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Mittwoch, 19. Dezember 2007

FTD: "EZB kündigt Geldschwemme an"

Gefunden bei ftd.de:

EZB kündigt Geldschwemme an
von Yasmin Osman und Doris Grass (Frankfurt)

Die Europäische Zentralbank (EZB) will Banken über den Jahreswechsel unlimitiert mit Liquidität versorgen, wenn diese beim aktuellen Zweiwochentender einen bestimmten Mindestzinssatz bieten. Die Notenbank hatte ein Hauptrefinanzierungsgeschäft mit Fälligkeit am 4. Januar ausgeschrieben.

Die Währungshüter kündigten an, alle Banken, die 4,21 Prozent oder mehr bieten und über ausreichend Sicherheiten verfügen können, vollständig zu berücksichtigen.

Normalerweise setzt sich die EZB bei ihren Geldauktionen ein Ziel für ihr Tendervolumen und verteilt dieses unter den Banken, wobei die Institute mit den höchsten Geboten zuerst kommen. Das kann bei extrem hoher Nachfrage dazu führen, dass der durchschnittliche Zuteilungssatz deutlich von der offiziellen Untergrenze von 4,0 Prozent abweicht.

Den tatsächlichen Liquiditätsbedarf der Banken schätzt die EZB auf 260,7 Mrd. Euro. Der nun gewählte Satz von 4,21 Prozent, ab dem nun alle Gebote voll berücksichtigt werden sollen, entsprach dem Durchschnittsbietungssatz des letzten Wochentenders. Händler erwarten, dass die Maßnahme der EZB zu einer Entspannung am Geldmarkt führen könnte. "Das heißt, sie will nicht teurer werden", sagte Michael Schneider, Leiter des Liquiditätsmanagements der DZ Bank.

"Die EZB ist dieses Jahr sehr innovativ, um dem Markt im Rahmen ihres Instrumentariums technisch unter die Arme zu greifen", lobte Schneider. "Tendenziell dürften die Termingeldsätze dann bei großzügiger Zuteilung der EZB zurückgehen." Zum Wochenauftakt hatten die Zinssätze für Termingeld nur teilweise nachgegeben. Tagesgeld in der Euro-Zone verteuerte sich auf 4,0 Prozent, nachdem die EZB über einen zweitägigen Schnelltender 36,6 Mrd. Euro an überschüssiger Liquidität aus dem Markt genommen hatte.

Am Devisenmarkt konnte der US-Dollar weiter zulegen. Händler führten das auf die sinkende Hoffnung auf aggressive Zinssenkungen der Fed zurück. Nach unerwartet hohen Inflationsdaten aus den USA hatten Händler die Wetten auf eine Zinssenkung am 30. Januar von 100 Prozent auf 80 Prozent heruntergefahren. "Viele Marktteilnehmer haben Verkaufspositionen auf den Dollar geschlossen, um zum Jahresende noch Gewinne aus den Positionen mitzunehmen", so Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Der Euro rutschte unter 1,44 $ und kostete gegen 19 Uhr MEZ 1,4382 $ nach 1,4430 $ am Freitag.

Am Rentenmarkt profitierten Staatsanleihen von schwachen Aktien. Die deutsche Finanzagentur kündigte an, 2008 141 Mrd. Euro über Anleihen am Kapitalmarkt aufzunehmen und 72 Mrd. Euro über Geldmarktpapiere. Eine neue 30-jährige Bundesanleihe wird es 2008 nicht geben. Das existierende Papier wird aber zweimal aufgestockt.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Handelsblatt: "Erdbeben im Weltfinanzsystem"

Gefunden bei handelsblatt.com:

HANDELSBLATT, Montag, 10. Dezember 2007, 07:41 Uhr
Banken in der Kreditkrise

„Erdbeben im Weltfinanzsystem“
Der Deutschland-Chef von McKinsey erwartet wegen der Kreditkrise noch weitere unangenehme Überraschungen in den Bilanzen der Banken. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagt Frank Mattern, das wahre Ausmaß werde sich vielleicht erst mit Vorlage der Bilanzen für 2007 offenbaren. Mit seinen Bedenken ist er nicht allein.

ben/egl/kol/mak DÜSSELDORF. So warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem am Sonntag vorgelegten Quartalsbericht, dass nach einer vorübergehenden Entspannung im Oktober wegen der fortgesetzten Wertverluste bei strukturierten Finanzprodukten das Klima auf den Finanzmärkten erneut deutlich verschlechtert habe. Die Experten der BIZ kritisieren dabei insbesondere die mangelnde Transparenz bei den großen Finanzunternehmen. Dies schüre die Angst vor weiter hohen Abschreibungen.

„Das wahre Ausmaß wird sich vielleicht erst mit Vorlage der Bilanzen für 2007 offenbaren“, betont auch der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, Frank Mattern, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der bankenexperte spricht von einem „Erdbeben im Weltfinanzsystem“ und sagt: „Nach wie vor besteht die Gefahr, dass Fonds und Banken in größerem Umfang Notverkäufe von Wertpapieren vornehmen müssen, um sich refinanzieren zu können“.

Die Krise hatte begonnen mit massiven Ausfällen bei US-Immobilienkrediten schlechter Bonität. Da diese Risiken aber über komplexe Finanzpapiere und Verbriefungen über die ganze Welt gestreut wurden, wuchs sie sich rasch zu einer allgemeinen Bankenkrise aus. „Weltweit hat die Bankenszene noch nicht alle Risiken gehoben und beziffert, weil diese Produkte und Verträge so unglaublich trickreich und kompliziert sind“, rügt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im „Focus“. Deswegen rechnet auch er damit, dass die Turbulenzen noch lange nicht ausgestanden sind.

In ungewöhnlicher Deutlichkeit benennt die BIZ, deren Wort als „Bank der Notenbanken“ in der Branche großes Gewicht hat, die Probleme. Zu den „verbleibenden Unsicherheiten bezüglich der Risiken an Subprime-und anderen Kreditmärkten“ verstärkten sich die Befürchtungen, „die Krise am US-Markt für Wohnimmobilien würde sich noch vertiefen und letztlich zu einer Schwächung der gesamten Wirtschaft beitragen“, schreibt die BIZ.

Gegenüber dem letzten Quartalsbericht habe sich der Auftrieb der Kreditsirikoaufschläge mit einem deutlichen Rückgang der Risikotoleranz der Anleger fortgesetzt und sei von den Märkten für zweitklassige Hypotheken auf andere Segmente übergeschwappt, so die BIZ. Dazu passen Meldungen vom Wochenende, dass nach Problemen bei Hypothekendarlehen, Kreditkartenschulden und Autofinanzierungen jetzt auch die Ausfälle bei Studentenkrediten in den USA massiv zugenommen haben. Die Zahl der Kreditausfälle habe in einigen der staatlichen und privaten Programme um teilweise mehr als ein Viertel zugenommen, berichtete das „Wall Street Journal“

Eine neue Welle von Herabstufungen des Ratings von Anleihen mit Immobilienunterlegung habe seit Mitte Oktober eine „zweite Phase einer breiten Marktschwächung ausgelöst“, so die BIZ. Zwischen dem 11. und 19. Oktober hatten Moodys und Standard&Poor’s jeweils rund 2 500 „subprime bonds“ weiter herabgestuft. Davon betroffen war ein Anleihevolumen von 80 Mrd. Dollar. Bei den im letzten Jahr emittierten Anleihen mit Subprime-Hypothekenunterlegung, die ein Rating von AA aufwiesen, haben Investoren nach Berechnungen der BIZ auf marktnaher Bewertung von Ende August bis Ende November 2007 30 Prozent verloren. Projektionen der BIZ suggerieren weiterhin, dass schon kleine Veränderungen in der Performance verbriefter Hypotheken relativ großen Einfluss auf Instrumente am Ende der Verbriefungskette haben können. Dies, so die BIZ-Experten, erklärt einen Teil der vorherrschenden Unsicherheit.

Um dieser Unsicherheit entgegenzuwirken wird das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) heute Richtlinien für die Bewertung und Verbuchung der von der Krise betroffenen Wertpapiere durch die Banken vorlegen. „Wir gehen davon aus, dass dies eine wichtige Hilfestellung für die Institute sein wird", sagt Katrin Rohmann, Partnerin bei der Wirtschafstprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche. Eine wirklich einheitliche Vorgehensweise bei allen Banken wird dadurch jedoch nicht erreicht. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Mueller hatte im Herbst eine Einigung von Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsbehörden auf Vorgaben zum Umgang mit der Krise gefordert. Dies lehnen die Behörden jedoch ab. „Das ist wegen der Heterogenität der Wertpapiere kaum möglich“, sagte Adelheid Sailer-Schuster, Direktorin in der Bankaufsicht der Bundesbank. Auch Forderungen, die Aufsicht möge Vorgaben zur Preisfindung bei der Papieren machen, wies sie zurück. „Da muss der Markt entscheiden“, sagte sie.

Handelsblatt: Herr Mattern, Sie sind zur rechten Zeit Chef von McKinsey in Deutschland geworden. Ihr Rat als Bankenexperte müsste in der Branchenkrise doch sehr gefragt sein.

Mattern: Dafür hätte ich nicht Office Manager von McKinsey werden müssen. Das mache ich schon seit 17 Jahren.

Dann geben Sie uns doch mal eine Einschätzung, ob das Schlimmste überstanden ist.

Wenn Sie die Turbulenzen auf den Finanzmärkten meinen: schwer zu sagen. Das wahre Ausmaß wird sich vielleicht erst mit Vorlage der Bilanzen für 2007 offenbaren. Quartalsergebnisse können da nur Hinweise geben.

Und da vermuten Sie noch Leichen im Keller?

Wir werden die eine oder andere Überraschung erleben, da bin ich sicher.

Weil die Wirtschaftsprüfer im Rahmen des Impairment Tests eine abschließende Bewertung der Wertpapieranlagen machen müssen?

Ja, die wirklich entscheidende Frage lautet doch, wie verlässlich sind unsere Bewertungsmodelle für solche strukturierten Wertpapiere? Die große Nachricht hinter den täglichen Schlagzeilen ist doch, dass auf einmal Papiere mit erstklassigen Ratings nicht mehr zu jedem Zeitpunkt einen Preis haben oder nirgendwo mehr einen Investor finden. Es gibt nicht mehr die gute alte Welt, in der zu Anschaffungskosten bilanziert wird. Jetzt gelten Marktpreise. Wo aber nehmen wir die her, wenn Wertpapiere selten oder gar nicht gehandelt werden?

Werden in den Wertpapieranlagen der Banken also Scheinwelten bilanziert, weil die Finanzmodelle bislang versagen?

Die Weiterentwicklung unserer Bewertungsmethoden ist eine wesentliche Frage, die sich meiner Ansicht nach stellt.

Wann haben wir Klarheit?

Wie gesagt, ich hoffe im ersten Quartal nächsten Jahres. Das Ungewöhnliche an dieser Krise ist, dass sie schon sehr lange dauert. Normalerweise sind Finanzmarktkrisen, die mit gewisser Regelmäßigkeit auftreten, nach wenigen Wochen vorbei.

Hat die Subprime-Krise auch strukturelle Probleme der Finanzbranche offen gelegt?

Was wir gesehen haben, ist ein Erdbeben im Weltfinanzsystem mit massiven Veränderungen: Ein relativ eingrenzbares und absehbares Problem mit US-Subprime-Krediten löst größere Probleme in anderen, scheinbar nicht betroffenen Finanzmärkten aus. Das System der Risikostreuung durch Verbriefung und Ausplatzierung von Risiken hat keine Absicherung bewirkt, sondern genau das Gegenteil.

Und welche Folgen wird das konkret für die Banken haben?

Zunächst einmal: Das Geschäftsmodell der Ausplatzierung von Krediten wird nicht mehr so wachsen wie erwartet.

Ist es tot?

Nein. Das Geschäftsmodell wird sich weiter entwickeln. Eine wenig transparente Verpackung von Krediten in Verbriefungen wird der Markt nicht mehr akzeptieren. Verbriefungen haben zwar eindeutige Vorteile. Sie streuen Risiken....

.... handeln sich aber massive Liquiditätsprobleme ein, wie die Kreditklemme zeigt.

Darin liegt ja die eigentliche Überraschung. Es stellt sich plötzlich heraus, dass ein Geschäftsmodell, an das Banken, Investoren und Ratingagenturen fest geglaubt haben, so nicht tragfähig ist. Selbst Papiere mit allerbester Bonität sind nicht mehr ohne erhebliche Preisabschläge handelbar. Das hätte sich bis vor kurzem niemand vorstellen können. Vertrauen ist bekanntlich ein scheues Reh. Es kann lange dauern, bis es wieder da ist.

