Einen interessanten Grundlagenartikel zu den Begriffen "Inflation" und "Hyperinflation" hat Thomas Wagner erstellt. Hier der komplette Text, herauskopiert aus einem PDF, welches auf hartgeld.com veröffentlicht wurde:Was ist eigentlich Inflation?
1.Was wir darüber denken sollen
Inflation ist, wenn alle Preise steigen, ausgelöst durch ständig höhere Lohnforderungen von Arbeitnehmern und Gewerkschaften in einer Lohn-Preisspirale ohne Ende. Also wir sind doch selbst schuld!
2.Was wir dazu nicht wissen sollen
Inflation ist eine unkontrollierte Geldmengenerweiterung durch die Zentralbanken. Wie kommt es dazu? Fast alle Regierungen geben mehr Geld aus als sie einnehmen. Es werden ständig neue Schulden aufgenommen, um Wahlversprechen zu erfüllen oder allgemein, um den Wohlfahrtsstaat am Leben zu erhalten. Um diese Neuschuldenaufnahme zu finanzieren, wird einfach neues Geld gedruckt. Hinter diesem Geld steht aber keine Leistung, es ist Kreditgeld, mit der Absicht, diesen Kredit irgendwann zu tilgen.
Eine gesunde Entwicklung entsteht aber nur dann, wenn das Geldmengenwachstum niedrig ist und das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) höher oder identisch ist. Dann wäre die Inflationsrate bei 0%. Die EZB aber hat im ersten Halbjahr die €-Geldmenge um über 10% erhöht, da einige europäische Staaten auf Grund von angespannten Haushalten dringend eine Geldspritze benötigten. Das Wirtschaftswachstum liegt aber im Durchschnitt nur bei ca. 2%.
Zur Ermittlung der Inflationsrate gibt es eine einfache Faustformel:
Inflationsrate = Geldmengenerweiterung minus Wirtschaftswachstum
Die uns vorgegaukelten 2% Inflationsrate aus einem manipulierten Warenkorb dienen nur der Beruhigung, eigentlich sind es mindestens 8 bis 10%.
3. Wo liegen die Gefahren der Inflation
Eigentlich wäre alles nicht so brisant, wenn dieses Spiel nicht schon über mehrere Jahrzehnte gehen würde. Alle europäischen Staaten und besonders die USA haben mittlerweile so riesige Schuldenberge angehäuft, dass ein Abbau unmöglich wird. Die FED (US-Notenbank) hat derartig viele Dollar in Umlauf gebracht, dass eine Kontrolle seit 2006 nicht mehr möglich ist. Unter anderem dienen diese Geldmengen zum Ausgleich des größten Außenhandelsdefizits aller Zeiten (800 Milliarden $) und damit zum Erhalt eines exzessiven Lebensstils. Dabei sollte man immer daran denken, dass diese Milliarden an Dollar nicht real erarbeitet wurden, sondern einfach gedruckt wurden und somit nicht gedeckt sind. Der Dollar hat somit den Charakter von Falschgeld und es ist eigentlich schon egal, ob er bei der FED gedruckt wird oder am PC eines US-Haushaltes.
Aus dem Warenverkehr in die Staaten hat China ein Guthaben von ca. 1,2 Billionen Dollar von diesem Geld. Gleiches gilt auch für die OPEC Staaten und Emirate am Golf, die riesige Mengen Erdöl gegen riesige Mengen Dollar tauschen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Man hat das erkannt und möchte weg davon und ein eigener Petrol-Währungsverbund, evtl. auf Dinar-Basis, ist im Gespräch. Der Dollar würde aber damit schnell an Bedeutung verlieren.
Platzende Hedgefonds und Derivatengeschäfte verursachen gegenwärtig Angst an der Wall-Street. Und noch ein weiterer Grund, der US-Binnenmarkt steht gewaltg unter Druck. Auslöser ist das Platzen der Immobilien- und Hypothekenblase. Durch einen künstlich aufgeblähten Häuser- und Baumarktboom wurden die Haus- und Grundstückpreise nach oben getrieben. Viele wollten schnell noch ein Haus oder Grundstück erwerben. Tausende Familien haben im Verlauf über Subrime Kredite (Kredite ohne nennenswerte Bonitätsprüfung und oft auch noch mit variablen Zinsen) ihre Eigenheime finanziert, oft ohne Eigenkapital. Tausende andere Haushalte haben ihren American Way Of Life mit neuen Autos, Möbeln und Elektronikartikeln einfach über neue Hypotheken auf vorhandene Grundstücke fortgeführt. Hypothekenbanken (Mortgage Lenders) und Baufirmen habe eine Zeit prächtig verdient. Viele der Schuldner haben sich aber offensichtlich total überschätzt. Zwangsenteignungen sind jetzt an der Tagesordnung und Häuserpreise sinken wieder, der Wert der Häuser liegt dann sehr oft beträchtlich unter dem Wert der Hypothek. Eine Schuldenschraube ohne Ende kommt in Gang und die gesamte US-Binnenwirtschaft, auf die die ganze Welt argwöhnisch schaut, kommt ins Schwanken, fast 100 Hypothekenbanken sind pleite!
Im Verlauf dieses Kreditwahnsinns um jeden Preis wurden diese faulen Kredite künstlich nach oben eingestuft (Rating) und mit anderen Krediten gemischt und als CDO´s (Collateralized Dept Obligations) weiterverkauft an Banken, Versicherungen oder Pensionsfondsbetreiber. Dieses in der Finanzwelt übliche Verfahren Schulden als Anlagen zu verbriefen, sichert dann den Käufern die Zinseinnahmen. Diese Einnahmen fallen aber jetzt in Milliardenhöhe aus und die beteiligten Firmen kommen an der Börse mächtig unter Druck!!! Auch deutsche Banken und große Versicherungen in Deutschland haben das Geld ihrer Anleger dort investiert. Wie hoch die Ausfälle und Verluste auch sein werden, auch hier wächst der Druck.
Noch ist der Dollar Weltleitwährung. Alle Rohstoff- und Bankgeschäfte werden in festgelegten Wechselkursen durchgeführt. Aber der Dollar schwächelt und alle Besitzer möchten ihn am liebsten so schnell wie möglich los werden. Das geht aber nicht ohne den Mechanismus der jetzigen Strukturen grundlegend zu ändern. Alle wissen, dass der Dollar zum wertlosen Papier verkommen ist, machen aber das Spiel mit, um die eigene Binnenwirtschaft und damit Arbeitsplätze zu erhalten. Dessen ist sich auch Amerika bewusst und wir liefern weiter voller Stolz deutsche Qualitätsarbeit (BMW, Mercedes, Audi) und lassen uns diese mit kleinen bunten und wertlosen Scheinchen vergüten!
Aber die Anzahl derer, die aus diesem Teufelskreislauf flüchten wollen, wird täglich größer. Keiner möchte am Ende der letzte Depp sein, der auf einem Haufen Papier sitzen bleibt. Wenn der Erste die Nerven verliert und Mengen von Dollar auf den Markt wirft, wird der finanzielle Supergau ausgelöst! Der Dollar ist dann auf dem Weg in Grund und Boden und alle angeschlossenen Volkswirtschaften kommen ins Trudeln. Alle Börsen brechen in kurzer Zeit zusammen und viele Wirtschaftszweige kommen zum Erliegen. Am besten kommen dann die Länder zurecht, die eine eigene, starke und breit gefächerte Industrie- und Nahrungsgüterwirtschaft besitzen, wie zum Beispiel Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Entstehen von neuen, regionalen Währungen ist sehr wahrscheinlich, denn der € wird auf Grund des Leistungsgefälles in den €-Ländern nicht überleben. Die USA als Welt- und Wirtschaftsmacht wird in diesem Verlauf an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt und eine Verarmung großer Teile der dortigen Bevölkerung ist sehr gut möglich.
Das Leben auf Pump und auf Kosten der restlichen Welt ist dann zu Ende. Über Globalisierung und Klimaerwärmung redet dann niemand mehr, diese Themen erledigen sich von selbst.
