a trillion euros of covered bonds outstanding.

Covered bonds -- backed by pools of assets that remain on the borrower's balance sheet -- are usually highly liquid and typically rated triple-A by ratings agencies. The ECBC's recommendation is aimed at relieving the pressure on market makers who are forced to quote prices at a fixed bid-offer spread.

"In light of the current market situation and in order to avoid undue over-acceleration in the widening of spreads, the 8-to-8 Market-Makers & Issuers Committee recommends that inter-bank market-making be suspended," the ECBC said in a release."

Note: This isn't mortgage-backed junk that's being sold, but highly liquid bonds that are usually easy to cash in. The ECBC's action is a sign of pure desperation and indicates that credit paralysis has infected the entire euro banking system.

Reuters: "Due to general market conditions and the specific mechanics of the inter-dealer market making it even seems possible that inter-dealer market making will not be resumed this year."

That's bad. The mechanism for converting covered bonds into cash has broken down.

The dollar took another pasting on Wednesday, sliding to $1.49 on the euro; another new record. Gold shot up to $814 per ounce. Oil continues to flirt with the $100 per barrel mark, and the yen rose to 107 per dollar forcing a sell-off of hedge fund assets levered through the carry trade.

Jon Basile, economist at Credit Suisse, summed it up like this: "There's a heck of a lot of bad news out there." Indeed.

In California Governor Arnold Schwarzenegger has joined with four mortgage lenders to freeze adjustable interest rates (ARMs) for some of the state's highest-risk borrowers; another unprecedented move. The Governor hopes to avoid a collapse of the California real estate market which has gone into a tailspin. Home sales have plummeted more than 40 per cent for the last two months. Prices have dropped sharply---roughly 12 per cent statewide. New construction has slowed to a crawl. Layoffs are steadily rising. Jumbo loans (mortgages over $417,000) have been put on the "Endangered Species" list. Even qualified borrowers can't get mortgages. Nothing is selling. California housing is "off the cliff".

Schwarzenegger's plan to keep over-extended subprime mortgage-holders in their homes faces an uncertain future. What incentive is there for homeowners to continue paying exorbitant monthly rates when their payments are not applied to the principle? The homeowners would be better off bailing out, accepting foreclosure, and starting over with a clean slate.

It's unrealistic to thinks that Schwarzenegger can stop the tidal wave of foreclosures that are sweeping across the state. An estimated 3 million homeowners will lose their homes nationwide.

If you want to blame someone; blame Alan Greenspan. He's the one who created this mess. According to the economist Mike Shedlock:

"The Fed caused the credit crunch by slashing interest rates to 1 per cent to bail out its banking buddies in the wake of a dotcom bubble collapse. All the Fed did was create a bigger bubble. This bubble is so big in fact that it cannot even be bailed out. It's the end of the line for a serially bubble blowing Fed.

"So not only was this the biggest credit bubble in history, this was also the biggest transfer of wealth from the poor and middle class to the already enormously wealthy. That is the real travesty of justice regardless of whether or not the price tag is $1 trillion, $2 trillion, or $10 trillion." (Mike Shedlock, "Mish's Global Economic Trend Analysis")

The problem has gotten so serious that even Secretary of the Treasury, Henry Paulson, is putting up red flags. Last week, Paulson ignited a sell-off on Wall Street when he made this statement:

"The nature of the problem will be significantly bigger next year because 2006 [mortgages] had lower underwriting standards, no amortization, and no down payments....We're never going to be able to process the number of workouts and modifications (to mortgages) that are going to be necessary doing it just sort of one-off. I've talked to enough people now to know that there's no way that's going to work."

The desperation is palpable. Like Schwarzenegger, Paulson is trying to get mortgage-lenders to provide a safety net for struggling borrowers who are defaulting on their loans.

Paulson is calling for emergency legislation that will allow the Federal Housing Administration to play a greater role in the relief effort. The FHA has already expanded its traditional role by taking on hundreds of billions in extra debt just to keep a few "private" mortgage lenders and banks from going bankrupt. Of course, when Paulson's plan goes kaput and the debts pile up; it'll be the taxpayer that foots the bill.