Banken sind keine anonymen Wesen. Manager bewerten Risiken. Haben die versagt?

Die Geschichte der Finanzmärkte hat immer wieder Exzesse gesehen. Das steckt in ihrer Natur. Es wird immer wieder Menschen geben, die Risiken eingehen, die sie nicht abschätzen können. Genau das haben wir diesen Sommer erlebt.

Man hat aber schon das Gefühl, das Rad wird immer größer, die Geschäfte damit riskanter.

In den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren sind die Verschuldungshebel an den Finanzmärkten sehr viel größer geworden. So lassen sich zwar eindrucksvolle Wertsteigerungen erzielen. Aber wer sich in der Betriebswirtschaft auskennt, der weiß, das geht auch mal nach hinten los.

Interessanterweise sind in Deutschland vor allem öffentlich-rechtliche Banken von der Kreditkrise betroffen.

Das liegt auch daran, dass zum Beispiel die meisten Landesbanken durch ihre Fokussierung auf das Wholesale-Geschäft nur geringe Erträge erwirtschaften. Diese Sonderstruktur macht sie anfälliger, wenn risikoreiche Geldgeschäfte in großem Stil auf dem internationalen Kapitalmarkt nicht die gewünschten Erwartungen erfüllen.

Halten Sie es für eine gute Idee, dass die am stärksten getroffenen Banken SachsenLB und IKB mit staatlicher Hilfe vor der Pleite bewahrt werden?

Wenn Banken in Schwierigkeiten geraten, braucht man Rettungsmechanismen, um einen noch weiter gehenden Vertrauensverlust zu verhindern. Man kann die Banken nicht einfach untergehen lassen, das verträgt das System nicht.

Beschleunigt die Krise die Bankenkonsolidierung in Europa?

Wahrscheinlich, ja. Die Folge der Krise sind weltweit deutlich gesunkene Aktienkurse der Banken. Deshalb werden jetzt überall mögliche Übernahmeszenarien durchgerechnet. Ich erwarte in den nächsten anderthalb Jahren mehr Transaktionen. Vorausgesetzt natürlich, dass mit Vorlage der Bilanzen die wesentlichen Risiken bewertet und Unklarheiten beseitigt sind. Die interessanten Kaufobjekte liegen in den wachstumsstarken Märkten wie z.B. Osteuropa.

Und speziell in Deutschland?

Der Konsolidierungsbedarf ergibt sich aus den im internationalen Vergleich niedrigen Inlandsmarktanteilen. Die Finanzkrise wird aus heutiger Sicht keine großen Auswirkungen auf die Struktur der privaten Banken in Deutschland haben.

Konsolidierungsbedarf ist aber weiter vorhanden?

Unsere Bankenlandschaft ist zu kleinteilig - keine Frage. Die Konsolidierung in Deutschland wird jedoch nicht durch die Subprimekrise allein ausgelöst. Wir analysieren gerade die Entwicklung der deutschen Bankenlandschaft im Rahmen unseres Projekts "Deutschland 2020". Es ist eine, wenn Sie so wollen, Vision unseres Wirtschaftsstandorts. Wir brauchen einen gesunden und wachsenden Bankensektor. Unser viel geschmähtes Drei-Säulen-Modell ist dabei nicht das Kernproblem der deutschen Finanzindustrie. Jeder Sektor ist groß genug, um aus sich heraus einen Champion hervorzubringen.

Außer der Deutschen Bank gibt es derzeit keine auch international gewichtigen Spieler in Deutschland.

Tatsache ist, dass der Finanzsektor in Ländern wie Großbritannien oder den USA in den letzten Jahren ein bedeutender Treiber des Wirtschaftswachstums war. Nicht so in Deutschland. Das ist das Problem.

Dafür dürfte es jetzt auch zu spät sein.

Warum? Ich würde nicht in Defätismus verfallen. Vor kurzem ist mir zuhause ein altes Buch wieder in die Hände gefallen. "Made in America" beschrieb Ende der achtziger Jahre den unaufhaltsamen Niedergang der amerikanischen Industrie. Genau das Gegenteil ist passiert. Ich gebe aber zu, dass wir im Moment noch nicht die Voraussetzungen für einen blühenden Finanzsektor haben.

Bei den Landesbanken zeichnen sich erste Tendenzen einer Neuordnung ab.

Noch gibt es bei den Landesbanken kein Institut von europäischer Größenordnung. Es ist zu hoffen, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt. Wir sollten das Potenzial der Landesbanken nicht unterschätzen. Wenn man das Eigenkapital der drei größten Institute zusammennimmt, kommt man schon an die Deutsche Bank heran.

Und bei den Privaten?

Dort ist neben der Entwicklung im Inland die künftige internationale Ausrichtung von großer Bedeutung. Der deutsche Markt wird zwar wachsen, schneller wachsen werden aber die Bankenmärkte in Osteuropa und Asien. So haben z.B. die österreichischen Banken eine enorme Wertsteigerung erlebt, weil sie Osteuropa rechtzeitig als Markt erschlossen haben.

Sollte der Staat ein wenig nachhelfen bei der Neuordnung der Bankenlandschaft?

Wir brauchen in Deutschland einen Finanzsektor, der international auf Augenhöhe agieren kann. Das Potenzial für mehrere internationale Banking Champions, die europaweit konkurrieren können, ist vorhanden. Es wäre ein Fehler, den Markt nur ausländischen Banken zu überlassen. Die Chefs der deutschen Großunternehmen haben schon einmal, Anfang des Jahrtausends, klargestellt, dass sie nicht ausschließlich von Finanzierungsentscheidungen in London abhängig sein wollen. Das gilt bis heute. Es wäre aber eher kontraproduktiv, wenn der Staat eine gestaltende Rolle im Bankensektor übernähme.

Klare Absage an jedwede staatliche Industriepolitik?

Der Staat setzt Rahmenbedingungen. Er muss keine Steuergelder im Bankenmarkt investieren. Dafür gibt es genügend privates Kapital.

Was halten Sie von der aktuellen Debatte um den Schutz vor Staatsfonds, Goldene Aktien und Investitionskontrollen?

Der Staat sollte nicht in aller Breite versuchen, Eigentumsstrukturen der Wirtschaft zu gestalten. Der Staat hat zwar ein nachvollziehbares Interesse an der Verteidigungsindustrie, an der Infrastruktur, bei Rohstoffen oder technologischen Schlüsselindustrien. Selbst liberale Länder wie Großbritannien oder die USA haben Auflagen für strategische Industrien. Die Finanzindustrie zählt aus meiner Sicht nicht dazu.

Das Gespräch führten Rolf Benders und Dieter Fockenbrock.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Immobilienkrise: "Das Schlimmste kommt noch".

Gefunden bei sueddeutsche.de:

30.11.2007 07:00 Uhr
Die verlorene Wette

Die Banken hatten mit ständig steigenden Häuserpreisen gerechnet - jetzt bekommen sie die Quittung. Experten befürchten eine Weltwirtschaftskrise "wie in den dreißiger Jahren"
Von Claus Hulverscheidt

Wenn jemand weiß, dass Politiker jedwede Aussage zur Entwicklung an den Weltfinanzmärkten sorgfältig wägen sollten, dann ist es Lawrence Summers. Während seiner Zeit als Finanzminister Bill Clintons reichte oft ein einziger Satz von ihm, um die Kurse an den Aktien- oder Devisenbörsen in die Höhe schießen zu lassen oder aber auf Talfahrt zu schicken.

Vielen Finanzministern, auch den deutschen, passierte Ähnliches, meist zu Beginn ihrer Amtszeit: "Herr Minister, Sie haben gerade aus Versehen den Dollar versenkt", ist einer der Sätze, die Theo Waigel ebenso zu hören bekam wie Hans Eichel oder Peer Steinbrück. Das prägt.

Das Schlimmste kommt noch
Umso mehr horchen die Kapitalanleger in aller Welt auf, wenn einer der Herren plötzlich Klartext redet - selbst Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. In einem Beitrag für die englische Zeitung Financial Times schrieb Lawrence Summers diese Woche, er halte die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt für so gravierend, dass "die Negativfolgen noch über das Ende des Jahrzehnts hinaus spürbar bleiben" könnten.

Die Sorge scheint berechtigt zu sein: Noch vor Wochen sah es so aus, als würden die Verluste im Geschäft mit US-Hypothekendarlehen geringer Bonität zwar die Bilanzen einiger Banken ramponieren, nicht aber die Weltwirtschaft insgesamt beeinträchtigen.

Nach immer neuen Enthüllungen, neuen Wertberichtigungen und neuen Verlusten der Finanzhäuser aber glaubt kaum noch jemand an diese optimistische Variante. Im Gegenteil: Viele Experten fürchten nun, dass das Schlimmste noch bevorsteht.

Nach Schätzung von Fachleuten werden die Banken in aller Welt zwischen 300 und 500 Milliarden Dollar verlieren, weil sie sich - vereinfacht gesagt - mit Wettgeschäften auf immer weiter steigende Häuserpreise in den USA verspekuliert haben. Bis heute haben die großen Kreditinstitute aber lediglich Ausfälle von insgesamt rund 50 Milliarden Dollar eingestanden. Das heißt nichts anderes, als dass bislang erst die Spitze des Eisbergs zu sehen ist.

Für diese These spricht, dass die Banken erst Geschäftszahlen bis Ende August oder Ende September vorgelegt haben. Seither hat sich die Krise aber weiter verschärft. Zudem stehen den amerikanischen Immobilienbesitzern im ersten Quartal 2008 kräftige Zinserhöhungen bevor. Viele von ihnen werden ihre Kredite dann nicht mehr bedienen können.

Damit kommt ein Kreislauf in Gang, der sich zunehmend selbst beschleunigt: Die Zahl der Zwangsvollstreckungen, die schon 2007 bei 1,35 Millionen liegen wird, steigt, der Wert der Häuser und der damit abgesicherten Wertpapiere sinkt weiter. Summers zum Beispiel verweist auf Prognosen, nach denen die Immobilienpreise in den nächsten Jahren USA-weit um 25 Prozent fallen könnten. Schon gibt es Befürchtungen, dass viele Amerikaner nach ihren Häuserkrediten als nächstes ihre Auto-Darlehen nicht mehr werden bedienen können.

Das jedoch ist nicht der einzige Punkt, an dem der Funke von der Finanz- auf die sogenannte Realwirtschaft überspringen könnte. Der Wertverlust ihrer Häuser zwingt schon heute viele US-Bürger dazu, ihre Konsumausgaben einzuschränken. Das trifft nicht nur die heimische Industrie, sondern auch die Hersteller im Ausland, also unter anderem die exportorientierten deutschen Unternehmen.

Zugleich sind die Banken in den Vereinigten Staaten wie anderswo gezwungen, Risikorückstellungen für mögliche Verluste im US-Hypothekengeschäft zu bilden. Damit wird Geld gebunden, das eigentlich für die Kreditvergabe an die Industrie vorgesehen war.

Rettungsanker Staatsfonds
Weil weniger Mittel zur Verfügung stehen, werden Darlehen teurer und Investitionen für die Unternehmen unattraktiver. Zudem leihen sich die Banken auch untereinander kaum noch Geld, weil jeder an der Kreditwürdigkeit des anderen zweifelt.

Zu den wenigen Hoffnungsträgern zählen derzeit ausgerechnet Staatsfonds aus den arabischen Ländern und China, die im Westen bislang als mögliche trojanische Pferde ihrer Regierungen galten. So stieg die staatliche Investmentgesellschaft Abu Dhabis mit 7,5 Milliarden Dollar bei der größten amerikanischen Bank, der Citigroup, ein.

Der US-Ökonom Michael Burda von der Berliner Humboldt-Universität ist trotz solcher Hoffnungsschimmer noch pessimistischer als Summers. Er befürchtet eine Weltwirtschaftskrise "wie in den dreißiger Jahren". Da hilft es auch nicht, dass es neben den vielen Verlierern der aktuellen Krise auch eine Handvoll Gewinner gibt: Der erst vor einem Jahr aufgelegte Hedge-Fonds Lahde Capital etwa wettete konsequent auf sinkende US-Häuserpreise. Rendite: 1000 Prozent.

(SZ vom 30.11.2007/sho)

Kann Paulson's Rettungsplan funktionieren?

... die Meinungen dazu sind eher kritisch. Dazu drei Artikel aus unterschiedlichen Quellen.