Dieses Szenario wird sicher so oder ähnlich kommen, aber wann ist schwer vorhersehbar. Wenn es kommt, passiert alles sehr schnell. Die breite Masse wird völlig davon überrascht. Wird das Thema heute angesprochen, herrscht auch immer noch die Meinung, es wird schon nicht so schlimm werden, Vater Staat und die Politiker werden es schon richten. Wie sollen ausgerechnet die Verursacher der Probleme alles wieder in den Griff bekommen? Viele Zeitgenossen verdrängen das Thema auch ganz, aus Angst vor den Konsequenzen.
Bis jetzt ist es den PPT´s (Plunge Protection Teams) der FED und der Wall-Street noch gelungen, vieles unter den Teppich zu kehren und das System vor dem Kippen zu bewahren. Es wird jedoch täglich schwieriger, da nun auch an den Börsen die Kurse wackeln und Richtung Süden gehen. Das Endgame ist am Laufen. Um das System zusammen zuhalten wurde der Dollar letzte Woche (25.7/26.7) mehrmals gerettet. Am Mittwoch durch massive Goldverkäufe der EZB und Schweiz (ca. 20 Tonnen), um den freien Fall des Dollars aufzuhalten. Mit sinkenden Goldpreisen versucht man den Dollarkurs zu stabilisieren. Am Donnerstag intervenierte die EZB nochmals, offensichtlich mit Dollarkäufen. Prompt fiel der €-Kurs um 2 Cent.
Diese ganze Kosmetik ändert aber nichts an der Gesamtsituation. Alle Probleme werden immer akuter und nur verschoben. Dazu kommt die Angst der Politiker und Banker vor dem Zorn des Volkes, wenn alles den Bach hinunter geht und das nicht nur in den Staaten. Es wird bis zum letzten Moment gelogen und vertuscht.
Eine massive Inflation (Hyperinflation) vernichtet immer alle Sparkonten, Kapitalversicherungen, Investmentfonds, die meisten allgemeinen Aktienfonds und Rentenkassen innerhalb kurzer Zeit. Diese werden dann auf einen Bruchteil ihres ursprünglichen Wertes reduziert. Jüngere Menschen haben den Vorteil, dass sie wieder von vorn beginnen können, die meisten älteren Menschen werden ein Leben in Armut verbringen.
4. Wie kann es überhaupt soweit kommen?
Verfolgt man die Geschichte, kommt man zu der Erkenntnis, dass alle reinen Papiergeldsysteme immer gescheitert sind. Geld, das ohne Warendeckung quasi aus dem Nichts erzeugt wird, ist reines Kreditgeld mit dem inneren Wert 0 und kann maximal vorübergehend als Zahlungsmittel dienen. Jeder Kredit wird aber beglichen mit dem Endsaldo 0. Also kehrt auch jedes Kreditgeld irgendwann auf den Wert 0 zurück, sollte dieses Soll irgendwann beglichen werden. Das hat aber noch nie funktioniert. Im Gegenteil, da keine Deckung vorhanden ist, lässt sich dieses Geld beliebig vermehren und die Rückzahlung wird immer weiter in die Zukunft verschoben. Streng genommen, müssten alle Geldscheine und Münzen vor dem Zahlenwert ein Minus haben, wie ein Sollwert im Bankauszug. Wenn wir Geld zur Bank zum Sparen bringen, sparen wir keine Werte sondern eigentlich nur Schulden. Warum ist das so? Der Schuldenanteil in der Gesamtgeldmenge ist um ein Vielfaches höher als der Anteil der Geldmenge, die durch Wertschöpfung entstanden ist! Unsere Banknoten sind also Schuldscheine, übrigens gezeichnet vom EZB Präsidenten Trichet auf der Vorderseite jedes Geldscheines. Wer unterschreibt, bezahlt immer die Rechnung, in seiner Haut möchte ich nicht stecken.
5. Gibt es auch ein richtiges Geld?
Bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts war Geld gleichzeitig auch eine Ware und hatte damit auch einen inneren Wert. Deshalb wird dieses Geld auch als Warengeld bezeichnet. Ganz am Anfang war dieses Warengeld Getreide oder Vieh und wurde dann als Tauschobjekt zwischen anderen Waren verwendet. Damit wurden die ersten Grundlagen für einen Handel gelegt. In der Antike tauchten dann die ersten Münzen in Silber und Gold auf. Der Wert des Geldes lag somit in ihm selbst in Form des Metallwertes. Es entstand somit die Basis für den modernen Handel. Da diese seltenen Metalle nicht beliebig vermehrbar waren und sind, war und ist dieses Warengeld sehr wertstabil und die Möglichkeit der Inflation nicht vorhanden. Über Jahrhunderte hatten somit viele Waren immer einen stabilen Preis.
Da größere Mengen Münzen schlecht zu transportieren waren oder bei einem Handel behinderten, wurden diese zuerst bei Goldschmieden, aus denen dann auch die ersten Banken entstanden, deponiert. Dafür wurde dann ein Lagerschein ausgestellt und das erste (gedeckte) Papiergeld war auf dem Markt. Der Lagerschein wechselte beim Handel den Besitzer und konnte dann bei Bedarf wieder gegen Münzen eingetauscht werden.
Dieses Prinzip funktionierte sehr lange und selbst noch das Geld der Deutschen Reichsbank funktionierte nach diesem Prinzip. Es war nur soviel Papiergeld im Umlauf, wie bei der Bank in Gold im Gegenwert eingelagert war. Die Geldscheine hatten auch eine Aufschrift, dass dem Einzahler eines Papierscheines am Bankschalter der gleiche Wert in Goldmünzen (10,- RM oder 20,- RM) ausgezahlt werden muss.
6. Das Ende des gedeckten Geldes
Dieses gut funktionierende System, das auch zu einem bescheidenen Volkswohlstand ohne Inflationsängste beitrug, wurde mit Beginn des ersten Weltkrieges beendet. Der Krieg war nach einem halben Jahr so teuer, dass alles gedeckte Geld aufgebraucht war.
Die folgenden so genannten Kriegsanleihen des Kaiserreiches zur Fortführung des Krieges waren Schuldenaufnahmen bei der Reichsbank. Die Druckerpressen wurden angeworfen und die ersten Mengen an ungedeckten Banknoten kamen in Umlauf. Damit wurde der Grundstein für die erste Hyperinflation in Deutschland gelegt. Nach einem kurzen Aufblühen der Wirtschaft nach Kriegsende in den 20iger Jahren war es 1923 dann soweit. Über die Auswirkungen und verheerenden Zustände gibt es eine Reihe Fachliteratur. Dieses Mal war aber nur ein Land betroffen. Ein paar Jahre später erfolgte eine noch größere Finanzkatastrophe.
Der Schwarze Donnerstag am 24.Oktober 1929 war dann der wohl größte Börsencrash, der eine Weltwirtschaftskrise auslöste. Nachdem der Dow Jones der New Yorker Börse NYSE zuvor einen Höhenflug erlebte, stürzten die Börsenkurse stark nach unten. Viele Anleger waren danach stark verschuldet und massive Wirtschaftsprobleme zogen sich über mehrere Jahre bis zum Tiefpunkt 1932 hin. In Deutschland kam dieses Ereignis dann als Schwarzer Freitag an. Parallelen zu heute drängen sich geradezu auf.
7. Was hat das nun alles mit der aktuellen Situation zu tun?
Der Ausgangspunkt ist das Ende des 2.Weltkrieges. Eine neue Währungsordnung war notwendig, um die Wirtschaft anzukurbeln und um den Einflussbereich der Siegermächte zu sichern. Es gelang den USA als größte Wirtschaftsmacht den Dollar als Leitwährung zu platzieren, mit freien Wechselkursen zu weiteren 44 anderen Währungen. Um das System nicht einer erneuten Inflationsgefahr auszusetzen, wurde im Abkommen von Bretton Woods bereits 1944 festgelegt, den Dollar wieder in einem festen Kurs zum Gold zu koppeln. Aus dem Abkommen hervor gingen dann noch die Weltbank und der IWF, zwei wichtige Instrumente zur Beherrschung der Weltfinanzmärkte, die nicht immer zum Wohl der Beitrittsländer beitrugen, sondern rein auf die Interessen der US-Finanzpolitik ausgerichtet waren. Das wird deutlich am Beispiel der Schweiz, die 1991 in den IWF gepresst wurde, mit der Auflage, den Franken vom Gold zu lösen (eine Grundbedingung bei IWF Beitritt) Damit begann der Abstieg der letzten goldgekoppelten Währung in Europa. Viele Schweizer wissen bis heute nichts davon und wundern sich nur, warum ihr ehemals harter Franken von Monat zu Monat weniger Kaufkraft hat. Das Ziel war die Aufweichung des Franken, um den sinkenden Dollarkurs zu verbergen.