"Paulson also called the Senate's failure to pass legislation overhauling mortgage giants Fannie Mae and Freddie Mac frustrating," saying that the two government-sponsored entities need to be playing a bigger role in the housing market.

"If we ever need them it's during times like today, and they're most valuable when there is distress in the mortgage market," he said. "I'd like to see them playing an even bigger role."(Wall Street Journal)

Fannie and Freddie, have already posted enormous quarterly losses and don't have the capital reserves to put millions of subprime mortgage-holders under their "government-sponsored" umbrella. Paulson is just grabbing at straws.

Similar troubles are brewing in the broader market where late-payments and defaults have spread to credit card debt and new car loans. Every area of "securitized" debt has suddenly veered off the road and into the ditch. Last week the Fed injected more credit into the teetering banking system than anytime since 9-11.

No one has predicted the downward-spiral in the market more accurately than Nouriel Roubini. Roubini is a Professor at the Stern School of Business at New York University. His analysis appears regularly on his blogsite, Global EconoMonitor. Last week's prediction was particularly dire and is worth reprinting here:

"It is increasingly clear by now that a severe U.S. recession is inevitable in next few months...I now see the risk of a severe and worsening liquidity and credit crunch leading to a generalized meltdown of the financial system of a severity and magnitude like we have never observed before. In this extreme scenario whose likelihood is increasing we could see a generalized run on some banks; and runs on a couple of weaker (non-bank) broker dealers that may go bankrupt with severe and systemic ripple effects on a mass of highly leveraged derivative instruments that will lead to a seizure of the derivatives markets... massive losses on money market funds with a run on both those sponsored by banks and those not sponsored by banks; ..ever growing defaults and losses ($500 billion plus) in subprime, near prime and prime mortgages with severe knock-on effect on the RMBS and CDOs market; massive losses in consumer credit (auto loans, credit cards); severe problems and losses in commercial real estate...; the drying up of liquidity and credit in a variety of asset backed securities putting the entire model of securitization at risk; runs on hedge funds and other financial institutions that do not have access to the Fed's lender of last resort support; a sharp increase in corporate defaults and credit spreads; and a massive process of re-intermediation into the banking system of activities that were until now altogether securitized." (Nouriel Roubini's Global EconoMonitor)

"A generalized meltdown of the financial system".

Looks like Chicken Little might have gotten it right this time; "The sky IS falling."

Mike Whitney lives in Washington state. He can be reached at: fergiewhitney@msn.com

FTD: "Neue Welle von US-Kreditpleiten droht"

Zum Thema "(Option-)ARMs: die nächste Welle in der Subprime-Krise steht bevor!" noch ein weiterer Artikel aus der Financial Times Deutschland (Hervorhebungen von mir hinzugefügt):

Neue Welle von US-Kreditpleiten droht
In der US-Kreditkrise steht Experten zufolge das Schlimmste erst noch bevor: Die Fälle von Zwangsvollstreckungen und Zahlungsausfällen werden nochmals deutlich zunehmen - und das hat einen bestimmten Grund.

Bei vielen Hypothekenkrediten stünden schon bald automatische Zinserhöhungen an. Allein im kommenden Jahr betreffe dies niedrig besicherte Kredite im Wert von rund 362 Mrd. $, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Daten der Bank of America.

US-Hypothekenkredite haben in der Regel nicht - wie meist in Deutschland - einen festen Zinssatz über zehn oder mehr Jahre. Um Kreditnehmer anzulocken, starten sie mit niedrigeren Zinsen, die später automatisch steigen und die monatliche Last deutlich erhöhen. Die meisten der 2008 zur Anpassung anstehenden Kredite liefen zwei Jahre mit zum Beispiel sieben Prozent Zinssatz und springen nun bald auf 9,5 Prozent. Für einen typischen Kreditnehmer bedeute das rund 350 $ Zusatzbelastung pro Monat, schreibt die Zeitung.