Gefunden bei sueddeutsche.de:


04.12.2007 07:00 Uhr
US-Immobilienkrise
Allianz der Hoffnung

Banken und die Regierung wollen den klammen Hausbesitzern in Amerika helfen. Doch das Rettungspaket ist umstritten - und die Krise längst zu einem Thema im Präsidentschaftswahlkampf geworden
Von Nikolaus Piper

Die Zahlen jagen manchen an der Wall Street Schauer über den Rücken: Bei über zwei Millionen zweitklassiger Hypothekendarlehen werden im nächsten Jahr die Zinsen steigen, teils dramatisch. Viele Hausbesitzer werden sich Zins und Tilgung nicht mehr leisten können und mit ihren Zahlungen in Rückstand kommen. Dabei geht es um Kredite von insgesamt 362 Milliarden Dollar, eine Summe, die ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt von Dänemark entspricht.

Was mit den kritischen Hypotheken geschieht, ist zu einer Schlüsselfrage für die amerikanische Wirtschaft geworden. An ihr hängt nicht nur das Schicksal von zwei Millionen Familien, sondern auch die Konjunktur des Landes.

Je mehr Familien zahlungsunfähig werden, desto größer sind die Verluste an der Wall Street und desto größer das Risiko, dass die Vereinigten Staaten doch noch in eine Rezession rutschen. Weil dies so ist, hat sich die Regierung George Bush nach monatelangem Zögern jetzt massiv in die Hypothekenfrage eingeschaltet.

Pause bei den Zinsen
Finanzminister Hank Paulson verhandelt mit einer Gruppe von Banken und Wertpapier-Spezialisten über einen Plan, nach dem die Zinsen für bedrängte Schuldner bis zu sieben Jahre lang eingefroren werden sollen. Die Koalition aus Regierung und Finanzbranche trägt den Namen "Allianz Hoffnung jetzt" und wird die Details des Plans noch in dieser Woche veröffentlichen.

Im Zentrum steht dabei ein fragwürdiges Kreditinstrument, das die Geldverleiher besonders 2005 und 2006 millionenfach verkauft haben: Hypotheken mit anpassbarem Zinssatz. Dabei handelte es sich um Hausdarlehen an weniger solvente Kunden, die entsprechend riskant und teuer sind.

Das Besondere daran ist, dass die wahren Kosten verdeckt werden durch eine meist zweijährige Phase, in der die Schuldner nur einen niedrigeren Lockzins zahlen müssen. Wenn der ausläuft, wird der Kredit umso teurer.

Typischerweise beginnt so ein Darlehen bei sieben bis acht Prozent und springt dann auf 9,5 bis elf Prozent, die 30 Jahre lang zu zahlen sind. Hohe Gebühren, die im Falle einer vorzeitigen Kündigung fällig werden, hindern die Kunden daran, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Solche Kredite haben viele ärmere Familien aufgenommen, besonders Einwanderer aus Lateinamerika. Die Geldverleiher haben die Zinsen mit dem anpassbaren Zinssatz aber auch Kunden aufgedrängt, deren Solvenz eigentlich für eine ganz normale, billigere Hypothek gereicht hätte. Schließlich sind auch Wohlhabende in die Zinsfalle getappt: Sie spekulierten auf weiter steigende Immobilienpreise und kauften Häuser praktisch ohne Eigenkapital, um sie hinterher teurer weiterzuverkaufen. Nun ist die Spekulationsblase geplatzt und die Kreditnehmer verlieren viel Geld.

Bei dem Plan von Finanzminister Paulson und den Banken geht es darum, für bestimmte Familien die Festzinsphase zu verlängern. Dabei sollen möglichst nur jene begünstigt werden, die gerade noch zahlungsfähig sind, die aber durch zwei oder drei Prozentpunkte Zinsunterschied in Not geraten. Ob dies gelingt und wie groß die Gruppe der Begünstigten sein wird, hängt von den noch unveröffentlichten Details des Plans ab.

Bereits jetzt schon ist das Rettungsprojekt an der Wall Street heftig umstritten. Einige Kritiker halten den Plan lediglich für einen Trick, der es den Banken erlaubt, den Tag der Wahrheit hinauszuschieben, an dem sie die Kredite in ihren Büchern abschreiben müssen. Andere halten genau dies für sinnvoll, denn auf diese Weise gewinnen alle Beteiligten Zeit. So oder so wird der Hilfsplan innovativ sein müssen.

Wertpapiere in aller Welt verstreut
Das entscheidende Problem: Die Kredite liegen überwiegend nicht bei den Instituten, die sie einst verkauft haben, sondern wurden in Wertpapiere verwandelt und rund um den Globus verkauft. Es ist daher unmöglich, alle Gläubiger an einen Tisch zu bekommen. Wenn die Großen des Geschäfts, von Citigroup über Countrywide bis zu Wells Fargo, über eine Zinspause reden, verhandeln sie auch über das Geld nicht beteiligter Aktionäre und Investoren.

Hier können schwierige Rechtsfragen auftreten. Entscheidend wird sein, dass die beiden großen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac bei der Allianz mitmachen. Sie haben zusammen ungefähr 15 Prozent aller US-Hypotheken aufgekauft.

Andererseits stehen alle Beteiligten unter großem ökonomischen und politischen Druck. Die Hypothekenkrise ist längst zu einem Thema im Präsidentschaftswahlkampf geworden. Die demokratische Favoritin Hillary Clinton hat weitreichende Eingriffe in den Markt gefordert. Sollte sich die Branche jetzt nicht mit Hank Paulson einigen, dürfte der Kongress eine Reform des Konkursrechts beschließen, die es einzelnen Richtern überlassen würde, für bedrängte Schuldner Zinssenkungen anzuordnen. Vermutlich würde dies für die Finanzbranche wesentlich teurer.

(SZ vom 4.12.2007/sho)


Gefunden bei ftd.de:

Das Kapital
Der verzweifelte Versuch einer Rettung
Der Plan des US-Finanzministeriums, den von Zinserhöhungen bedrohten US-Eigenheimbesitzern aus der Patsche zu helfen, soll den Steuerzahler angeblich nichts kosten. Weitere Themen in diesem Kapital: Investmentbanking in Asien und Randstad/Vedior.

Das Vorhaben "schließt die Aufwendung von Steuergeldern sowohl für die Finanzierung als auch für die Subventionierung von Branchenmitgliedern oder Hauseigentümern aus", so jedenfalls Finanzminister Henry Paulson. Recht so, möchte man rufen. Fragt sich nur, wie die US-Regierung dann das sogenannte Trittbrettfahrerproblem umgehen will. Denn jeder einzelne Hypothekenfinanzierer hat ja einen Anreiz, nur die anderen die Zeche zahlen zu lassen - und dennoch von den vermeintlichen Vorzügen des Hilfsplans zu profitieren. Wenn alle anderen mitmachen, würde das ohnehin helfen, den Hausmarkt, die Wirtschaft, die Zahlungsausfälle, die Risikoprämien sowie die strukturierten Hypothekenverbriefungsmärkte zu stabilisieren, nicht wahr? Jede Bank wird sich da fragen: Warum also selbst mitmachen? Im Gegenteil: Setzt die eigene Hypothekenbank die Zinssätze für ihre Kreditnehmer wie vertraglich vereinbart nach oben, fällt das gesamtwirtschaftlich kaum ins Gewicht. Solange die anderen mitmachen, würde jede einzelne Bank sogar doppelt gewinnen, wenn sie außen vor bleibt.

Da aber jede einzelne Hypothekenbank so denken wird, kann der Plan eigentlich nur zum Scheitern verurteilt sein. Das gilt zumindest dann, wenn man von gesetzlichen Zinsvorgaben und einem entfesselten patriotischen Akt des kollektiven Edelmuts absieht. Es sei denn, der Staat gibt jeder einzelnen Bank eben doch fiskalische Anreize, damit sich die Teilnahme an dem Programm für sie tatsächlich lohnt. So sehr der Staat auch versicherte, dass dies eine einmalige Hilfsaktion sei, bestünde dann allerdings die Gefahr, dass Kreditnehmer und -geber das Signal so auffassen: Langt nur weiter zu, denn im Fall der Fälle steht der Staat für euch ein. Das Ergebnis wäre die Aushebelung des marktwirtschaftlichen Systems - mit weitreichenden Konsequenzen für Wirtschaft, Inflation, Dollar und Aktien.

Gut möglich, dass die Anleger auf derlei Bedenken pfeifen und die Finanzwerte noch einmal suchen, wenn die Details des Rettungsplans "bald" vorgestellt werden. Kluge Anleger sollten sich dann entsinnen, dass die Kreditkrise nicht auf US-Ramschhypotheken beschränkt ist. Die Schulden der US-Wirtschaft belaufen sich auf mehr als 300 Prozent des BIPs. Auf mehr als eine kurzfristige Erholung der Finanzwerte sollte man da nicht hoffen.
...


Gefunden bei bloomberg.com:

Paulson Subprime Plan Offers Little Aid, Analysts Say (Update2)
By Jody Shenn

Dec. 3 (Bloomberg) -- U.S. Treasury Secretary Henry Paulson's negotiations with banks to freeze payments on certain subprime home loans will offer little aid to borrowers, Barclays Plc and UBS AG bond analysts say.

Paulson's plan is aimed at borrowers with ``steady incomes and relatively clean payment histories'' who are able to repay adjustable-rate loans only if their payments don't rise, he said today at a conference in Washington. In a later interview, he wouldn't ``put a number'' on how many loans would be affected.

Few homeowners may qualify for the proposed aid and many are likely to default even before rates reset higher, Barclays analysts wrote in a report today.

``The subprime reset plan, as it currently stands, is unlikely to be a big help,'' New York-based Barclays analysts Ajay Rajadhyaksha and Sharon Greenberg wrote.

Most borrowers who would be helped by the plan would have their loans reworked without a coordinated effort, UBS's Thomas Zimmerman wrote Nov. 30. Details of the Paulson proposal haven't been announced.

Subprime loans, given to people with poor or limited credit histories or high debt, typically offer a low introductory rate for the first two or three years. The rate then resets for the duration of the mortgage, usually 30 years. About 100,000 such loans will reset each month over the next two years, UBS says.

Servicers, the companies in charge of managing outstanding mortgages, won't necessarily do as many modifications as they should without government intervention, said Larry Litton Jr., president of Litton Loan Servicing LP in Houston.

`Part of the Crowd'
``There continues to be apprehension in the servicing world'' about whether modifying loans in securities before borrowers turn delinquent will lead to accounting problems or investor lawsuits, he said. ``Now, you're part of the crowd.''

His company, which oversees $46 billion of subprime or delinquent loans, modified 4,500 mortgages last month, including 2,000 whose borrowers were current. Litton's company is being sold by Credit-Based Asset Servicing and Securitization LLC for about to an unidentified buyer.

Only 12 percent of all securitized subprime adjustable-rate loans in California would qualify for fixed payments under a similar agreement between the state and four mortgage servicers last month, the Barclays analysts wrote, based on an announcement saying the deal applies to borrowers who occupy homes, have been making on-time payments and can't afford higher rates.

Home Price Declines
Assuming that half of subprime balances default or are repaid before rate resets, another 30 percent of borrowers don't qualify because they've missed payments and 20 percent of modified loans eventually default anyway, the Paulson plan only eliminate losses of 60 cents per $100 of subprime loans, versus a total that may be as high as $18 to $20, they wrote.

The extent of home price declines and economic conditions will have a ``far greater impact'' on the rates of loan modifications and foreclosures, wrote UBS's Zimmerman, who is also based in New York.

``I think it's lip service and essentially not meaningful,'' said Michael Burry, president of Cupertino, California-based hedge-fund firm Scion Capital LLC, which manages about $1 billion. ``It will only help those who don't need to be helped.''

Scion's Value Fund gained 85 percent during the first nine months of 2007, helped by bets that subprime-mortgage defaults would rise, according to an Oct. 17 investor letter.

California's agreement with servicers including Litton and Countrywide Financial Corp. was ``only incrementally new news'' because it leaves the details of which borrowers qualify to loan servicers, New York-based Credit Suisse Group analysts led by Rod Dubitsky wrote in a Nov. 30 report.

Regulatory Pressure
If the Treasury plan lays out specific details regarding which borrowers should qualify, ``it should significantly reduce modification cost,'' potentially encouraging more loan reworking, they wrote. Regulatory pressure may also prod a ``minimal'' increase in loan modifications, UBS's Zimmerman said.

``The only way to ensure a major increase in modifications is for the Federal government to impose a massive, wholesale modification, but that would call into question the sanctity of the legal documents of securitization,'' he wrote. ``From all reports no one is seriously considering such an approach.''