Zurück zum Dollar. Die vereinbarte Goldkopplung zum Dollar sicherte eine Zeit lang auch dessen Stabilität und es waren nur so viele Dollar unterwegs, wie die FED (US-Bank) im Verhältnis in Gold hielt. Auch alle angeschlossenen Währungen waren quasi Gold wert, auch unsere D-Mark, das Wirtschaftswachstum der 50iger und 60ziger Jahre war rasant.
Das ging solange gut, bis wieder Mal ein Krieg zu teuer wurde. Der Vietnam-Krieg verschlang so viel Geld, dass sich Präsident Nixon 1971 genötigt sah, per Gesetz die Goldkopplung zu lösen. Das war die wohl folgenreichste Fehlentscheidung im Finanzwesen des letzten Jahrhunderts. Wider besseren Wissens wurde der Fehler von 1914 wiederholt. Es wurde also wieder Mal Geld gedruckt was das Zeug her gab. Dieser Zustand dauert jetzt 36 Jahre an und die FED hat es 2006 aufgegeben, die Menge der gedruckten und im E-Cash befindlichen Dollar zu ermitteln und zu kontrollieren.
Diese unkontrollierte Geldpolitik hat natürlich auch alle angeschlossenen Währungen auf Grund der Wechselkurse mit aufgeweicht. Erst die D-Mark und jetzt der Euro sind ebenso betroffen. In Deutschland kostete ein Einfamilienhaus im Neubau in den 60ziger Jahren ca. 40.000 DM, sollten das heute für den gleichen Bau nicht eigentlich 20.000 € sein, wenn mit unserem Geld seit dem alles mit rechten Dingen zugegangen wäre? Statt dessen sind es 200.000 €!
8. Gibt es die Möglichkeit einer Vermögenssicherung?
Was geblieben ist über die vielen Jahre, ist die Wertbeständigkeit von Silber und Gold.
Diese werden sie auch immer behalten! Was sich aber seit langer Zeit nach oben ändert, ist die Menge Geld, die man inflationsbedingt für eine bestimmte Menge Edelmetall bezahlen muss.
Für 1 Unze Gold ( ca. 31 g) waren das 1971 37,- $, heute sind es 660,-$ und die Prognosen in Verbindung mit einem Sturzflug des Dollars liegen bei 2500,- bis 5000,-$ !!!
Wer also eine bestimmte Menge Gold hält, hat eine gute Kontrolle zur aktuellen Kaufkraftbestimmung der eigenen Währung. Je höher der Goldpreis ist, um so weniger Wert besitzt das Geld bzw. um so höher ist der inflationsbedingte Wertverfall.
Von Banken und Medien wurden Edelmetallanlagen immer als wenig renditeträchtig behandelt, von politischer Seite sowieso nie unterstützt. Wer hat schon gern ein Volk, das genau über den Wert bzw. über den Wertverfall des eigenen Geldes informiert ist. Dabei gibt es keine bessere Möglichkeit in Zeiten von Währungsturbulenzen sein Vermögen zu sichern.
Die Investition in Edelmetalle sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden und dann mindestens 50% des eigenen Portfolios ausmachen. Geld zur Wertaufbewahrung hat ausgedient, 5 % Zinsen bei 10% Inflation haben immer noch ein negatives Ergebnis. Sollte ein größeres, weltweites Finanzproblem entstehen, sind Edelmetalle außer einzelnen soliden Aktien (evtl. Minen) eigentlich das Einzige mit Wertbeständigkeit.
Wer die Hintergründe, Eigenschaften und Prinzipien zum Wesen des Geldes in Verbindung mit den beiden Geldarten (Kreditgeld und Warengeld) verinnerlicht und erkannt hat, ist auf dem richtigen Weg und hat heute die im Leben einmalige Chance mit diesem Wissensvorsprung seine finanzielle Zukunft zu sichern. Die breite Masse ist ebenso, wie mein Bankbeamter, der mich immer mitleidig anschaut, wenn ich kleine Goldbarren oder Silbermünzen kaufe, völlig ahnungslos.
9. Wie geht es weiter?
Der riesige Staudamm, gefüllt mit Dollar, droht jeden Tag zu brechen. Die letzte positive Bastion an der Wall-Street, der NYSE hat letzte Woche einen mächtigen Dämpfer erhalten. Der Dow Jones bröckelt nicht nur sondern hat in einer Woche fast 800 Punkte eingebüßt. Steht ein neuer Schwarzer Freitag vor der Tür?
Das Vertrauen und die Zuversicht in die USA Wirtschaft ist gewichen und Anfänge von Zweifel machen sich breit. Man hat den Eindruck, es fällt jeden Tag immer schwerer die Kontrolle aufrecht zu erhalten. Kredite zu bekommen wird immer problematischer, große geplante milliardenschwere Firmenübernahmen liegen auf Eis.
Der Gnadenstoß für den Dollar kommt aber spätestens mit dem Eingeständnis des verlorenen Irak-Krieges und mit der Flucht der längst kriegsmüden Truppen. Die USA als Welt- und Wirtschaftsmacht sind dann erledigt und es wird Generationen dauern, auch nur den Hauch eines guten Rufes für dieses Land im Sinne der Gründerväter in der Welt wieder herzustellen.
Eine Lösung des Gesamtproblems kann eigentlich nur erfolgen, wenn die Möglichkeit zur unkontrollierten Geldvermehrung abgeschafft wird. Die Einführung von edelmetallgedeckten Währungen wäre nach einem Crash die einzig vernünftige Alternative.
Dienstag, 7. August 2007
Grundlagen: Inflation-Hyperinflation-Crash
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HW71
um
17:21
Labels: grundlagen, inflation
Sonntag, 5. August 2007
"IKB-Bank": mögliche Käufer positionieren sich...
Offenbar gibt es doch eine ganze Reihe Interessenten für die angeschlagene IKB-Bank:
Banken buhlen um Kriseninstitut IKB
von Birgit Marschall (Berlin) Angela Maier, Mark Böschen (Frankfurt) und Gerhard Hegmann (München)
Mögliche Käufer bringen sich für einen Einstieg bei der schwer angeschlagenen IKB Deutsche Industriebank in Stellung. HypoVereinsbank und Commerzbank seien grundsätzlich an einem Einstieg interessiert, erfuhr die FTD aus informierten Kreisen.
Interessant dürfte dabei allerdings sein, wer dei "Altlasten" aus dem Hypothekensektor trägt, bzw. übernimmt!
IKB gilt als begehrter Partner
von Rolf Lebert, Angela Maier, Elisabeth Atzler, Nina Luttmer (Frankfurt) und Gerhard Hegmann (München)
Mittelfristig scheint ein Verkauf der durch Fehlspekulationen mit US-Immobilienkrediten schwer angeschlagenen IKB Deutsche Industriebank unausweichlich. Kommt sie auf den Markt, dürfte das ein Wettbieten auslösen.
"Die IKB ist eine interessante Bank für alle Banken, die im mittelständischen Firmenkundengeschäft engagiert sind. Voraussetzung ist aber die Risikoabschirmung des risikobehafteten Portfolios", sagte Michael Dawson-Kropf, Bankenanalyst der Ratingagentur DBRS.
Je nachdem, wer die Risiken trägt, könnte die IKB ein Schnäppchen sein: Sie kostet an der Börse nur noch 1,1 Mrd. Euro, nach 2,63 Mrd. Euro Ende 2006. Der derzeitige Wert entspricht etwa jenem im Jahr 2001, als die staatliche KfW ihren Anteil von rund 38 Prozent von der Allianz und der Münchener Rück übernommen hatte. Würde die KfW jetzt verkaufen, hielten sich ihre Abschreibungen auf die Anteile in Grenzen.