Käufer bleiben auf Restschulden sitzen
Die höhere Monatsrate ist für viele nicht mehr leistbar. Wegen sinkender Immobilienpreise können sie zudem ihr Haus nur mit hohem Verlust verkaufen und bleiben auf den Restschulden sitzen. Damit ist für den Einzelnen sowie für den gesamten Immobilien- und Kreditmarkt eine weitere Runde in der Spirale nach unten eingeläutet. Schätzungen zufolge würden allein in diesem Jahr in den USA 1,35 Millionen Häuser zwangsvollstreckt, weitere 1,44 Millionen in 2008 - rund die Hälfte mehr als in den Vorjahren.

Noch im laufenden Quartal würden laut Bank of America Zinsen für zweitklassige Kredite im Wert von 85 Mrd. $ erhöht werden, nochmal soviele in den ersten drei Monaten 2008. Die Spitze werde dann im zweiten Quartal mit rund 100 Mrd. $ erreicht. Hinzu kämen Kredite im Wert von 150 Mrd. $ mit nur wenig besseren Sicherheiten. Schuld an den Kreditausfällen bisher sei dagegen meist noch gar nicht der automatische Zinsanstieg gewesen, sondern eine zu laxe oder gar betrügerische Kreditvergabe, schreibt das "Wall Street Journal".

Angesicht der drohenden neuen Welle wird die Schuldenfalle auch zunehmend ein Thema des laufenden US-Wahlkampfs: Politiker drängen Banken, die Zinssätze vorerst einzufrieren. Einige haben dies für bestimmte Kunden bereits getan, die Branche wehrt sich aber gegen gegen einen generellen Aufschub.

(Option-)ARMs: die nächste Welle in der Subprime-Krise steht bevor!

Wie bereits im Post "Harley-Davidson: ebenfalls von der Subprime-Krise eingeholt?!" angedeutet, werden auf viele Subprime-Kreditnehmer in den kommenden Monaten höhere Zahlungen zukommen, da ihre Kredite anfänglich einen niedrigen Startzins hatten (Lockzins), die jetzt nach oben angepasst werden. Dazu hatte ich bereits im Post "Diverse Charts und Grafiken zur Immobilien- und Kreditkrise" folgende Grafik eingestellt, aus der man sehr schön ersehen kann, dass ab März nächsten Jahres gerade in der Subprime-Fraktion ein starker Anstieg bei von Anpassungen betroffenen Krediten bevorsteht:


Und solange solch riesige Kreditvolumen von Anpassungen betroffen sind, wird es auch für immer mehr Kreditnehmer schwierig, ihre Kredite fristgerecht zu bedienen. Diese Aussage lässt sich auch ganz einfach an dem Chart belegen, der die NODs (notice of default, also Benachrichtigung über einen Verzug bei den Zahlungen) ansteigt.

Dieser Umstand wird jetzt auch immer mehr Thema in der Mainstream-Presse, wie der nachfolgende Artikel aus dem tagesanzeiger zeigt:

25. November 2007, 10:28
Weitere Milliardenverluste sind wahrscheinlich

Nationalbank-Vize Philipp Hildebrand konstatiert eine Verschärfung der Finanzkrise und schätzt die Lage als «sehr ernst» ein.

Nach der ersten Schockwelle, die die US-Immobilienkrise auf den Finanzmärkten ausgelöst hatte und die auch bei den Schweizer Grossbanken Milliardenlöcher riss, hatten Behördenvertreter noch die Hoffnung geäussert, das das Schlimmste überstanden sei, sagte Hildebrand der «Sonntagszeitung». Nun hat sich die Lage offensichtlich zum Schlechteren gewendet.

«Ich schätze die Situation als sehr ernst ein. Wir erleben eine zweite Welle von Krisensymptomen an den Kreditmärkten», sagte er in einem Interview mit der Zeitung in für einen Notenbanker ungewöhnlich deutlichen Worten. In mancher Hinsicht sei Krise noch ausgeprägter als die erste Welle vom 9. August. «Die Krise hat sich deutlich verschärft», sagte der SNB-Vizepräsident.