For less-senior classes of bonds created in securitizations of subprime mortgages, any potential reduction in losses from government-sponsored modifications probably won't be enough, Deutsche Bank AG analysts including Karen Weaver and Anthony Thompson wrote in a report today.

Collateralized Debt Obligations
``No amount of government intervention less a complete bailout will save'' subprime-mortgage bonds that originally carried low-investment-grade ratings, they wrote.

Such bonds serve as the holdings of a type of collateralized debt obligation that accounts for about half of the $650 billion of the asset-backed-bond CDO market, the largest source of losses for banks. Higher-rated bonds from those CDOs also account for some of the holdings of other categories of CDOs, which repackage assets such as mortgage bonds and buyout loans into new securities with varying risks.

Modifying loans too aggressively may harm mortgage-bond investors more than it helps them, and not just because the action may reduce payments from borrowers who don't need the help, said David Stevens, head of a home-lending venture for Fairfax, Virginia-based realty firm Long & Foster Cos.

``In more cases than not, you're either deferring a problem that will end up being more costly'' because of declining home prices or issues that can't be cured, or cutting borrower payments unnecessarily, said Stevens, who once held executive roles at a servicer purchased last year by Charlotte, North Carolina-based Wachovia Corp.

To contact the reporter on this story: Jody Shenn in New York at jshenn@bloomberg.net
Last Updated: December 3, 2007 18:10 EST

Montag, 26. November 2007

Teleopolis: Conduits, ABCP-Programme und CDOs

Gefunden bei Telepolis:

Conduits, ABCP-Programme und CDOs

Rainer Sommer 09.11.2007
Die Subprime-Verluste waren nur der Auslöser der Krise, meint Fed-Cef Bernanke. Was das Finanzsystem tatsächlich ins Wanken brachte, waren die neuen Finanzinstrumente, mit denen die großen Investmentbanken seit Jahren Rekordgewinne erwirtschafteten
Die ausstehenden Subprime-Hypotheken sollten in diesem Jahr insgesamt kaum mehr als 100 Mrd. USD an Zinszahlungen generieren, wovon maximal ein Betrag in der Größenordnung von vielleicht 20 Mrd. USD ausfallen dürfte. Laut Deutsche Bank Analyst Michael Mayo könnten die Abschreibungen auf Subprime-verbundene Anlagen im 2. Halbjahr 50 Mrd. USD erreichen, und Analyst Matt King von der Citigroup rechnet sogar mit 64 Mrd. USD. Und egal, wie viel die Banken letztlich in die Bücher nehmen werden, es dürfte jedenfalls deutlich über den tatsächlich anfallenden Verlusten liegen. Warum die Banken gut das Dreifache davon werden verbuchen müssen, liegt daran, dass nun ein großer Teil der umlaufenden Finanzanlagen im Lichte der hohen Delinquenzraten neu bewertet wird. Und da die Modelle fragwürdig geworden sind, mit denen die Werte bislang berechnet wurden, weiß in weiterer Folge keiner, wo diese Verluste letztlich gelandet sind und wer dafür gerade stehen muss.

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke bezeichnet die eigentlichen Subprime-Verluste als geringfügig im Vergleich mit dem Gesamtmarkt und nur als Auslöser einer Krise, die systemische Ursachen habe und vor allem mit den außerbilanziellen ABCP-Programmen der Banken und den Märkten für "collateralized debt obligations" (CDOs) zusammen hänge.

Durch diese Instrumente verbinden die Investmentbanken die Kreditkonsumenten mit dem Geldmarkt, was ihnen bis vor kurzem riesige Gewinne eingebracht hatte. Diese nur professionellen Investoren zugänglichen Kreditprodukte haben in den letzten Jahren fast exponentielle Zuwachsraten verzeichnet. Unbemerkt von der Öffentlichkeit sind sie zudem zu bestimmenden Elementen des internationalen Finanzsystems geworden, die sich allerdings der regulativen Kontrolle weitgehend entzogen hatten. Gleichzeitig ist aber auch ein System entstanden, das so komplex ist, das mittlerweile offenbar auch etliche Akteure die Übersicht verloren haben.

Im Zentrum der neuen Finanzwelt stehen die außerbilanziellen Sondergesellschaften der Banken. Denn um ihr teures Eigenkapital zu schonen (bzw. die Eigenkapitalrentabilität zu erhöhen), haben praktisch alle größeren Finanzinstitute in den westlichen Industriestaaten so genannte "conduits" (engl.: Kanal, Röhre, Durchleitung) etabliert, die ein Portfolio aus langfristigen Anlagergütern (z.B. Hypothekarkredite) mit der Emission von kurzfristigen "asset backed commercial papers" (ABCP) finanzieren. So wie die normalen "commercial paper" (CP) sind ABCPs vorrangige, kurzfristige Zahlungsverpflichtungen, wie sie traditionell von Unternehmen emittiert werden um ihre Umlaufvermögen zu finanzieren. Gehandelt werden diese Schuldtitel mit zumeist drei bis neun Monaten Laufzeit am Geldmarkt, wobei Geldmarktfonds die wichtigsten Abnehmer sind.

Die heutigen Conduits gehen auf CP-Produkte zurück, die die Geschäftsbanken in den späten 1980er Jahren entwickelt hatten, um Unternehmen günstige Finanzierung auf LIBOR-Niveau anzubieten. Die Rückzahlung diese ersten ABCPs wurde (unter anderem) durch einen genau spezifizierten Pool an Forderungen garantiert, der aus offenen Forderungen der beteiligten Unternehmen bestand. Für die "Sponsor"-Bank hatte das den Vorteil, besicherte Unternehmensfinanzierungen außerhalb der eigenen Bilanz anzubieten, die sie andernfalls – trotz z.B. identischer Besicherung - mit teurem Eigenkapital unterlegen müsste. Unternehmen ohne "prime-1"-Rating, deren Bonität und Größe nicht ausreicht, um ein eigenes CP-Programm aufzulegen, konnten sich hingegen über ein Conduit zu ähnlich günstigen Konditionen finanzieren, wie die großen Multis.

Bald wurde dieses Geschäftsmodell nicht nur zur Unternehmensfinanzierung, sondern auch von Hedgefonds und Banken für außerbilanzielle Arbitrage-Strategien genutzt. Die ABCP-Programme finanzierten nun Portfolios aus hochgradigen Anleihen ("security arbitrage"), oder aus Krediten ("credit aritrage"), die von den Banken selbst generiert oder am Markt eingekaufte worden waren.

SVPs haben in der Regel keine eigenen Mitarbeiter, sind nur minimal mit Eigenkapital ausgestattet und in einer regulativ/steuerlich günstigen Lokation angesiedelt, etwa auf den Cayman-Inseln, den Bermudas oder im US-Bundesstaat Delaware. Typischerweise werden die ABCP-Emissionserlöse dazu verwendet, abreifende ABCPs zu tilgen ("rolling"). Es bestand ein lebhafter Markt für diese kurzfristigen Schuldtitel, die bis zum Ausbruch der Krise als extrem sicher galten, und in dem es auch tatsächlich bislang noch nicht zu substantiellen Ausfällen gekommen ist. So waren 1992 gerade einmal 50 Milliarden USD an ABCP ausständig, während 2002 bereits ein Volumen von 700 Mrd. USD erreicht und der traditionelle CP Markt erstmals übertroffen wurde. Bis zum August 2007 hatte sich das (US-) Volumen nochmals verdoppelt und lag zuletzt bei über 1400 Mrd. USD, wobei der gesamte CP-Markt zu diesem Zeitpunkt insgesamt ein Volumen von 2,2 Billionen USD erreicht hatte.

Während der Bestand an ausstehenden normalen CPs im Laufe der Krise weitgehend unverändert geblieben ist - die übliche Unternehmensfinanzierung von den Finanzmärkten also weitgehend gewährleistet wurde -, waren ABCPs jedoch plötzlich unverkäuflich geworden. So ist das Volumen an ausstehenden ABCPs seither um rund 300 Mrd. USD zurückgegangen, was ungefähr den in diesem Zeitraum abgereiften ABCPs entspricht. Weitere rund 900 Mrd. USD werden übrigens innerhalb des nächsten halben Jahres fällig, und wenn sie nicht refinanziert werden können, müssen die von den Conduits gehaltenen Anlagen entweder in die Bücher der Sponsor-Banken, oder auf den Markt, was weitere Preiseinbrüche erwarten lässt.

Schwierigkeiten mit mathematischen Modellen
Auf der Asset-Seite vieler Conduits befinden sich zudem die von Bernanke genannten CDOs ("collateralized debt obligations"), für die kein geregelter Markt existiert und die daher bislang vor allem anhand mathematischer Methoden bewertet wurden. Diese CDOs, von denen laut Bank für internationalen Zahlungsausgleich im Vorjahr fast 500 Mrd. USD begeben wurden, sind langfristige Anleihen, die auf "Strukturen" basieren. Dabei erwirbt wiederum eine Sondergesellschaft zuerst ein Inventar an Forderungen und verteilt dann die daraus resultierenden Zahlungsströme und Risiken auf mehrere Tranchen, die gesondert verkauft werden.

Das höchste Risiko und den höchsten Zins bringt die "Senior"-Trache. Wenn deren Kapazität aufgebraucht ist, tragen die mittelriskanten Mezzanin-Tranchen die weiteren Ausfälle. Erst wenn derenr gesamtes Kapital aufgebraucht ist kann es bei den sichersten Tranchen zu Verlusten kommen. Geschützt durch diese Risikoträger galten die "Senior"-Tranchen bislang selbst dann als höchst solide, wenn sie auf einem Portfolio von ausschließlich schlechten Krediten basierten. Viele waren zudem mit einem Investment-Grade-Rating ausgestattet, wobei die Ratingagenturen oft aktiv beratend an der Konstruktion der CDOs beteiligt waren.

Wegen Top-Rating und dennoch etwas höheren Couponzahlungen wurden diese Senior-Tranchen stark von ABCP-Programmen nachgefragt, die darauf gestützt problemlos am umsatzstarken Geldmarkt platzieren konnten. Das wiederum motivierte die Investmentbanken dazu, sich massiv in diesem Markt zu engagieren. Durch die hohe Nachfrage nach CDOs bestand ebenso hohe Nachfrage nach verwertbaren Krediten, die dann auch um jeden Preis produziert wurden. Das geschah hemmungslos und nach entsprechend laxen Vergabestandards und teilweise sogar organisiert betrügerisch, wie der New Yorker Oberstaatsanwalt Andrew Cuomo meint.

Die Banken waren jedenfalls auf einen steten Strom an strukturierbaren Krediten angewiesen. Obwohl praktisch alle Arten an Unternehmens- und Konsumentenkrediten verwendet wurden, erwiesen sich offenbar zwei Bereiche als besonders ergiebig: Potentielle Hausbesitzer mit schlechter Kreditvergangenheit, die bislang nicht davon geträumt hatten, einen Kredit zu erhalten, und "leveraged loans", also Kredite, die zur fremdfinanzierten Übernahme von Unternehmen durch Private Equity Fonds dienen.

Als in ihren Folgen besonders unberechenbar erwies sich zudem die noch kompliziertere "synthetische" CDO-Variante. Weil dabei keine realen Forderungen eingekauft werden müssen, ist sie für die Investmentbanken wesentlich einfacher zu konstruieren. Ihre Tranchen sind aber noch viel schwerer zu bewerten als die normalen CDOs. Denn bei synthetischen CDOs werden keine Kredite vergeben, sondern "credit default swaps" (CDS) gekauft, mit denen das Ausfallrisiko von Krediten oder Anleihen übernommen wird. Statt einer Zinszahlung erhält der Zeichner eine jährliche Prämie, wobei das Risiko und die Zahlungsströme wieder auf einzelne Tranchen aufgeteilt werden.

Die Investoren in die riskanten "Junior"-Tranche müssen in der Regel das festgelegte maximale Verlustpotential als Kapital hinterlegen und bekommen es abzüglich etwaiger Verluste erst bei Abreifen des CDOs zurück. Für die nach statistisch-mathematischer Wahrscheinlichkeit als sicher geltenden Senior-Tranchen mussten hingegen eingangs oft keinerlei Zahlungen geleistet werden. Die Equity/Junior-Tranchen, von denen die emittierenden Banken einiges in die eigenen Bücher nehmen mussten, um das Vertrauen der Käufer zu stärken, gelten heute hingegen pauschal als "toxic waste" und sind unverkäuflich.