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HW71
um
22:02
Labels: bankenkrise, finanzcrash, subprime
Freitag, 3. August 2007
HSBC-Bank: Aussetzung eines ABS-Fonds
Aktuell nimmt HSBC-Trinkaus keine Fondsanteile eines 200 Millionen schweren ABS-Fonds mehr zurück. Der Grund dafür: durch die aktuelle Lage an den Finanzmärkten sei keine "faire Preisfindung" möglich. Ob es allerdings so sonderlich fair ist, den Investoren daraufhin die Auszahlung ihrer Anteile komplett zu verweigern...?!
HSBC schließt ABS-Fonds
von Reinhard Hönighaus (Frankfurt)
Nach Union Investment hat am Freitag auch HSBC Investments Deutschland seinen 200 Mio. Euro schweren ABS-Fonds vorläufig ausgesetzt. Eine faire Preisfindung sei derzeit unmöglich, hieß es zur Begründung.
"Wir haben die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen zum Schutz der Anleger ausgesetzt", sagte HSBC-Trinkaus-Syndikus Norbert Stabenow der FTD. ABS-Fonds investieren in forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS), die in der aktuellen Liquiditätskrise an den Kreditmärkten teils nur noch zu hohen Preisabschlägen handelbar sind.
Der Markt sei so illiquide, dass derzeit keine faire Preisfindung möglich sei, sagte Leonhard Fröhling, Leiter des institutionellen Geschäfts bei HSBC Investments. "Die Bonität der Papiere ist unserer Meinung nach unkritisch. Aber wir wollen nicht, dass die Illiquidität die Bewertung bestimmt." Der Fonds sei zu etwa vier Prozent im Markt für bonitätsschwache US-Hypotheken (Subprime Mortgages) investiert - "allerdings nur in den besseren Jahrgängen 2005 und davor", sagte Fröhling. Die Bonität der Wertpapiere im Fonds sei mit der Durchschnittsnote A/BBB+ solide.
Bereits Ende Juli hatte Union Investment nach Rückflüssen seinen ABS-Fonds für institutionelle Kunden geschlossen, um Notverkäufe zu vermeiden. Bei der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust, die einen 240 Mio. Euro schweren ABS-Fonds verwaltet, hieß es am Freitag: "Wir beobachten den Markt sehr genau." Zu Mittelabflüssen wollte ein Sprecher keine Stellung nehmen. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS verwaltet gut 3 Mrd. Euro in einen ABS-Fonds für institutionelle Kunden. DWS-Fondsmanagerin Antje Lechner sagte: "Im DWS ABS Fund gibt es keine direkten Risiken aus dem US-Subprime-Segment."
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HW71
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22:01
American Home Mortgage": Entlassungen!
Einem Bericht in der Finacial Times Deutschland zufolge, müssen 90% der Mitarbeiter bei American Home Mortgage gehen - das sind knapp 7.000 Mitarbeiter.
American Home setzt 7000 Mitarbeiter vor die Tür
Als Folge der Branchenkrise stellt der US-Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage Investment den Großteil seines Geschäfts ein. 90 Prozent der Mitarbeiter verlieren ihren Job.
American Home werde die Zahl der Mitarbeiter ab Freitag auf 750 kürzen müssen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Ende 2006 betrug die Zahl der Mitarbeiter noch 7409. Ein Großteil der Geschäfte werde eingestellt. Experten gehen davon aus, dass das Unternehmen unmittelbar vor dem Antrag auf Gläubigerschutz steht. "Der Bankrott ist der nächste logische Schritt", sagte der Branchenanalyst Steve Delaney von JMP Securities.
American Home hatte am Dienstag mitgeteilt, selbst keine Kredite mehr zu bekommen. An der Börse war daraufhin bereits das Überleben der Firma in Frage gestellt worden - die Aktien fielen um 90 Prozent auf 1,04 $.
Das Unternehmen gehört zu den großen Hypotheken-Anbietern der USA. Die Branche steckt angesichts von Rückzahlungsproblemen der US-Eigenheimbesitzer in einer tiefen Krise. Rund 50 Finanzierer sind inzwischen bankrott oder haben sich selbst verkauft.
Auch hier der nachträgliche Hinweis: 50 Finanzierer ist weit untertrieben! Für genau Zahlen sollte man die Seite www.mi-implode.com beobachten!
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HW71
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22:00
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Mittwoch, 1. August 2007
"IKB Bank": Bankenkonsortium muss mithelfen
Laut einem Bericht in der Financial Times Deutschland müssen zusätzlich zur KfW, die mit 38% an der IKB Bank beteiligt ist, auch Privatbanken bei der Rettungsaktion mithelfen:
Banken bewahren Märkte vor Crash
von Tim Bartz, Elisabeth Atzler, Ute Göggelmann, Nina Luttmer, Mark Schrörs, (Frankfurt) und Birgit Marschall (Berlin)Die Krise der IKB Deutsche Industriebank ist weit dramatischer als bislang angenommen. Neben der staatlichen Förderbank KfW, die 38 Prozent an der IKB hält, machen auch Privatbanken bei einer Stützungsaktion für das Mittelstandsinstitut mit.
Die IKB hatte sich mit schlecht abgesicherten US-Immobilienkrediten ("Subprime") verspekuliert. Nach FTD-Informationen beteiligen sich Deutsche Bank, Commerzbank und weitere private Institute mit 15 Prozent an einer 3,5 Mrd. Euro hohen Risikoabschirmung für drohende Verluste der IKB-Fonds Rhineland Funding und Rhine Bridge. Weitere 15 Prozent sollen Sparkassen und Landesbanken, Genossenschafts- sowie Förderbanken stemmen. Den Rest trage die KfW, die zudem mit 8,1 Mrd. Euro für die IKB bürgt.
Dass sich alle drei Säulen des Bankensystems - private, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Institute - an der Rettung der IKB beteiligen, verdeutlicht die Brisanz der Krise. Initiiert wurde die Hilfsaktion von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der auch Verwaltungsratschef der KfW ist. Er hatte die Spitzen der Kreditwirtschaft - darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann - am Sonntag per Telefonkonferenz auf die Rettung der IKB eingeschworen.In der Sitzung habe Jochen Sanio, Chef der Finanzaufsicht BaFin, sogar vor der größten Bankenkrise seit 1931 gewarnt, hieß es von Teilnehmern. Eine Pleite wäre die größte einer deutschen Bank seit dem Kollaps der Herstatt-Bank 1974 gewesen. Es gehe bei der Stützungsaktion "um die Stabilität des deutschen Finanzmarkts", so der Bundesverband deutscher Banken.
Weber versucht zu beruhigen
Bundesbankpräsident Axel Weber versuchte am Mittwoch, die Sorgen zu dämpfen: "Mögliche Wertverluste in den Portfolios können verkraftet werden. Eventuelle Risiken wären damit abgeschirmt."
Die letzte große Beinahe-Branchenpleite war 2005 der Zusammenbruch der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden nach fehlgeschlagenen Zinsspekulationen. Heute gehört das Institut dem US-Finanzinvestor Lone Star.
Inzwischen prüft die EU-Kommission, ob die Stützungsaktion für die IKB eine Staatsbeihilfe ist - die Brüssel nur in bestimmten Fällen gestattet. Aus Regierungskreisen hieß es, durch die Beteiligung der Privatbanken handele es sich nicht um eine rein staatliche Beihilfe.
Dennoch gibt es Forderungen nach einer Trennung von KfW und IKB. "Eine Staatsbank muss sich auf ihre Aufgaben im Fördergeschäft beschränken und sich nicht ins Wettbewerbsgeschäft begeben", sagte der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Otto Bernhardt, der FTD.
Die Krise am Subprime-Markt spitzte sich am Mittwoch zu. Die US-Investmentbank Bear Stearns musste den dritten auf solche Kredite spezialisierten Hedge-Fonds schließen. Der Baufinanzierer American Home erhält keine Kredite mehr und steht vor der Pleite. Das Institut, dessen Aktie am Mittwoch um rund 90 Prozent einbrach, gehört zu den großen US-Hypothekenanbietern, hat aber vor allem Kunden mit höherer Bonität.