Lage dürfte sich verschlechtern
Die Lage sei wegen zwei Faktoren so ernst: Zum einen wegen der allgemeinen Situation auf dem US-Immobilienmarkt, zum anderen wegen der tiefen Bonität auf dem Markt für Hypotheken. Auf dem US-Immobilienmarkt gebe es kaum Anzeichen einer Stabilisierung, und schon gar keine im positiven Sinne. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lage weiter verschlechtere, sei aus heutiger Sicht gross.

Hildebrand untermauerte seine Befürchtung mit Informationen von der Börse in Chicago über den Handel mit einem Derivatkontrakt auf Immobilienpreise. Demnach rechne der Markt in den nächsten zwei Jahren mit einer Abschwächung der Preise auf dem gesamten US-Immobilienmarkt um rund zehn Prozent. Dies wäre eine Preiskorrektur, wie sie der US-Immobilienmarkt in der Nachkriegszeit noch nie erlebt habe, sagte Hildebrand und rechnete vor, dass es um eine Korrektur von 1000 Milliarden Dollar ginge.

Auf dem Markt für Hypotheken komme das Problem hinzu, dass eine grosse Zahl der zweitrangigen Hypotheken in den nächsten Monaten mit einem Zinsaufschlag rechnen müsse. Deshalb bestehe das Risiko, dass es in grösserem Stil zu weiteren Zahlungsunfähigkeiten kommen werde.

Inflationsgefahr steigt
Der Nationalbank-Vizepräsident verwies weiter auf das Dilemma der Zentralbanken bei der Geldpolitik. Sie sähen sich nicht nur mit einer Kreditkrise konfrontiert, die sich allenfalls noch verschärfen könnte. Sondern es gebe auch verschiedene Hinweise, dass die Inflationsgefahr grösser geworden sei. «Deshalb kann die Geldpolitik auf diese Krise nicht einfach mit Zinssenkungen reagieren», sagte Hildebrand. Der Spielraum sei sehr begrenzt.

Auf die Frage, ob alles nur schwarz sei, sagte Hildebrand, die Finanzkrise komme zu einem Zeitpunkt, in dem die Weltwirtschaft so robust sei, wie in den letzten Jahrzehnten nie mehr. «Wenn wir schon eine solche Krise erleben müssen, dann gibt es kaum einen besseren Moment als heute», sagte der SNB-Vize.

Ausweichend antwortete er auf die Frage, ob den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse weitere Milliardenabschreibungen bevorstünden. Er gehe aber davon aus, dass die Problematik in der Schweiz auf die grossen Finanzinstitute beschränkt bleibe. Zur Frage nach den Folgen für die Gesamtwirtschaft sagte Hildebrand, im Moment seien vor allem Banken und Investoren betroffen, die sich exzessiv und zum falschen Zeitpunkt im Geschäft mit US-Hypotheken engagiert hätten.

Seit einem Jahr: Insiderverkäufe bei Banken...

In einem Artikel bei der WeltWoche geht es um Insiderverkäufe bei diversen Banken, die von der Hypothekenkrise besonders hart getroffen wurden. Da kommt einem gleich der Spruch "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff" in den Sinn - und vor allem auch die Beteuerungen eben dieser Manager noch im Frühjahr / Sommer diesen Jahres, wo noch steif und fest behauptet wurde, dass das alles ja gar nicht so schlimm wäre und alles längst eingepreist sei...
Ich bin ehrlich gesagt zu faul, die entsprechenden Kommentare rauszusuchen und es geht hier auch nicht im "Rechthaberei" - was mir aber wirklich gegen den Strich geht, ist dass diese Leute sich nochmal gerade "rechtzeitig" ihre Aktien "vergoldet" haben - wohlwissend, was da auf "uns" zukommt - und im gleichen Zeitraum von einer "Krise" nix wissen wollten!

Finanzkrise
Manager wissen es besser

Von Claude Baumann

Seit einem Jahr verkaufen einige hochrangige UBS- und CS-Kader Aktien ihrer Banken. Sie haben die Immobilienkrise offenbar kommen sehen.