Noch Anfang August 2007 finanzierten also unzählige Conduits bunt gemischte langfristige Portfolios aus Anleihen, CDOs, synthetischen CDOs und realen Krediten. Das lebhafte Geschäft ließ besonders die Investmentbanker profitieren. So erhielten z.B. die Mitarbeiter von Investmentbank-Marktführer Goldman Sachs für das Jahr 2006 zusammen nicht weniger als 16 Milliarden USD an Erfolgsprämien.

Die Investmentmanager, die mit diesen Instrumenten handelten, errechneten den Wert der neuen Instrumente weitgehend anhand der selben mathematischen Modelle, so dass es Käufern und Verkäufern offenbar leicht fiel, sich einig zu werden und Geschäfte abzuschließen.

Dies allerdings nur in ruhigen Zeiten. Denn die meisten Modelle neigen dazu, die Zukunft als "zufällig" vorauszusetzen und eine bestimmte Wahrscheinlichkeitsverteilung anzunehmen. Das erweist sich in turbulenten Zeiten schlichtweg als falsch, so dass die Modelle ab August im Subprime-Bereich zur Preisfindung untauglich wurden. Dieses neue Bewusstsein der Investoren um die Fehlbarkeit der Modelle scheint das Misstrauen zudem vom Subprime-Segment zunehmend auf andere Finanzmarktsegmente mit komplizierten Verbriefungen übergreifen zu lassen.

Die Conduits haben eigentlich bankübliche Fristentransformation betrieben, allerdings mit wesentlich weniger strenger regulativer Aufsicht, Steuern und Overhead-Kosten, wobei die daraus resultierenden ökonomischen "Effizienzgewinne" wohl mehrheitlich im Finanzsektor verblieben sind. Die Banken wissen jetzt dafür weder genau, was die in ihren Bilanzen befindlichen Papiere wert sind, noch, wie viel Ausfallsliquidität sie für die von ihnen garantieren Conduits benötigen werden. Die Conduits können ihrerseits die ABCP-Investoren nicht von der Qualität ihre langfristigen Assets überzeugen und ihre ABCP-Schulden nicht prolongieren. Sie können auch keine CDOs kaufen, so dass die Investmentbanken auf den dafür vorgesehenen Krediten sitzen bleiben.

Da die Conduits nun ihre dubiosen Forderungen weder belehnen noch verkaufen können, müssen sie zudem ihre besten Anlagen auf den Markt werfen um ihre abreifenden ABCPs bedienen zu können, was wiederum selbst solide Titel mit Top-Rating unter Druck bringen kann.

Mit Unterstützung des früheren Goldman-Chefs und jetzigen US-Finanzministers Hank Paulson haben Citigroup, Bank of America und J.P. Morgan Chase daher ein "Master Liquidity Enhancement Conduit" gegründet, das mit 80 bis 100 Milliarden Dollar ausgestattet werden soll, um den Markt für die komplexen Papiere zu unterstützen. Während viele Konkurrenten den Fonds als bloßes Stützungsinstrument für Citigroup etc. betrachten, meinte Ex-Notenbankchef Alan Greenspan, ihm sei nicht klar, ob die Vorzüge größer wären als die Risiken. Wenn man in das System interveniere, vertreibe man die Geier, die Geier wären aber manchmal sehr nützlich!

Donnerstag, 22. November 2007

"The ABCP black box explodes"

Wieder mal ein interessanter Hintergrundbericht und ein weiteres Beispiel, welche Auswirkungen die Immobilienkrise in den USA hat, an die vor nicht mal 12 Monaten noch (fast) niemand gedacht hat...

Gefunden bei globeinvestor.com:

The ABCP black box explodes

BOYD ERMAN, JACQUIE McNISH, TARA PERKINS AND HEATHER SCOFFIELD

Friday, November 16, 2007

Shortly past 8 a.m. on an already sweltering August Monday, a small team of financiers hurried down a flight of stairs in one of Montreal's most historic office buildings to watch a modern disaster unfold.

The men, senior executives with National Bank Financial, were hurrying to a cavernous room on the main floor of the beaux-arts Sun Life building where more than 100 traders buy and sell billions of dollars of stocks, currencies and debt instruments every day. Leading the group was Ricardo Pascoe, a wiry, soft-spoken derivatives specialist who was named co-chief executive officer of National Bank of Canada's securities arm a year earlier. At his side was his top legal executive, Brian Davis.

Mr. Pascoe whisked the group past long lines of noisy trading desks to a normally quiet corner where a half dozen men and women were feverishly working the phones. The traders were seeking buyers for a Byzantine class of short-term debt called asset-backed commercial paper. Known by the clunky abbreviation ABCP, the paper had become a money market darling in the past decade, accounting for more than 30 per cent of Canada's $360-billion short-term debt market.

The 30-day and 60-day notes paid interest generated by bundles of mortgages, car loans and other debts pooled in special vehicles called conduits or trusts. These conduits were hard to understand, even by many lawyers and bankers, but the lack of transparency never seemed to bother investors, who snapped up the notes because they offered some of the highest interest rates going, boasted the best credit ratings and were sold by the world's leading banks.

Yet on this morning, investors were beginning to panic that an unknown quantity of toxic subprime mortgages had infected the assets that backed Canadian ABCP.

Mr. Pascoe wanted to witness in person the progress of early trades because tremors had shuddered through the global debt market in preceding days, shaking the usually sedate ABCP market.

Assuming the worst, some investors had balked a week earlier at buying ABCP, making it difficult for some Canadian issuers to raise the money they needed to pay back notes that were coming due. Other ABCP issuers were scrambling for money to meet margin calls triggered by falling asset values. A wave of at least $1-billion of ABCP was coming due that morning. Existing or new investors would have to buy an equal amount of new paper if sellers, including three trusts sponsored by National Bank, were going to be able to raise enough money to repay the maturing notes.

But by the time Mr. Pascoe and his colleagues arrived, it was too late. Ashen-faced traders shook their heads. They had phoned almost all major clients with maturing ABCP to ask how much new paper they wanted to purchase. No one was buying. Not the dozens of pension funds, governments, major companies or wealthy individuals that had been frequent investors. And most surprisingly, not the Caisse de dépôt et placement du Québec, the country's single largest ABCP buyer, which, according to sources, owned more than $14-billion of the notes.

In trading parlance, the commercial paper wasn't “rolling.” One of the fastest-growing segments of Canada's debt markets had just gone into seizure.

“It felt like we were on the edge of an abyss,” said one person on the Montreal trading floor that day, who did not want to be identified, “and we didn't know where it was going to end.”

Aug. 13 was about to become a day of financial infamy.

Chapter 1
BROUGHT TO THE BRINK

This was no ordinary credit crisis triggered by a handful of imprudent lenders or borrowers. The retreat in Canada was part of an international flight of investors from a trillion-dollar global market in asset-backed investments. The panic hit markets everywhere, but Canada was uniquely vulnerable because of a design flaw in its system.

At stake were the savings of a far-flung collection of investors stretching from the Yukon government to credit union branches in Chicoutimi, Que. For three days in August, this massive market was brought to the brink of a national financial disaster. Credit crises come and go, but this time it was corporate treasurers, pension managers and government officials who would have to explain in the ensuing months why they held, even indirectly, delinquent mortgages in the Flint, Michigans of America.

By the end of that August week, stunned bankers, regulators and investors – thrown together in what would be called the Montreal Accord – managed to avert a total meltdown by completely freezing $33-billion of the most troubled ABCP. But the door to a two-decade boom of financial engineering had been slammed shut, and in the coming months, reputations would be scarred and decades-old relationships frayed. Since the August crisis, more than $500-million of charges have been announced, including $135-million yesterday by Bank of Montreal.

While few market participants or central bank officials are willing to discuss the crisis in public, a Globe and Mail investigation has found:

Some banks continued to sell ABCP in the weeks prior to the August meltdown even though many buyers were unaware of troubling warning signs that were evident to banks and discussed at senior levels.

One bank was worried enough to stop selling a leading brand of ABCP.

At least two banks warned the Bank of Canada of trouble in the week before the freeze, although no apparent intervention resulted.

The Caisse de dépôt et placement du Québec spearheaded a plan on Friday, Aug. 10, to head off the crisis of the following Monday, but then puzzlingly disappeared from the market when that day came.

What is clear is that in the face of a financial meltdown, the Bank of Canada, foreign and Canadian commercial banks and institutional investors such as the Caisse had to make snap decisions that had profound effects on investors and the Canadian economy. But since then, many investors – big and small – have been left to wonder why little of this behind-the-scenes turmoil was ever explained to them as they purchased paper.

“If that is accurate, it is a big deception,” said André Belzile, chief financial officer of Quebec pharmacy chain Jean Coutu. His company bought $35.7-million of asset-backed commercial paper from Aug. 2 to Aug. 10 from National Bank of Canada, its bank of 45 years.

“They never,” Mr. Belzile said, “mentioned a thing.”

CHAPTER 2
CRIES FOR HELP

In the early hours of Aug. 13, even with no buyers, there was still hope that the market could be revived. Mr. Pascoe and Mr. Davis retreated to an office next to the trading floor to activate a doomsday rescue plan that few believed would ever be needed.

The help they needed that day was supposed to come from emergency loans known as liquidity support agreements, which were designed to bail out investors in the unlikely event of a market disruption. The only time ABCP issuers had ever seriously contemplated using liquidity loans was in late 1999, when investors worried that Y2K computer problems would shut down the market, a fear that never materialized.

Mr. Pascoe and his team knew they would have to move quickly. Strict protocols set out in loan contracts typically require ABCP issuers to notify their banks of loan requests by 11 a.m. Mr. Pascoe first called the Frankfurt headquarters of Deutsche Bank AG to catch executives before their work day ended. The second call was to the Toronto headquarters of Canadian Imperial Bank of Commerce.

Agreements with both big banks were expected to act as insurance policies. After all, three National Bank sponsored conduits – going by the names of Ironstone, Silverstone and MMAI – had been paying interest to Deutsche Bank and CIBC for years in exchange for the promise that they would lend money when disaster struck. Similar arrangements were working elsewhere, notably in Europe and the United States where banks had agreed to lend money under liquidity agreements to support their troubled ABCP.

As National Bank was about to be reminded, however, the liquidity loans in Canada had a unique condition that gave banks more wiggle room to walk away from these pacts. To qualify for emergency funds, Canadian trusts that issued ABCP had to prove there had been a “general market disruption.” National executives were confident that the flight of investors from $33-billion of non-bank ABCP qualified as a general disruption. “There was a very clear expectation that the banks would fund,” said one person close to National Bank Financial.

Technically, as the banks told National that afternoon, there had been no general disruption in Canada because the country's largest ABCP issuers, about $90-billion of trusts run by the Big Five banks, were still apparently selling their paper. As one of the banks said in a note to National Bank Financial that day: “We refer you to the definition of general market disruption; this element of the test has not been satisfied.”

About two dozen Canadian ABCP trusts – run by smaller banks such as National and finance companies such as Toronto's Coventree Inc. – were already in trouble. They had sent SOS notices to domestic and foreign banks, seeking emergency money from loans that backed about two-thirds of their $33-billion of outstanding paper.

There was breathing room with the remaining notes, known as extendibles, because their maturity dates automatically extended after a default. But unlike the Big Five banks, this group of smaller players did not have the money to repay tens of billions of dollars owed to investors when the non-extendible paper came due.

There was no good answer. If banks on the other end of the liquidity agreements agreed to lend, they risked damaging their own financial health. Denying emergency loans, however, would trigger other troubles.

The trading desks of a number of foreign banks and some of Canada's biggest, including Royal Bank of Canada, CIBC and Bank of Nova Scotia, had been earning commissions for years by selling to clients ABCP issued by smaller independent trusts. If banks denied emergency loans, they would be harming scores of customers, many with relationships that spanned decades.

Against this tense backdrop, the startled banks went in different directions.

Around dinnertime, National got the answer it did not want. CIBC and Deutsche Bank both said no: There would be no lifelines thrown to the sinking market.

Other banks let it be known they would not open their vaults, either. RBC turned down a request by Skeena Capital Trust, another ABCP conduit.

According to people familiar with the decisions, these banks concluded there had been no general market disruption under the terms of their liquidity agreements because investors were still buying bank-issued ABCP.

The view was not universal. In Toronto, a team led by John Schumacher, Scotiabank's head of global capital markets, examined the morning's crisis and the wording of the bank's loan contract with Skeena. Scotiabank agreed to a bailout. Across the Atlantic, officials at Dutch bank ABN Amro and British lender HSBC PLC made the same call, advancing money to Skeena.