Weltweit brachen wegen der Krise die Aktienmärkte ein, da die Anleger in weniger riskante Investments flüchteten. Der Deutsche Aktienindex verlor zeitweise 2,5 Prozent und schloss 1,5 Prozent im Minus.
Dass auch höherwertige Immobiliendarlehen inzwischen Probleme bereiten, belegt die massive Verunsicherung der Investoren. Die australische Bank Macquarie warnte am Mittwoch vor Verlusten von bis zu 25 Prozent bei ihren zwei Fonds - obwohl diese keine direkte Verbindung zum Subprime-Markt haben.
Bei der Deutschen Bank schlägt sich die Kreditkrise bisher indes noch nicht nieder. Ihr Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 1,78 Mrd. Euro.
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HW71
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22:00
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Dienstag, 31. Juli 2007
"American Home Mortgage": Einbruch um 87%
Wie gestern bereits hier festgehalten, wurde der Aktienhandel von American Home Mortgage gestern noch vor Handelsbeginn angehalten.
Nachdem American Home Mortgage heute bekanntgab, dass die Firma massive Liquiditätsprobleme hat, brach der Aktienkurs nach wiederaufnahme des Handels um 87% ein!
Am Freitag schloss der Kurs bei $10.47, am Montag wurde der Handel vor Handelsbeginn eingestellt und heute, Dienstag wurde die Aktie zu $1.40 gehandelt.
American Home Mortgage plunges 87 pct
Tue Jul 31, 2007 2:25PM EDTNEW YORK (Reuters) - Shares of American Home Mortgage Investment Corp. (AHM.N: Quote, Profile, Research) resumed trading on Tuesday, plunging 87 percent after the mortgage lender said it is unable to fund home loans and may have to liquidate its assets.
Shares of American Home were halted before the bell on Monday after closing at $10.47 on the New York Stock Exchange on Friday. They were trading at $1.40 on Tuesday.
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HW71
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19:00
Labels: finanzcrash, kredite, subprime
Montag, 30. Juli 2007
Krise bei US-Immobilienkrediten erreicht Deutschland...
Die Nacht von Sonntag auf Montag zeigte, dass die "weit weg" geglaubte US-Krise bei Immobilienkrediten in einem weltweit verflochtenen Finanzsystem innerhalb kurzer Zeit auch andere Länder erreichen kann: vor wenigen Tagen hatte die Düsseldorfer IKB Deutsche Industrie Bank AG noch ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt - um dann in der vergangenen Nacht mit einer Gewinnwarnung die neue Woche zu beginnen. "Gewinnwarnung" dürfte dabei sogar noch geschmeichelt sein, denn der Hauptaktionär der IKB, die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW (mit 38% an der IKB beteiligt) musste einspringen, da die "Bonität der IKB gefährdet war". An der Börse geht die Angst um: Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt hat erstmals auch ein deutsches Kreditinstitut erfasst - die Mittelstandsbank IKB. Ihr Aktienkurs fällt dramatisch, auch andere Finanztitel geben nach - und ziehen den Dax nach unten. Frankfurt am Main - Die zunehmende Furcht vor einer Ausweitung der US-Hypothekenkrise auf die europäischen Märkte hat Börsenhändlern heute die Stimmung vermiest. Von den Bankentiteln im Dax notierte am frühen Nachmittag kein einziger im Plus. Am schlimmsten erwischte es die Commerzbank - sie gab bis 14.30 Uhr rund 3,7 Prozent ab. Auch die Deutsche Bank verlor fast 1,9 Prozent. Auch die Postbank verlor, ebenso wie die Dresdner-Bank-Mutter Allianz . Das Minus bei den Finanztiteln zog den Dax insgesamt nach unten, der 0,55 Prozent verlor und bei 7410 Punkten notierte. Die Krise war offenbar ernst. In der Mitteilung hieß es, wegen der Probleme am US-Immobilienmarkt und der damit einhergehenden Verunsicherung sei die Bonität der IKB gefährdet gewesen. Die KfW, die 38 Prozent der IKB besitzt, musste einschreiten. Sie habe "die notwendigen Maßnahmen getroffen", um die Bonität der IKB zu sichern, hieß es. Die KfW leiste "damit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Marktes". Die Börsen straften die IKB heute ab, ihre Aktie verlor bis 14.30 Uhr fast 24 Prozent. Warten auf den Branchenprimus Die Probleme am US-Hypothekenmarkt belasten die Börsen seit Monaten. Mehr als 50 amerikanische Finanzierer sind Bankrott gegangen oder haben sich selbst verkauft. Am härtesten hat es Institute getroffen, die sich auf Kreditnehmer mit niedriger Bonität konzentriert haben - das sogenannte Subprime-Geschäft. Die Analysten erwarten aber vor allem nähere Informationen zu den Auswirkungen der US-Immobilienkrise auf die Deutsche Bank. Ihr Risikovorstand (Chief Risk Officer), Hugo Bänziger, hatte allerdings schon Anfang des Monats darauf verwiesen, dass man die Anzeichen für die Probleme auf dem Subprime-Markt frühzeitig gesehen und Konsequenzen gezogen habe. Analyst Andreas Weese von der UniCredit-Tochter HVB hält die momentane Stimmung für übertrieben. Die wachsende Nervosität im Markt dürfte sich nach den guten Quartalszahlen der Deutschen Bank etwas beruhigen, erwartet er. Auch die Entwicklung bei den US-Investmentbanken habe gezeigt, dass das Umfeld nach wie vor sehr günstig ist, schreibt der HVB-Experte. Ein Commerzbank-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP auf Anfrage, weder die Commerzbank noch ihre Tochter Eurohypo gäben direkte Kredite an Privatkunden in den USA. In überschaubarem Umfang sei man am Verbriefungsgeschäft mit diesen Krediten beteiligt. Bei der Verbriefung wird ein Kredit oder sein Risiko am Kapitalmarkt verkauft. Immerhin die Aktie der britischen HSBC stemmte sich heute gegen den Negativtrend. Sie hat in der ersten Hälfte des Jahres gut verdient - die Aktie verteuerte sich um knapp 2,5 Prozent. Es leuchtet nicht sofort ein: Warum ist die IKB, die sich um den deutschen Mittelstand kümmert, von der Krise auf dem US-Immobilienmarkt betroffen? Die Antwort: Die IKB hat sich schon längst zu einem internationalen Finanzinstitut gewandelt. Nicht nur den traditionellen Kredit hat die IKB im Angebot, sondern auch moderne Finanzierungsformen in vielen Ländern. Hier eine Übersicht, was die IKB auszeichnet und wie es zu den Problemen kommen konnte. Die IKB ist fokussiert auf den deutschen Mittelstand. Sie ist Finanzierungspartner für mehr als 20.000 mittelständische Firmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungssektor und Immobiliengewerbe. Kerngeschäft ist die Vergabe langfristiger Investitionskredite. Über die Plattform IKB Direkt wird der Kreditprozess vereinfacht - und die Kosten gesenkt. Bei der Gewährung von langfristigen Investitionskrediten an Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ist die Bank deutscher Marktführer mit einem Anteil von 13,5 Prozent. Zudem im Angebot sind Schuldscheindarlehen, Mezzanine-Kapital, ABS-Finanzierungen und Private Equity. Bei Mezzanine-Finanzierungen arbeitet die IKB mit der Deutschen Bank zusammen. Das Instrument heißt Equinotes. Außerdem ist die IKB im Mobilienleasing und der Immobilienfinanzierung aktiv. Eine zunehmende Bedeutung wird in den nächsten Jahren das Verbriefungsgeschäft einnehmen. Das gilt sowohl für die Ausplatzierung von Kreditrisiken als auch für die Investments in internationale Kreditportfolien. Bis heute hat die IKB Aktiva in einem kumulierten Gesamtvolumen von nahezu 18 Mrd. Euro verbrieft und an den nationalen und internationalen Kapitalmärkten synthetisch ausplatziert. Damit gelang es der Bank, im Zeitraum von 1995 bis 2007 das Kreditvolumen um 115 Prozent ohne die Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen. Das freigesetzte Kapital hat die IKB in internationale