Von allen europäischen Grossbanken ist die UBS am stärksten von der globalen Finanzkrise betroffen. Kaum kursieren neue Hiobsbotschaften über Verluste bei anderen Geldhäusern, geraten ihre Aktien unter Druck. Anfang dieser Woche büssten die Papiere erneut fünf Prozent ein. Der Befund ist klar: Die Investoren trauen der Schweizer Bank kaum mehr, seit sie im Oktober einen unerwartet hohen Abschreiber von 4,2 Milliarden Franken ausweisen musste und weitere Ausfälle drohen. Die UBS hat ein Reputationsproblem.

Mit dem Vertrauen tun sich indessen nicht nur Investoren schwer. In den letzten zwölf Monaten haben sich auch höchste Mitarbeiter der Bank von ihren UBS-Aktien verabschiedet. Selbst die Chefs scheinen schon früh an der UBS gezweifelt zu haben. Zwischen November 2006 und heute veräusserten Mitglieder der zehnköpfigen Konzernleitung sowie die drei vollamtlichen Verwaltungsräte – oder mindestens eine Person – UBS-Aktien im Wert von rund fünfzig Millionen Franken. Natürlich sind die Manager frei, so zu investieren, wie sie wollen. Zudem müssen auch Grossverdiener gelegentlich Steuern bezahlen, oder sie wollen sich ein Haus oder ein neues Auto leisten. Einige Verkäufe sind auch auf das Verfalldatum von Aktienoptionen zurückzuführen oder auf Leute, welche die UBS verliessen. Trotzdem verwundert die Verkaufswelle. Sahen die UBS-Oberen manche Gefahren schon früher als die Mitarbeiter in den unteren Chargen? Trennten sie sich deswegen von ihren Beständen? Und: Könnten sich Kleinanleger von solchen Transaktionen gar inspirieren lassen? Dazu nimmt die UBS keine Stellung.

Energisch am Werk

Insgesamt erfolgten 16 Verkäufe. Der grösste belief sich auf 17 Millionen Franken. Die anderen bewegten sich zwischen 40000 und 6 Millionen Franken, wie Angaben der Schweizer Börse belegen. Damit vermieden die Banker massive Verluste in ihren Portefeuilles. Denn in den letzten sechs Monaten büsste die UBS-Aktie mehr als dreissig Prozent an Wert ein.

Gekauft haben die UBS-Topleute dagegen bloss zweimal: Ein nebenamtlicher Verwaltungsrat bezog im Dezember 2006 den ihm zustehenden Betrag von 250000 Franken in Aktien, und erst wieder Anfang dieses Monats kaufte ein weiterer nebenamtlicher Verwaltungsrat Aktien für 1,1 Millionen Franken.

Auch die Chefs der zweiten Schweizer Grossbank, Credit Suisse (CS), bewiesen ein Sensorium für die Entwicklungen an den Finanzmärkten. Fairerweise muss man ihnen zugute halten, dass sie ihre Transaktionen – wir wollen sie nicht Panikverkäufe nennen – zurückhaltender tätigten. Die CS verzeichnete im selben Zeitraum nur 12 Verkäufe im Wert von 28 Millionen Franken. Und dies, obwohl im Frühjahr der charismatische CEO Oswald J. Grübel in Rente ging und manche Mitarbeiter hätten annehmen können, der Konzern habe vorerst den Zenit überschritten. Offensichtlich traute die Führungscrew der CS-Aktie auch in der Nach-Grübel-Ära weiteres Potenzial zu.