“It's our view that it's absurd to think that what we saw that day was anything but a general disruption,” said Scotiabank spokesman Frank Switzer.

Regardless, as evening fell, most of the trusts knew there was not enough money to revive the market. And within days, the devastating chill of a frozen market filtered from the upper reaches of bank towers to the offices of treasurers and comptrollers across Corporate Canada, where the arcane financial product was about to become a wrench in the wheels of industry.

At Goldfarb Corp.'s offices in Toronto's leafy Annex neighbourhood, there was not a trace of turmoil when chief financial officer Karen Killien arrived at work at the holding company on that Monday morning. In fact, Ms. Killien had come to work early because more than $20-million of Goldfarb's holdings of ABCP was coming due that day. For tax reasons, she wanted to shift money into shorter-term investments known as banker's acceptances. And so, she placed a call to the Toronto trading desk at Scotiabank, the company's bank for 40 years, to reinvest $17-million of the maturing commercial paper in the so-called BAs.

By her recollection, there was no mention during the brief conversation of the morning's dramatic exodus of ABCP investors.

The bank did not call again until Wednesday.

“I've got some bad news for you,” a manager told Ms. Killien.

The company's ABCP notes had not been repaid on Monday, meaning Goldfarb Corp. had no money to pay for the $17-million of BAs it ordered. Scotiabank would cancel the trade, but her company would be stuck with the frozen paper.

A shaken Ms. Killien walked into the office of her boss, Martin Goldfarb, with Alonna Goldfarb, the pollster's daughter and in-house lawyer. They had to break the news to a man who became famous advising Pierre Trudeau.

“How is this possible?” Mr. Goldfarb asked the pair.

CHAPTER 3
INSURANCE POLICIES

A meltdown like this wasn't supposed to be possible. When financial engineers in the United States first started “securitizing” corporate assets in the mid 1970s, the products were designed to help companies shave borrowing costs, and to offer investors new options.

The paper appealed to a huge cross-section of buyers who need short-term places to park money – from miners sitting on cash until they needed to buy equipment or money market funds wanting to increase their returns.

The structures worked like this: A pool of assets such as car loans was transferred by companies to a separate subsidiary or trust, which in turn sold securities or debt notes to investors. The notes paid interest from the cash flow generated by the assets. So, the car loan or mortgage payments went to the trust, which in turn paid interest to its commercial paper holders. Any difference counted as profit for the trust. That is, until someone stops paying their mortgage.

As the global economy boomed, the repackaging of debt – and with it, the mass distribution of risk – became so prevalent and so profitable that soon most of the world's major banks were in the game. Financial institutions loved bundling their loans and selling them as securities because it reduced their potential exposure to bad debts. That freed up more money to make more loans. And even better, securitization generated fee income.

For the investors buying the stuff, the slightly higher interest rates – “juice” in trader lingo – easily beat conventional debt notes, because the risk seemed about the same and major financial institutions were behind the products.

In Canada, the first asset-backed commercial paper arrived in 1989 when CIBC created RAC Trust.

Right from the beginning, investors were told little of how the trusts worked, or what was in them.

“Disclosure was dismal,” said Daryl Ching, a former Coventree employee who is now working as an independent consultant in the field. “I've seen the investor reports and ratings agency reports. But by the same token, investors were satisfied with that same type of disclosure for more than 20 years that the industry had in place. They've had a lot of time to demand more disclosure.”

To entice wary investors, the financial engineers tried to build in plenty of insurance against disaster. The trusts had a cushion of extra assets, so that many would have to go bad before it caused any noticeable loss to holders.

“Everyone was very conservative, from a credit perspective,” said Huston Loke, head of global structured finance at DBRS, the Canadian company that blessed the emerging genre of commercial paper with solid credit ratings. “You had belts, suspenders, nets.”

And if investors stopped buying, there was always the backup credit line – those liquidity agreements from the big banks.

CHAPTER 4
COPS ON THE BEAT

Remarkably, in hindsight, the market grew up with almost nobody watching out for investors. Commercial paper started as a much simpler investment – essentially an unsecured IOU sold by a company looking to raise short-term cash. Buyers were generally institutional investors. From the earliest days, market overseers took a hands-off approach, arguing that it was a business with sophisticated buyers and sellers who could take care of themselves.

When ABCP made its debut, provincial securities agencies showed little interest because the trusts issuing the paper were not public firms.

That left the Office of the Superintendent of Financial Institutions (OSFI), the federal bank regulator, as virtually the only cop in the Canadian ABCP market. One problem: That regulator is concerned solely with avoiding a collapse in banks. It gave no thought to ABCP investors.

In Canada, it fell to a team of officials in the Ottawa headquarters of OSFI to set down in print what would become the defining rules of the local ABCP game. In 1994, OSFI came up with a 10-page guideline known only by the dry bureaucratic title “B-5.” Today, it's frequently blamed for the August traumas.

At the time, U.S. and European bank regulators had decided that the prospects of an ABCP default were so remote they needn't require banks to set aside any capital reserves to cushion against possible losses on backup loans. But OSFI looked at the landscape, and worried its foreign counterparts were being too cavalier.

And so, a Canadian wrinkle was born.

According to OSFI, the only way Canadian banks could sidestep capital reserves for liquidity loans was if they inserted a clause stating that the emergency funds could be drawn only if there was a general market disruption. In effect, the regulator was saying that with B-5, banks had to ensure the likelihood of lending money was virtually nil.

Rod Giles, an OSFI spokesman, said the regulator added the condition to ensure the banks were properly protected against market turmoil.

“The use of securitization started to grow rapidly, and after a period of time, OSFI identified increased risk to banks that offered to loan to securitization structures with less than one-year commitments,” he said.

The meaning of general market disruption wasn't clearly laid out, leaving banks free to negotiate terms. In the early days, some contracts defined general market disruption as a shutdown of 90 per cent of the total Canadian ABCP market. Others set a threshold of 30 per cent.

Canada's approach was so different that two of the world's biggest rating agencies decided not to grade Canadian ABCP. In a prophetic 2002 report, Standard & Poor's argued the market disruption terms were “narrow to the point of being almost meaningless.”

Toronto-based DBRS went ahead and rated the paper, believing the liquidity provisions were well known. DBRS's Mr. Loke said investors generally weren't concerned with them anyway. Instead, they wanted DBRS to focus on the credit quality of the assets underlying the trusts.

“The attention all the way along,” he said, “was on credit.”

CHAPTER 5
RISE OF THE INDEPENDENTS

The nature of the credit risks was getting vastly more complicated, thanks to an innovation in the market pioneered in large part by Coventree.

The firm arrived on the scene in 1998, founded by three industry veterans eager to challenge a decade of big bank dominance of the securitization business.

Through the hustle of Bay Street lawyers Geoff Cornish and David Ellins, and former IBM securitization specialist Dean Tai, Coventree won business by focusing on smaller clients and securitizing new types of assets. In 2001, the company earned a meagre $34,000.

But as it brought new ideas to the Canadian market, such as extendible commercial paper, profits started to soar, and so did Coventree's profile in the industry.

The firm attracted employees with an entrepreneurial culture that was a tonic to those who had worked in the stuffy offices of big banks. There was also a strong current of competition springing from the energetic Mr. Tai, on view in fierce matches over the office foosball table, where he was known to call time-out in a close game to draw up a winning play.

“It was an environment that fostered creativity and innovation,” said Mr. Ching, who had previously worked at RBC. “At Coventree, when I had an idea for a new asset class or a new client, they'd say ‘Go with it. Run with it.'”

The firm vaulted into the top ranks of ABCP creation, trailing only Bank of Montreal and CIBC in market share. By the time of its initial public offering in 2006, the firm had 56 employees, profit of $22.5-million and offices looking out on Toronto's storied Bay Street and the bell tower of Old City Hall.

Stock market investors took notice, as Coventree shares soared from the IPO price of $10.75 to a high of $16.30 just prior to the market's meltdown.

One of the big drivers of growth for Coventree, and all the independents, was the creation of trusts backed not only by traditional assets such as loans, but by more complex financial assets.

The goal was the same, to create income to pay ABCP holders, with some left over for the operators of the trusts. Bankers on Wall Street and Bay Street had a seemingly perfect fit. Basically, trusts would become insurers against corporate bond defaults, using derivatives contracts. In return, the trusts would get a regular income stream.

The contracts for the first time exposed ABCP investors to the vagaries of international credit markets. And if the market value of any underlying loans deteriorated, the trusts could be hit with margin calls and forced to raise fresh money.

Nonetheless, investors ate up the derivative-backed paper, though because of the “don't ask, don't tell” nature of disclosure in the ABCP business, it's questionable how much they really knew about what they were getting. ABCP backed by derivatives rose from $5-billion in 2003 to $35-billion in June, mostly in trusts run by independent, non-bank issuers such as Coventree.

By late 2006, however, the enormous success of derivative-backed ABCP led some financial engineers to design shakier financial structures. These products were risky enough to prompt DBRS in January to effectively shut down this class of investments by denying them its top ratings.

The about-face was devastating to Coventree. “I believe the situation we find ourselves in is analogous to a tsunami coming,” Mr. Tai said in a Feb. 1 e-mail. Adding further stress to the small financial company was an internal turf war that erupted into a lawsuit. When the legal battle was settled in July, Coventree lost a number of its top managers, including Mr. Ellins who opted for a new career as a mystery writer.

When Monday, Aug. 13, arrived and the market froze, Coventree had more riding on the answers to loan requests than anyone. Big banks such as BMO and CIBC had other lines of business, and could easily absorb a shutdown in the market. Coventree could not.

As the bells at Old City Hall tolled the hours, the replies rolled in. There were some lenders that said “yes,” but too many that said “no.” The banks would not save the day for Coventree, or the owners of its paper.

David Allan, Coventree's head of capital markets, watched in disbelief. “Here was a market that I had been involved in for 17 years, that I had had a role in building, that was now turning a corner into chaos.”

CHAPTER 6
THE SUBPRIME LAND MINE

Without a trigger, none of those design flaws in ABCP might have mattered.

The fatal crash for Canadian ABCP investors came from an unexpected angle – the collapse in the U.S. housing market. Through a kind of financial alchemy, investors all around the globe owned chunks of the risk posed by foreclosures and defaults on U.S. subprime home loans to dodgy borrowers.

Banks that made the loans had packaged them into bonds, and some of the bonds were the basis of derivatives contracts like those used by the newest style of ABCP trusts.

As the housing bust made bigger and bigger headlines, Coventree's principals tried to head off any problem. The firm sent out a bulletin in mid-March and held investor meetings to explain that Coventree's trusts had just 7 per cent of their assets invested in subprime-related securities and derivatives.

The housing problem only got worse as summer began, and investors were getting increasingly jittery. Coventree made another attempt to head off a blowup.

On July 24, Judi Dalton, a Coventree executive, sent a note to the banks that sold Coventree ABCP in order to update the market on the amount of subprime mortgages backing Coventree's $16-billion of trusts. The total: 4 per cent.

“At Coventree we are committed to furnishing our investors and dealer partners with the information they need to continue to support us through market cycles,” Ms. Dalton wrote. “Many thanks for your continued support.”

Instead of soothing nerves, the missive had the opposite effect. Nobody wanted to see any subprime at all. That wasn't the only problem. Some dealers felt they were in an awkward situation – Coventree had told them something that the world at large didn't know. Sources said at least two of the banks, RBC and Scotiabank, pushed to have the details made more widely known, perhaps via a press release.

When that didn't happen, RBC went further. On Friday, July 27, representatives of the bank, including RBC's head of fixed income and currencies for Canada, Peter Dymott, called David Allan to say the bank was giving Coventree the required 30 days' notice to resign as a seller of its paper.

“We pro-actively made the decision to resign after discussions with Coventree which failed to address our concerns,” Mr. Dymott said. “We felt that our investor clients were not being well served and that our resignation was the right choice.”

When word seeped into the market that the country's biggest bank had stopped selling the paper, the simmering crisis of confidence moved closer to a boil.

CHAPTER 7
CAISSE CONFUSION

Not long after Judi Dalton's July 24 attempt to shore up the Canadian market, events in Europe and the U.S. turned very dark, making it almost certain that Canada's ABCP market would run into trouble.

In Germany, investors stopped buying paper from Rhineland Funding, which had subprime exposure and was set up in a similar way to a Canadian ABCP trust. Rhineland was forced to call to emergency lenders with a plea for €12-billion. One of the backing banks didn't have the money and nearly failed, forcing a high-profile bailout.

A full week before Canada's problems climaxed, U.S. ABCP issuers with subprime assets were for the first time forced to tell holders they wouldn't get their money back on time. Canadian ABCP was still selling, but only at higher and higher interest rates.