Kreditportfolien investiert. Laut IKB-Geschäftsbericht konzentrieren sich die Investments zu zwei Dritteln auf mindestens Investmentgrade-geratete US-Portfolios (wie zum Beispiel Kreditkartenforderungen, Hypothekenkreditforderungen sowie Unternehmenskredite) sowie zu einem Drittel auf europäische Portfolien mit ähnlichen Strukturen. Mit 38 Prozent ist die KfW Bankengruppe der größte Aktionär. Die staatliche Förderbank wurde 1948 gegründet und gehört zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern. Die Stiftung Industrieforschung hält knapp 12 Prozent des IKB-Aktienkapitals. Die Stiftung entstand aufgrund der Fusion der Deutschen Industriebank mit der Industriekreditbank im Jahr 1974. Anlässlich dieser Fusion war mit der Bundesregierung vereinbart worden, das Vermögen der Deutschen Industriebank einer Stiftung zu übertragen, die ausschließlich der Förderung der gewerblichen Wirtschaft dienen soll. Die Fördermittel stammen aus Dividendenzahlungen der IKB. Die übrigen 50 Prozent des IKB-Aktienkapitals befinden sich im Besitz von institutionellen und privaten Investoren. Wichtige Aktionäre sind das Bankhaus Sal. Oppenheim und die französische Bank Natixis. Die KfW Bankengruppe ist nicht nur größter Aktionär, sondern auch wichtiger Kooperationspartner der IKB. Die KfW ist einerseits Partner bei IKB-Finanzierungstransaktionen; andererseits beteiligt sich die IKB im Gegenzug an Finanzierungsgeschäften der KfW. Das Gros dieser Transaktionen bezog sich - wie im Jahr zuvor - auf nationale und internationale Projektfinanzierungen. Zudem refinanziert die IKB einen Teil ihrer inländischen Firmenkundenkreditgeschäftes bei der KfW. Laut IKB-Geschäftsbericht wurden folgende Standardprogramme in Anspruch genommen: "KfW-Unternehmerkredit", "KfW-Unternehmerkapital" sowie das "KfW-Innovationsprogramm". Insgesamt hat die IKB mit der KfW Bankengruppe im Jahr 2006 ein gemeinsames Finanzierungsvolumen von 1,4 Mrd. Euro gestemmt; im Jahr zuvor waren es 0,9 Mrd. Euro. Hauptverantwortlich ist der Investmentpool Rhineland Funding. Dieses Verhikel wird von der IKB beraten und von der französischen Großbank Société Générale verwaltet. Die Liquiditätslinien stellt die IKB. Laut IKB-Geschäftsbericht belief sich das Investmentportfolio im vergangenen Jahr auf 12,7 Mrd. Euro. Angepeilt war eine Erhöhung bis 2009 auf 20 Mrd. Euro. Rhineland Funding ist für das Verbriefungsgeschäft zuständig. Dabei verkaufen mittelständische Unternehmen Forderungen aus Lieferungen, Leasingvereinbarungen oder Lizenzeinnahmen an die IKB. Finanziert wird der Forderungskauf durch die Emission so genannter Asset Backed Commercial Papers (ABCP). Das sind mit Forderungen besicherte Wertpapiere, die von Ratingagenturen bewertet werden. Der deutsche ABCP-Markt hatte 2004 ein Volumen von 65,8 Mrd. $. Neben Rhineland Funding ist noch die Deutsche Bank und die SachsenLB aktiv. International betrachtet rangiert das Rhineland Funding Programm auf dem achten Platz. Rhineland Funding hat ein Teil seines Kapitals auch in amerikanische Immobilienkredite aus dem Subprime-Bereich investiert. Bisher gab es zwar wenig Ausfälle. Jedoch hat sich mit der Bonitätsverschlechterung - Standard and Poor's und Moody's haben viele hypothekenbesicherte Produkte herabgestuft - der Risikoappetit der Investoren verringert - die Zinsaufschläge haben sich deutlich erhöht. Die KfW wird mit Wirkung zum 30. Juli in die Liquiditätslinien gegenüber Rhineland Funding eintreten. Darüber hinaus wird sie die IKB gegen Risiken abschirmen, die aus bestimmten Portfolioinvestments resultieren. Das garantiert, dass die IKB ihre gute Bonität erhalten kann. So kann sie sich weiterhin günstig auf dem Kapitalmarkt refinanzieren - und dem Mittelstand günstige Kredite anbieten.
Aus focus.de:US-Krise erreicht Deutschland
Die bisherige Ergebnisprognose für das im März endende Geschäftsjahr 2007/2008 werde aus heutiger Sicht „deutlich niedriger ausfallen“, teilte IKB in der Nacht zum Montag überraschend mit. Erst vor wenigen Tagen hatte die IKB ihre operative Gewinnprognose von 280 Millionen Euro noch bekräftigt und die Risiken aus dem US-Engagement als gering eingestuft. Zur Höhe der nun erwarteten Belastungen machte das Institut keine Angaben.
Auch zum Ausscheiden des seit 2004 an der Spitze der Bank stehenden Vorstandssprechers Stefan Ortseifen gab es keine Erklärung. Ortseifen, der für Immobilien und Verbriefungen zuständig war, habe die Bank „im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“ verlassen. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde KfW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig ernannt.
Kreditausfälle brinken Banken in Schwierigkeiten
Der von der IKB verwaltete Fonds „Rhineland Funding“ und das Institut selbst sind in den USA im Subprime-Markt schwach besicherter Immobilienkredite engagiert. Seit geraumer Zeit häufen sich dort die Kreditausfälle, was bereits einige amerikanische Banken in Schwierigkeiten gebracht hat.
Die IKB erklärte, bei ihr habe es Bewertungsabschläge sowie „wenige Kreditausfällen und nur einige Ratingverschlechterungen“ gegeben. „Dennoch hat das Engagement der IKB dazu geführt, dass ihre Bonität vor dem letzten Wochenende in Frage gestellt wurde und zu befürchten war, dass sich die Vertrauenskrise weiter verschärfen würde“, erklärte die Bank. Das Investmentvolumen von „Rhineland Funding“ betrug nach Angaben der IKB zum 31. März 12,7 Milliarden Euro.
Hilfe von der KfW
Die KfW sagte dem Düsseldorfer Institut zu, die Risiken aus dem US-Engagement abzuschirmen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die die Situation bei der IKB gemeinsam mit der KfW analysiert hatte, erklärte: „Dadurch wird sichergestellt, dass es nicht zu Marktverwerfungen oder negativen Folgen für das Bankensystem kommt.“
Nach Ansicht von Ratingagenturen dürften weitere deutsche Banken von der Krise verschont bleiben. „Die meisten deutschen Institute sind gut aufgestellt und können mit einer Krise, die sich nicht dramatisch ausweitet, umgehen“, sagte Thomas von Lüpke, Experte bei der Ratingagentur Fitch. Die Agentur Standard & Poor´s (S&P) erklärte, sie habe in einer Umfrage zum Subprime-Geschäft bei deutschen Großbanken keinen Grund zur Sorge feststellen können. „Wir sehen keinen signifikanten Einfluss auf die großen deutschen Institute durch die Krise auf dem US-Hypothekenmarkt“, sagte S&P-Bankanalyst Stefan Best.
Ein weiterer Artikel aus spiegel.de:Sorge um Banken lähmt die Börsen
WAS MACHT DIE IKB?
Schlecht recherchiert: in dem Artikel wird von "mehr als 50 amerikanische Finanzierer" gesprochen, die zwischenzeitlich Bankrott gegangen sind oder verkauft wurden. Wie man relativ schnell auf www.mi-implode.com sehen kann, sind es aktuell genau 105!!!
Bei dem nachfolgenden Artikel auf focus.de wird berichtet, dass die Commerzbank-Gruppe mit insgesamt 1,2 Milliarden EUR im amerikanischen Subprime-Markt investiert ist - und auf die Gefahr eines Domino-Effekts hingewiesen:
Auch Commerzbank betroffen
Die Commerzbank ist ebenfalls von der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt betroffen. Das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut bezifferte die aus heutiger Sicht entstehenden Belastungen für das operative Ergebnis auf 80 Millionen Euro in diesem Jahr. Jeweils die Hälfte davon werde im zweiten und dritten Quartal anfallen, sagte ein Sprecher. Insgesamt sei die Commerzbank-Gruppe mit 1,2 Milliarden Euro auf dem amerikanischen Subprime-Markt investiert.Der Sprecher betonte, dass die Bank trotz den Belastungen an den Prognosen für das Gesamtjahr festhalte.