Viele Topbanker vergleichen sich gerne mit Unternehmern und rechtfertigen so ihre hohen Löhne. Doch der Vergleich hinkt, wie der Blick auf die Transaktionen bei der UBS und der CS zeigt. Unternehmer würden in schwierigen Zeiten niemals eigene Aktien verkaufen: Es wäre der schlagende Beweis dafür, dass sie den Glauben an ihr Unternehmen verloren haben. Viele Industrielle nützen Börsenbaissen eher dazu, Aktien günstig zu erwerben. So baute etwa der deutsche August Baron von Finck sein Grossengagement beim Genfer Warenprüfunternehmen SGS zu tiefen Kursen laufend aus; ähnlich verhalten sich beispielsweise die Schweizer Unternehmer André Kudelski oder Willy Michel bei seiner Firma Ypsomed. Auch der amerikanische Grossinvestor Warren Buffett kauft in turbulenten Zeiten unterbewertete Aktien – im Moment auch Bankentitel – und ergänzt so sein Portefeuille Berkshire Hathaway. Er orientiert sich an der Substanz eines Unternehmens, an dessen Dienstleistungen und Produkten, an Patenten und Immobilien. Der Kurs an der Börse ist für ihn bloss eine Momentaufnahme, die von kurzfristigen Spekulationen getrieben ist.

Vor diesem Hintergrund hätte die UBS Potenzial. Die Bank erzielt in ihrem Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung, nach wie vor hohe Erträge. Selbst in einigen Bereichen des krisengeschüttelten Investmentbanking ist das Institut erfolgreich: im Aktienhandel oder in der Beratung von Firmen bei Fusionen und Übernahmen. Unternehmerisch spräche also einiges für den Kauf von UBS-Aktien. Zudem will die Bank für das schwierige Jahr 2007 an einer unveränderten Dividende festhalten. Das würde den Anlegern nun eine Rendite von vier Prozent bescheren. Im Vergleich: Der Zins auf dem Sparkonto beträgt 0,875 Prozent.

Die Frage ist, ob nicht noch neue Hiobsbotschaften die Pläne der UBS durchkreuzen könnten. Die Kreditkrise ist nicht ausgestanden. Anfang Woche erklärte das New Yorker Analysehaus Credit Sights, die Schweizer Grossbank könnte neun Milliarden Dollar in komplexen Finanzinstrumenten in den USA verloren haben. Am Dienstag dann reduzierte noch die Finanzanalystin Meredith Whitney ihre Bewertung für die UBS. Ausgerechnet sie. Die Expertin der Canadian Imperial Bank of Canada hatte vor zwei Wochen schon die Citigroup in Bedrängnis gebracht. Whitney bezifferte die Abschreiber der weltgrössten Bank im Detail und löste damit eine Unternehmenskrise aus. Citigroup-Chef Charles Prince musste gehen. Nun erwartet Whitney, dass die UBS 2008 wegen anhaltender Turbulenzen dreissig Prozent weniger Gewinn erzielen wird.

Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel hat jüngst mehrmals eingeräumt, dass die UBS die grösste Krise der letzten Jahre durchmache und nun alles daransetze, die Reputation wiederherzustellen. Die rasche Neubesetzung des vakanten Vizepräsidentensitzes könnte eine Chance sein, nachdem der Mandatsträger Marco Suter als Finanzchef in die Konzernleitung relegiert wurde. Normalerweise wird der neue Vizepräsident nach der Generalversammlung im Frühjahr bestimmt. Daran will sich die UBS halten. Doch manche Anleger fragen sich, ob man so lange zuwarten kann. Sie fordern, dass Sergio Marchionne eine wichtigere Funktion übernimmt. Der Manager ist hauptamtlich CEO bei Fiat, sitzt aber seit April 2007 auch im Verwaltungsrat der UBS. Insider attestieren ihm die Energie, um die UBS wieder auf Kurs zu bringen. Vorerst wollen aber weder er noch die UBS dazu Stellung nehmen. Fest steht: Wenn sich bis im Frühjahr die Situation nicht verbessert hat, müssen die Verantwortlichen die Strategie überdenken – was nicht ohne personelle Konsequenzen vonstatten ginge. Spätestens dann könnte Marchionnes Stunde schlagen. Vorerst aber will die UBS am 11. Dezember in London die Finanzgemeinde über den Geschäftsgang im vierten Quartal informieren. Dann hat sie Gelegenheit, Signale des Vertrauens auszusenden.