Amid all this turmoil, one of Canada's biggest players, Caisse de dépôt, stood as an enigma. The Caisse was a big buyer of ABCP. It was also an early backer of Coventree, owning 29 per cent of the firm before selling when Coventree went public in November, 2006.

The Caisse was aggressive in its hunt for extra yield, people in the securities industry said, constantly seeking every additional fraction of a percentage point, something that ABCP provided. The math was compelling for the country's largest pension manager. On a portfolio the size of the Caisse's $237-billion in assets under management, even one extra hundredth of a percentage point means almost $24-million a year in returns.

The Caisse became by far the largest buyer of ABCP issued by the independents such as Coventree, controlling as much as a third of the market, according to bank executives. That concentration worried many in the industry, because any loss of appetite by the Caisse could rock the market.

According to market participants, that's exactly what happened in the month or so before Aug. 13: The Caisse started scaling back ABCP purchases. The Caisse has declined to talk about its trading, though people close to the fund have said there was no strategic decision to reduce holdings of ABCP.

Whatever the reason for any selling, the perception spread that the biggest buyer was losing faith. Then, the Caisse made a 180-degree turn. In the first week of August, as shockwaves from Europe roiled the market, the Caisse waded back in to prop up ABCP sales. According to people familiar with the fund's trading, the Caisse began to buy tens of millions of dollars of ABCP that otherwise would have gone unsold.

As that week drew to a close, it was clear a crisis was coming. Demand was steadily weakening as the market hurtled toward Monday, Aug. 13, when more than $1-billion of non-bank ABCP was coming due. On top of that, there was talk of a large amount of new issuance of ABCP hitting the market from big bank-sponsored programs. Supply would swamp demand.

The Caisse, large as it was, could not hold up the market alone. The giant money manager put out a cry for help, and on Friday, Aug. 10, representatives from banks, DBRS and issuers gathered at the Caisse's glass-sheathed headquarters on the edge of Old Montreal to find a way to forestall the crisis.

Led by Luc Verville, a vice-president with responsibility for money markets at the Caisse, the participants hatched a three-step plan to keep the market rolling, according to people who were there. DBRS would review the health of each trust and notify the market if all the assets were sound; dealer banks would agree to keep buying and selling paper, and to hold unsold ABCP on their own balance sheets if necessary; and Coventree and one other independent trust sponsor, Newshore Capital, would commit to sell assets from some trusts in order to raise cash and thereby increase their margin of safety.

Mr. Verville also urged participants to call the Bank of Canada to ask for assistance. There was a good feeling that with the help of the Caisse, the central bank and the new plan dubbed the “soft-landing proposal,” the market would get through Monday.

CHAPTER 8
THE BANK OF CANADA

In Ottawa, the central bank had spent the week leading up to Aug. 13 getting up to speed on the situation. There were few experts on ABCP, leaving some at the Bank of Canada scrambling as the market went into fits, calling trusted traders and Wall Street contacts to ask for explanations of what was happening, and how such credit instruments were structured and traded.

The central bank wasn't in a receptive mood when the requests for help started to come in, in part because the bank didn't have much sympathy for holders of the ABCP.

The nature of the loan backstop arrangements was no secret. The central bank had previously pointed out the weaknesses of the Canadian system, and left the rest up to investors.

That caveat emptor approach was a constant, both in the period leading up to the August market breakdown, and after. In the central bank's estimation, investor ignorance was the source of the problem, and it wasn't the bank's job to bail out investors who didn't do their homework.

“It was very sloppily understood and researched by the investors,” said one Ottawa official, who declined to be named. The central bank also saw serious problems with many of the proposed solutions coming from the private sector. The idea of the central bank stepping in to buy paper that went unsold was deemed laughable. Using emergency lending powers to provide liquidity to banks so that they could backstop the failing conduits was also inappropriate. Any emergency funding is to be used only to bail out solvent financial institutions that are having liquidity issues, officials at the central bank argued.

The market had one last suggestion: The central bank could accept ABCP as collateral for loans to banks. The view from sellers and dealer banks was that such a move would improve confidence in the paper by giving it a stamp of approval, and enable banks to hold more ABCP because they could borrow against it. Again, the central bank said no, arguing that no clear value could be put on the ABCP and the bank should not be in the business of bailing out specific market sectors.

Still, Ottawa was not totally hands-off. Federal officials relied on moral suasion – the bureaucratic term for arm twisting. Bank of Canada Governor David Dodge and Mark Carney, the number two bureaucrat in the Department of Finance and a former investment banker from Goldman Sachs, burned up the phone lines with key CEOs. (Mr. Carney has since been named to replace Mr. Dodge on Feb. 1, partly because of the respect he earned during the crisis.)

Mr. Dodge in particular was adamant that the market clean up after itself. “The responsibility lies on the investor and if he or she takes risks, they should expect to benefit if things turn out very well, and should be expected to pay the costs when things turn out not so well,” he told reporters in September, after the crisis had peaked.

CHAPTER 9
THE LAST-MINUTE RESCUE

Without help from the Bank of Canada, the “soft-landing” proposal was the last hope. But as Aug. 13 dawned, it was clear the plan wasn't going to work, for one simple reason: There were no buyers. Even the Caisse was not rolling paper, something that stunned people who knew that the pension fund had tried only three days before to salvage the market.

Tuesday, Aug. 14, was little better in the market, and the risks were mounting. Trusts had only a three-day grace period before they would begin to default. There would be a fire sale of assets in tumbling markets, and ABCP investors would have no chance of getting all their money back.

Someone needed to pull the market back from the abyss. That someone was Henri-Paul Rousseau, the burly, mustachioed head of the Caisse. According to people familiar with the Caisse, Mr. Rousseau spent most of Monday and Tuesday calling government officials, banks and other ABCP investors.

“He was a force of nature during those days,” said one person who worked alongside Mr. Rousseau. “He just kept putting the calls out and telling people what needed to be done.” He had to persuade ABCP investors that it was in their best interests to pursue a restructuring.

By Tuesday afternoon Mr. Rousseau had persuaded National Bank, Desjardins Group and PSP Investments, the Montreal-based manager of federal employee pensions, to join forces with the Caisse. That night, officials from the institutions, now known as the “Original Four,” worked until 2 a.m. to complete a one-page proposal calling for investors and banks to declare a temporary truce. Under the terms, nobody would force defaults, nobody would sue, and nobody would make further calls for loans. If successful, the deal would buy time to restructure the ABCP notes into more solid investments.

The trick now was to get the rest of the players to sign on, especially the big banks such as Deutsche Bank that had provided many of the liquidity agreements and the derivatives trades at the heart of the crisis.

The call went out for another meeting at Caisse headquarters. Bankers again scrambled on short notice for planes to Montreal to make it by early Wednesday afternoon.

When they arrived, participants made their way through the Caisse's soaring atrium to a main-floor conference room known only as B101, which, according to one person in attendance, bore a remarkable resemblance to a bingo hall.

Mr. Rousseau dominated, pushing all to set aside their differences. In the group, or in quiet individual asides, he kept coming back to one point: Work together or the market will implode, leaving everyone in the room with huge losses, both in cash and reputation.

The meeting dragged on through dinner – takeout chicken and fries that Mr. Rousseau ordered from Quebec's iconic St-Hubert chain – and late into evening. It wasn't until after midnight that a truce was reached. Mr. Rousseau had his ceasefire.

CHAPTER 10
LEARNING LESSONS

Three months later, a few of the market's ailments have been treated, but most persist and time is running short to find a cure. The truce ends in just four weeks.

DBRS has demanded that all Canadian ABCP trusts scrap “general market disruption” language and move to “global-style” backup loan contracts that make it easier to force banks to pay up in a pinch. More troubling, the value of most ABCP remains unknown. Coventree has laid off 30 per cent of its staff and its stock languishes at just over $1 a share.

Less measurable but not less important, the bonds of trust between some companies and their banks have been shattered. “We don't understand what's going on in our markets any more and we feel we can't trust anyone,” said Dwayne Lo, comptroller of First Quantum Minerals Ltd., which was left holding $10.5-million of Coventree ABCP purchased from HSBC, a bank that First Quantum says it will no longer use. Since August, Mr. Lo said, his company has invested its excess cash only in guaranteed investment certificates or banker's acceptances.

All is not lost. The restructuring of one of the frozen ABCP issuers, Skeena Capital Trust, is almost finished and most investors may get all their money back. As for the other 21 trusts, a group of banks and big investors, including the Caisse, is still seeking a solution that would swap the troubled notes for something more solid and long-term. Steadily worsening credit markets and an atmosphere poisoned by finger-pointing and suspicion make it a difficult task.

Nonetheless, Purdy Crawford, a lawyer who at age 76 remains Canada's most respected corporate Mr. Fix-it, is confident he can lay out a plan to get investors as much of their $33-billion back as possible.

He knows that if he fails, the trusts will have to be unwound and their underlying assets sold into an already fearful market. Every major bank in the world would feel the effects.

But if he succeeds, the financial damage will be contained to a bruising, and the asset-backed paper debacle will be remembered as a painful lesson on the perils of the new world of finance. It's a world where dozens of disparate risk factors come into play thanks to financial instruments such as derivatives. It's a world where an investment in a seemingly simple and safe security really means a stake in a home loan in Atlanta, a corporate debt in London and a derivative tied to global credit markets.

In that world, where banks use securitization to sell their loans to investors eager for returns, the buyers of assets such as ABCP have to play the role of credit officers as they examine what's behind the paper. They can no longer rely on banks, which are offloading their risks, to be as picky about the lending they do.

But it's also a world where “black box investments” like ABCP have perhaps become the norm, even though they are difficult to understand or value. Billions of dollars of such black boxes are now crumbling around the world – SIVs and CDOs and other esoteric structures that, like ABCP, go by their initials because their names are too convoluted and confusing.

For investors to understand the perils – to play credit officer – they need to be able to see into the black boxes. Had investors been able to clearly comprehend the workings of Canada's ABCP, they might have known that subprime holdings were minimal. The boycott of buyers, and the frozen market that resulted, could potentially have been avoided.

The blame for the lack of transparency rests on many shoulders. Investors didn't ask, sellers didn't tell, and regulators who focus on traditional stocks and bonds didn't push either side of the market to have an honest conversation about risk.

Blowups in the financial system are nothing new, and there will be more. But during those three days in August, more transparency and a better understanding of this new financial world would have enabled the banks, the buyers and the regulators to at least minimize the damage that still haunts Canadian markets.

© The Globe and Mail

Mittwoch, 21. November 2007

BüSo: "Anatomie eines Finanz-Tsunamies"

Gefunden bei bueso.de: ein wirklich interessanter Artikel über die Zusammenhänge zwischen "faulen" Immobilienkrediten und dem, was uns u.U. noch bevorsteht!

Anatomie eines Finanz-Tsunamis

In der Finanzpresse und in den Regierungserklärungen wird das Ausmaß der Hypothekenkrise heruntergespielt. Richard Freeman dokumentiert im folgenden Bericht, daß wir erst ganz am Anfang einer Konkurswelle stehen, die sich zu einem gigantischen Finanztsunami entwickeln wird.

In den Vereinigten Staaten ist eine Welle von Hypothekenkündigungen und Zwangsversteigerungen von Eigenheimen angelaufen, die verheerende Folgen hat. Familien landen auf der Straße, die Steuereinnahmen der Städte und Gemeinden brechen ein und dem ganzen Finanzsystem wird der Boden entzogen. Die Geschwindigkeit, mit der die Zwangsversteigerungen zunehmen, nimmt immer weiter zu. Dies betrifft längst nicht nur die minderwertigen Hypotheken, und das Problem ist auch nicht erst in den letzten Jahren entstanden. Es ist die Folge einer falschen Politik, die sich in den letzten Jahrzehnten in der Wirtschaft und Finanzwelt tief eingewurzelt hat und die sich mit keiner kurzfristigen, oberflächlichen Reform reparieren läßt.

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Tabelle 1 zeigt die Zunahme der Vollstreckungsanträge von 2005 bis 2007. Der Vollstreckungsantrag erfolgt gewöhnlich, wenn ein Schuldner länger als 90 Tage mit seinen Hypothekenraten im Rückstand ist. Kann er weiter nicht zahlen, fällt das Haus an die Bank oder wird versteigert. Wenn man die ersten acht Monate des Jahres hochrechnet, wird die Zahl der Haushalte, denen die Hypothek gekündigt wird, 2007 auf zwei Millionen steigen - eine soziale und wirtschaftliche Katastrophe, wie man sie lange nicht erlebt hat. (Dabei ist die Zahl noch konservativ geschätzt, angesichts der rapiden Zunahme könnten es sogar 2,25 Mio. Haushalte werden.)