Jahrelang lief das Geschäft mit US-Hypotheken glänzend: Die Banken gaben selbst wenig vermögenden Kunden hohe Kredite, mit denen sie sich den Traum von den eigenen vier Wänden leisten konnten. Da die als Sicherheit dienenden Immobilien ständig an Wert gewannen, schien es ein sicheres Geschäft. Immer mehr Kredite wurden vergeben, die Risiken in handelbare Pakete zusammengefasst. Verschiedenste Investoren wie Hedge-Fonds, internationale Banken und Versicherungen kauften diese Anleihen, weil sie ein paar Punkte mehr Zinsen als Staatsanleihen abwarfen.
Risiken streuen
Auch die IKB sah darin eine große Chance: Sie konnte damit ihre eigenen Risiken, im Kern aus der Finanzierung mittelständischer deutscher Unternehmen bestehend, besser streuen und erhoffte sich zusätzlichen Gewinn. Doch das Geschäft dreht sich schnell, wenn die Immobilienpreise sinken und die Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden können. Der Niedergang verstärkt sich dann durch viele Faktoren: Aus Furcht will niemand mehr die maroden Papiere kaufen, Hedge-Fonds, die die so genannten „Sub Prime“-Anleihen auf Kredit gekauft haben, müssen ihre Papiere dagegen schnell abstoßen. Das Kartenhaus bricht zusammen.
„Man findet immer wieder, dass eine Bank meint, sie sei klüger als der Rest“, sagt Bankenexperte Gerke. Dann würden größere Risiken eingegangen als eigentlich tragbar. „Das ist verwunderlich, nach so vielen Jahren Kapitalmarkttheorie.“ Er sieht in der US-Häuserkrise zwei Auswirkungen: Es treffe auch alle anderen Banken, die in dieses Segment investiert sind. Dort sei der Anteil dieser US-Papiere im Vergleich zu anderen Anlagearten allerdings „hoffentlich“ nicht so groß wie bei der IKB.
Gefahr eines Dominoeffekts
Gleichzeitig bestehe die Gefahr eines Dominoeffektes, indem auch große US-Banken schwerer getroffen werden könnten und dies auf die Weltmärkte insgesamt drücke. Vor allem Banken und Versicherungen standen bereits in den vergangenen Wochen im Generalverdacht, unter der Krise zu leiden. Aber auch auf ganz andere Märkte können die maroden US-Hypotheken nach Einschätzung von Experten Auswirkungen haben: Weil dann die Zinsen für risikobehaftete Kredite steigen, lohnen sich für Finanzinvestoren (Private Equity) fremdfinanzierte Übernahmen nicht mehr.
Die globale Verteilung der Risiken aus den US-Hypotheken hat aber auch Vorteile: Die Last wird von breiten Schultern getragen – und das könnte zur Stabilität der Weltwirtschaft beitragen. Auf der anderen Seite könnte diese Risikoverteilung aber auch Spekulationsblasen fördern, weil zusätzliches Geld fließt. Die IKB, so ist Gerke zumindest überzeugt, wäre unter normalen Umständen schließlich nicht in den US-Hypothekenmarkt eingestiegen.
Und in einem recht aktuellen Artikel von 18:15 Uhr kommt dann plötzlich auch noch die Allianz mit 1,4 Milliarden EUR mit in's "Subprime-Boot":
Die Commerzbank ist mit rund 1,2 Milliarden Euro in dem Markt engagiert und rechnet daraus mit einer Ergebnisbelastung von jeweils 40 Millionen Euro vor Steuern im zweiten und dritten Quartal, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Dies werde aber keine Auswirkungen auf die zu Jahresanfang angehobene Gewinnprognose für den Konzern haben.
Allianz trifft Vorsorge
Auch Europas größter Versicherungskonzern Allianz stellt sich wegen der Immobilienkrise in den USA auf geringe Belastungen ein. Das Engagement der Guppe bei verbrieften Hypothekenkrediten in den USA belaufe sich auf 1,4 Milliarden Euro, davon 1,3 Milliarden Euro über die Dresdner Bank und 0,1 Milliarden Euro im Versicherungsgeschäft, hieß es in einer Mitteilung in der vergangenen Woche. Für die Investments sei eine Vorsorge in Höhe von 70 Millionen Euro vorgenommen worden.
Der Risikovorstand der Deutschen Bank, Hugo Bänziger, hatte bereits Anfang des Monats bereits darauf verwiesen, dass das größte deutsche Geldhaus die Anzeichen für die Probleme auf dem sogenannten Subprime-Markt frühzeitig gesehen und entsprechende Konsequenzen gezogen habe. Konkrete Zahlen nannte die Bank am Montag nicht. Ein Sprecher verwies allerdings auf die an diesem Mittwoch anstehende Veröffentlichung der Quartalszahlen der Bank.
Weitere interessante Hintergrundinformationen über die Verflechtung von IKB und KfW finden sich in einem Artikel in der Financial Times Deutschland:Warum die US-Krise die IKB erwischt
von Tobias Bayer (Frankfurt)
Die Nachricht schockiert die Märkte: Die Mittelstandsbank IKB ist von der Krise auf dem US-Immobilienmarkt betroffen und gibt eine Gewinnwarnung heraus. Die staatliche Förderbank KfW muss eingreifen. Die Aktie stürzt.
Welches Geschäftsmodell hat die IKB?
Wer sind die Aktionäre der IKB?
Wie arbeiten IKB und KfW zusammen?
Warum ist die IKB von der US-Immobilienkrise betroffen?
Wie hilft die KfW der IKB?
Die Frage dabei ist: inwieweit stecken eventuell auch noch Lebensversicherungen und andere Fonds im Subprime-Dschungel? Die Lage am Immobilienmarkt scheint sich auf jeden Fall nicht zu bessern. Dazu folgt allerdings noch ein extra Post.
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HW71
um
22:23
Labels: bankenkrise, finanzcrash, kredite, subprime
"American Home Mortgage": Trading Halt...
Vor ein paar Tagen wurde erst die Dividentenzahlung ausgesetzt - nun wurden heute die Aktien von American Home Mortgage (AHM) vom Handel ausgesetzt, da eine Kurs-sensitive Pressemitteilung der Firma erwartet wird: An NYSE spokesman said the exchange expects the Melville, N.Y.-based home lender to issue an announcement during trading hours Monday. The company's stock plunged almost 40 percent in premarket trading because of a news release issued late Friday night. American Home Mortgage Investment said it would not pay the 70 cent per share dividend slated to be paid that day. Some of the lender's financial backers want their money back, and the company said it needs to hold on to cash in case the credit environment worsens. American Home Mortgage Investment said the turbulent conditions in the mortgage market forced the company to mark down the value of its portfolio of home loans and loan-backed bonds. Lehman Brothers analyst Bruce Harting downgraded American Home Mortgage Investment to "Underweight" from "Equal Weight," citing the "continued liquidity crisis that has gripped the mortgage funding markets." Harting cut his price target to $5. The shares closed Friday at $10.47, down more than 70 percent for the year. This stock peaked above $40 in 2005. Beginning earlier this year, many lenders reported their financial backers were pulling the plugs on their financing and demanding some money back. The home loans that act as collateral for these credit lines had lost a lot of value, and the financial backers demanded compensation. Analysts from RBC Capital Markets and JMP Securities LLC also downgraded American Home Mortgage Investment.Out of the Gate: AHM Halted
Monday July 30, 10:28 am ET
NYSE Halts Trading in AHM Shares Pending Announcement After Suspended Dividend NEW YORK (AP) -- The New York Stock Exchange halted trading in shares of American Home Mortgage Investment Corp. Monday morning pending an announcement from the struggling mortgage lender, which on Friday froze its dividend.