Auch wenn nur Zahlen für drei Jahre vorliegen, sollte man insbesondere betrachten, wie sich dieser Trend in sich beschleunigt: Von 2005 bis 2006 stieg die Zahl der Vollstreckungsanträge um 43%, von 2006 bis 2007 wird sie um 67% steigen. Das ist in sich noch einmal eine Beschleunigung um 55% gegenüber dem Vorjahr, was zeigt, daß das wirtschaftliche Erdbeben an Stärke zunimmt.

Verschiedene Teile der USA sind dabei unterschiedlich schwer betroffen. Tabelle 2 zeigt, wie die Vollstreckungsanträge in wichtigen Bundesstaaten im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 explosionsartig zugenommen haben. In Kalifornien betrug der Anstieg 232%, in New Hampshire hat sich die Zahl sogar verzwanzigfacht! In vielen dieser Staaten läuft derzeit eine intensive Kampagne für das von Lyndon LaRouche vorgeschlagene Gesetz zum Schutz der Eigenheimbesitzer und Banken (HBPA).

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US-Eigenheimblase ist 20 Billionen Dollar schwer


Der Tsunami der Hypothekenausfälle ist die letzte Phase der gigantischen Immobilienblase, die der damalige Notenbankchef Alan Greenspan 2001 bewußt geschaffen hat. Diese Blase platzt nun, und das blockiert Kreditmärkte in aller Welt - auch solche, die mit Immobilien kaum zu tun haben. Und der Eigenheimmarkt sprüht ständig neue Funken, die jederzeit eine Explosion des Finanzsystems zünden können.

Das gewaltige Ausmaß dieser von Greenspan geschaffenen Eigenheimblase sowie ihre vielfältigen Querverbindungen zu den Anleihen- und Derivatmärkten können erklären, warum sich diese Immobilien- und Geldmarktkrise nur mit dem Ansatz des HBPA beheben läßt. Betrachten wir kurz, wie diese Blase entstand.

Nachdem im März 2000 die IT-Blase mit dem Krach an der Technologiebörse NASDAQ geplatzt war, pumpte Alan Greenspan als Ersatz dafür ab Januar 2001 die Eigenheimblase auf. Dazu senkte er 13mal die Geldmarktrate der Fed (zu der die Banken über Nacht Geld ausleihen können), bis sie im August 2003 auf 1% fiel, den tiefsten Stand seit 40 Jahren. Damit sanken plangemäß auch die Hypothekenzinsen.

Mit dieser Strategie haben Greenspan und die Bankiers der Wall Street und der Londoner City den Sinn und Zweck eines Eigenheims völlig auf den Kopf gestellt. Eigentlich sollte ein Eigenheim ein erschwinglicher Wohnraum sein, ein Ort, wo produktive und kreative Menschen heranwachsen, wo Kinder aufgezogen und ausgebildet werden. Greenspan & Co. machten daraus eine „hochwertige Geldanlage“, deren Marktpreis mit der Ausweitung der Blase immer weiter stieg. Das diente einem doppelten Zweck: Erstens konnten die Banken dank der stark überhöhten Immobilienpreise hohe Hypotheken auf Häuser vergeben und dafür satte Vermittlungsgebühren und Zinseinnahmen kassieren.

Zweitens konnten die Hausbesitzer ihr Eigenheim quasi zum Geldautomaten machen, indem sie auf ihre überbewerteten Häuser Hypotheken aufnahmen und sie sich bar auszahlen ließen. 2005 ließen sich amerikanische Eigenheimbesitzer auf diese Weise 750 Mrd. $ auszahlen. Ein großer Teil davon floß in Konsumausgaben und stützte so die lahmende Volkswirtschaft.

Durch die niedrigen Zinsen ermöglichte es Greenspan den Banken, enorme Summen in den Eigenheimbereich zu pumpen. Betrachten wir Tabelle 2: Von 2000 bis 2001, als Greenspan seine neue Politik einführte, sieht man nur einen waagrechten Strich, also keinen Anstieg. Doch von 2000 bis 2006 verdoppelten Greenspan und die Banken den Umfang der Hypothekenkredite in Amerika von 5,13 Bio. $ auf 10,36 Bio. $.

In diesem ungewöhnlichen Umfeld entstanden auch alle möglichen exotischen Formen von Hypotheken: die minderwertigen „Subprime-Hypotheken“ (an bonitätsschwache Kunden), „Nurzins-Hypotheken“ (auf die man anfänglich nur Zinsen, keine Tilgung zahlt), Hypotheken mit „negativer Amortisierung“ (wo die ersten Raten nicht einmal die Zinsen abdecken) usw. Natürlich waren das Gauner, die solche Hypotheken an den Mann brachten, aber es wurde von ganz oben, von Greenspan und der Wall Street bewußt gefördert, um die Blase zu erhalten.

Das eigentlich entscheidende war jedoch, daß man aus dieser Hypothekenblase eine weitere riesige Blase schuf: die der hypothekenbesicherten Wertpapiere (Mortgage Backed Securities, MBS). Das lief so: Investmentbanken wie Lehman Brothers oder Hypothekeninstitute wie Fannie Mae kauften ein Bündel Hypotheken, sagen wir im Wert von 100 Mio.$, schnürten daraus Pakete von MBS-Wertpapieren und verkauften diese an Versicherungen, Hedgefonds, ausländische Zentralbanken, wohlhabende Individuen usw. Zins und Tilgung werden den Käufern der Anleihen aus den Ratenzahlungen der Haushalte auf ihre Hypotheken bezahlt.

Abbildung 1 zeigt das Wachstum der MBS zwischen 2000 und 2006 von 3,02 Bio. $ auf 6,17 Bio. $. Man beachte, daß den MBS zwar Hypotheken zugrunde liegen, sie aber eigenständige Wertpapiere mit eigener Zinsrate und Risikobewertung sind. Die MBS kommen also zu den Hypotheken hinzu.

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Aber das ging noch weiter. Die MBS - die eine höhere Rendite abwerfen als eine Regierungsanleihe vergleichbarer Laufzeit - werden in verschiedene Tranchen aufgeteilt (davon einige mit sehr hoher Rendite) und dienen dann als Grundlage für weitere spekulative Wertpapiere: besicherte Schuldscheine (Collateralized Debt Obligations, CDOs), kurzfristige Schuldscheine und bestimmte Formen von Kreditderivaten. Das Schneeballsystem wurde immer weiter vorangetrieben und setzte sich im Weltfinanzsystem fest - mit furchtbaren Konsequenzen. Zum Abschluß nur noch zwei Beispiele dafür.

Tatsächlich fangen die Zwangsvollstreckungen jetzt erst richtig an. Abbildung 2 zeigt, wieviel Hypotheken mit variablem Zinssatz in bestimmten Monaten teurer werden. Nach einer anfänglich niedrigen Zinsrate von 2-4,5% werden sie dann auf einen höheren Zins zwischen 5% und 8% umgestellt. Dadurch steigen die monatlichen Raten für die betroffenen Haushalte um 300, 600, 1000 oder gar 2000 Dollar, was viele in Zahlungsunfähigkeit und Zwangsvollstreckung treiben wird. Der Höhepunkt dieser Zinserhöhungen wird erst zwischen Januar und Juli 2008 erreicht.

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Dies wird dadurch verschärft, daß die Eigenheimpreise sinken, was unvermeidlich ist, weil die künstlich überhöhten Preise irgendwann zurückgeschraubt werden müssen. Der „Schiller-Case-Index“ des Immobilienwerts in 20 US-Ballungsräumen zeigt, daß die Preise im Schnitt bereits um 3,4% gegenüber ihrem Höchststand gefallen sind. Dieser Trend wird sich verstärken. Eine Studie von First American Core Logic vom März 2007 kam zu dem Schluß: Wenn der durchschnittliche Eigenheimpreis um 10% fällt, werden ein Viertel der 2005 vergebenen Hypotheken und sogar 39% der 2006 vergebenen Hypotheken „kippen“ - d.h., die Haushalte haben dann mehr Schulden, als ihr Haus wert ist. Das ist ein entscheidender Punkt, wo es oft zur Zwangsvollstreckung nicht nur von „minderwertigen“, sondern auch von „vollwertigen“ Hypotheken kommt.

Vergessen wir dabei nicht, daß Schulden, die mit Hypotheken zusammenhängen, die Hälfte aller Bestände im amerikanischen Bankenwesen ausmachen!

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All das wird gewaltige Auswirkungen haben. Am Ende des zweiten Quartals 2007 lag die Gesamtsumme der Hypothekenschulden für Ein- bis Vierfamilienhäuser bei 10,75 Bio. $ und der MBS bei 6,54 Bio. $, also zusammen 17,29 Bio. $. Rechnet man die anderen, nicht mit MBS verbundenen Schulden und Derivate hinzu, die die großen Hypothekenhändler Fannie Mae und Freddie Mac halten, kommt man insgesamt auf etwa 20 Bio. $. Wenn nur ein Zwanzigstel davon in einer Kettenreaktion infolge geplatzter Hypotheken ausfällt, reicht das bereits aus, um das ganze amerikanische Bankensystem zum Einsturz zu bringen.

Aber die Gefahr ist noch viel größer. Greenspan hat die Hypothekenblase und ihre Ableger mit zahlreichen wichtigen Punkten im Weltfinanzsystems untrennbar verbunden. So hat der Ausfall der durch MBS gedeckten Geldmarktpapiere („ABC-Papiere“) einen großen Teil des 1,9-Bio.$-Markts der kurzfristigen Handelspapiere zum Stillstand gebracht. Der Ausfall der mit MBS verbundenen Kreditderivate könnte den 34-Bio.$-Markt der Kreditderivate zum Einsturz bringen, und dies wiederum würde den mehr als 750 Bio. $ schweren weltweiten Derivatmarkt ruinieren. Kurz: Das gesamte Weltfinanzsystem würde sich in heiße Luft auflösen.

Schon jetzt sorgt die Hypotheken- und MBS-Krise für Einbrüche in Teilen des bankrotten Weltfinanzsystems, die mit Hypotheken wenig oder nichts zu tun haben.

Verluste der Banken

In den Geschäftsberichten der großen internationalen Finanzinstitute zum dritten Quartal, die in den letzten beiden Wochen vorgelegt wurden, stößt man ständig auf Abschreibungen und/oder Verluste aus minderwertigen Hypotheken, MBS, geplatzte Firmenübernahmen etc. Am 2. Oktober gab die Citigroup, die größte Bank Amerikas, Abschreibungen in Höhe von 5,9 Mrd. $ bekannt. Am selben Tag meldete die UBS, die größte Bank Kontinentaleuropas, Wertberichtigungen in Höhe von 3,4 Mrd. $. Am 5. Oktober folgte Merrill Lynch mit 5,5 Mrd. $ - usw.

Man kann davon ausgehen, daß die meisten Berichte solcher Banken stark geschönt sind; die tatsächlichen Wertberichtigungen dürften zwei- oder dreimal so hoch sein wie gemeldet. Was werden sie sich für das vierte Quartal einfallen lassen?

Unterdessen vergab eine Gruppe von 40 Finanzinstituten, meist Geschäftsbanken, auf Drängen der Federal Reserve einen Notkredit über 23,5 Mrd. $ an Countrywide, die bis vor kurzem größten Hypothekenbank Amerikas, die heute nur noch ein Wrack ist. Keine dieser Banken hätte Countrywide auch nur einen Cent geliehen, wenn man ihnen nicht eingeschärft hätte, daß das Schicksal des Weltfinanzsystems von diesem Kredit abhängt. Das gleiche gilt für den hyperinflationären 20 Mrd. Pfund-Kredit der Bank von England an die größte britische Hypothekenbank, Northern Rock.

Den Rahmen von all dem bildet die inflationäre Politik von Federal Reserve, Bank von England und der Europäischen Zentralbank, die im Sommer die Druckerpresse angeworfen und seither offiziell 750 Mrd. $ in das weltweite Bankensystem gepumpt haben, um seinen Zusammenbruch zu verhindern. Diese „Rettungsaktionen“ führen zu einer Hyperinflation wie in der Weimarer Republik, nur diesmal weltweit. Eine Lösung ist das natürlich nicht - die bietet nur der Ansatz in LaRouches Gesetzentwurf: ein Moratorium auf Zwangsvollstreckungen, Umschuldung und Vergabe neuer Kredite zu produktiven Zwecken.