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HW71
um
19:31
Labels: finanzcrash, kredite
Samstag, 28. Juli 2007
Bear Stearns: was steckt dahinter?
Während meiner zwangsweisen Abstinenz die letzten Wochen, gab es einige interessante Ereignisse in der Finanz-, Immobilien- und Kreditszene in den USA. Unter anderem musste Bear Stearns Kunden zweier seiner Hedge Fonds mitteilen, dass beide Fonds, die zum Jahresanfang noch mehrere Milliarden US-Dollar wert waren, nun plötzlich wertlos, bzw. "fast" wertlos sind.
Eine gute Zusammenfassung, wie sowas möglich ist - und was genau passiert ist, gibt es hier:
Wie die Hedgefonds-Blase entstand - und platzte
Anfang des Jahres waren sie Milliarden wert, nun sind sie pleite: Die US-Investmentbank Bear Stearns hat sich mit zwei Hedgefonds verzockt. Ökonom Willi Semmler erklärt, welche Kettenreaktion zu der Spekulationsblase führte - und wie schnell sich ein solches Debakel wiederholen kann.
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New York - Ben Bernanke hat als Chef der amerikanischen Notenbank nicht nur die Inflation und Beschäftigung im Blick. In der Geschichte der Federal Reserve ist er auch einer der ganz wenigen geschulten Akademiker, die sich ausgezeichnet mit den Mechanismen der Finanzmärkte auskennen. In zahlreichen Fachbeiträgen hat er gezeigt, wie Finanzmärkte Aufschwünge und Abschwünge verstärken und zu irrationalen Verzerrungen der Bewertungen führen können. Bernanke nannte dies den "Finanzakzelerator".
Sein Wissen kann der Fed-Chef in diesen Tagen gut gebrauchen. Denn die US-Investmentbank Bear Stearns musste in dieser Woche offiziell einräumen, dass sie sich mit zwei ihrer Hedgefonds massiv verspekuliert hat und dabei Milliardenwerte vernichtete. Denkbar ist, dass der Kollaps der beiden Fonds Kettenreaktionen hervorruft, die auch andere Hedgefonds in Mitleidenschaft ziehen - mitsamt den Banken, die ihnen Kredite gaben. Entsteht eine größere Finanzmarktkrise daraus, auf die Bernanke reagieren muss?
Der Zusammenbruch der beiden Hedgefonds - sie trugen die umständlichen Namen High-Grade Structured Credit Enhanced Leveraged Fund und High-Grade Structured Credit Fund - ist ein Lehrbeispiel dafür, wie in einem Finanzmarktboom die realistische Einschätzung von Risiken leidet und alle Vorsicht vergessen wird.
Was genau ist geschehen?
Die beiden Fonds haben auf dem Markt für Hypotheken-Kredite an Schuldner mittelmäßiger und schlechter Bonität spekuliert, dem sogenannten Sektor des subprime lending. Hypothekenbanken in den USA haben auch zahlungsschwachen Schuldnern beim Kauf von Häusern und Wohnungen ermöglicht, bis zu 100 Prozent des Immobilienwertes zu borgen.
Oft war der Zinssatz anfangs niedrig, in der Regel gleitet er aber und orientiert sich an der Zinsrate der Tagesgelder der Fed (der prime rate). Diese ist in der Zwischenzeit auf 5,25 Prozent gestiegen. Viele Amerikaner, die Immobilien auf Pump erworben haben, stürzt das in akute Zahlungsnöte. In der Folge ist der Markt für subprime lending in die Krise gerutscht. Hypothekenbanken, die sich auf das Segment spezialisiert hatten, gerieten in Schwierigkeiten.
Warum aber hat das riskante subprime-Geschäft in den USA überhaupt eine Dimension annehmen können, die sich nun als maßlos übertrieben erweist? Das hängt damit zusammen, dass die Hypothekenbanken ihre Kredite als Sicherheit für Wertpapiere benutzen und diese weiterverkauften. Durch diese mortgage-backed securities (MBS) lässt sich das Kreditrisiko an andere Akteure auf dem Finanzmarkt weiterreichen. Dies vermindert den Anreiz, die Bonität der Kreditnehmer kritisch zu prüfen.
Die perfekte Blase
Investmentbanken erwerben hypothekenbesicherte Wertpapiere, bündeln sie und verkaufen sie ihrerseits weiter - in Form von Tranchen von Anrechtsscheinen mit mal größerem, mal kleinerem Risiko. Diese Tranchen werden CDOs genannt, was für collateralized debt obligations steht, also für eine Art von forderungsbesicherten Wertpapieren. Diejenigen Tranchen mit dem größten Ausfallrisiko versprechen im günstigen Fall auch die höchsten Renditen.
Die zwei Hedgefonds von Bear Stearns sind eigens für den Zweck gegründet worden, solche CDOs aufzukaufen. Das trägt Züge eines Glücksspiels: Wenn die Immobilienpreise nach oben gehen, bewahrt dies die US-Privathaushalte mit geringer Bonität vor Pleiten - und die CDOs werden zu sicheren Anlagen mit hohen Erträgen. Wenn die Immobilienpreise aber sinken, wird das Geschäft gefährlich.
Der Kauf von CDOs ist auch insofern riskant, als sie nur selten und von wenigen Akteuren auf dem Finanzmarkt gehandelt werden. Damit lässt sich schwer ermitteln, wie hoch der Wert der CDOs realistischerweise sein sollte. Kaufen Hedgefonds CDOs im großen Stil auf, treibt das den Wert nach oben. Das lässt die Manager des Hedgefonds erfolgreich erscheinen. Anlagefreudige und betuchte Kunden wittern hohe Renditen und investieren in diese Hedgefonds.
Erst recht bedrohlich wird es, wenn die Hedgefonds zu Finanzierungsbanken gehen, etwa zu Merrill Lynch, Citigroup oder der Deutschen Bank, und Kredite aufnehmen wollen. Als "Sicherheit" bieten die Hedgefonds ihre Portfolios mit den oft hoch riskanten CDOs. Die Banken erfüllen die Kreditwünsche mit billigem Geld, das sie sich zum Beispiel in Japan mit 0,5 Prozent Verzinsung beschafft haben (damit ist dann auch noch das Risiko von Wechselkursschwankungen verbunden).
Nun ist die Spekulationsblase perfekt. Die Hedgefonds kaufen noch mehr CDOs, dadurch steigt deren scheinbarer Wert. Die Finanzierungsbanken geben noch mehr Kredite. Andere Banken wollen auch in den lukrativen Markt einsteigen. Und die Hypothekenbanken im subprime-Sektor gewinnen weitere Anreize, mehr und mehr ungeprüfte Kredite an zahlungsschwache Haushalte zu vergeben.
Der Beginn eines Dominoeffektes?
Diese sich selbst verstärkende Aufwärtsspirale findet in dem Moment ein Ende, in dem die Immobilienpreise zu sinken beginnen. Die Kreditbanken, die den Hedgefonds Geld geliehen hatten, fangen an, ihre Gegenwerte zu verkaufen. Dadurch verlieren die CDOs an Wert, was wiederum andere Banken nervös macht - die ganze Logik der Spekulation kehrt sich um. Das erste Opfer war der New Century Fund, der im Mai wegen einer schief gegangenen Wette auf das subprime-Geschäft Bankrott machte. Dutzende andere Fonds mussten seither geschlossen werden.
Bei den Hedgefonds von Bear Stearns verlief die Abwärtsspirale ganz ähnlich: Banken wie die Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America und die Deutsche Bank begannen verstärkt Ende Juni, Gelder zurückzufordern. Am 22. Juni musste Bear Stearns eine Rettungsaktion unternehmen und selbst 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich in einen der beiden Fonds investieren, um ihn über Wasser zu halten (anfangs war sogar eine Finanzspritze von mehr als drei Milliarden Dollar geplant).
Angesichts weiterer Wertverluste im Immobiliensektor und bei CDOs waren die Fonds gleichwohl nicht zu retten. Inzwischen sind sie nach Eingeständnis von Bear Stearns "praktisch wertlos" und sollen mittelfristig aufgelöst werden. Die Investoren werden nur wenig von ihren Einlagen wiedersehen.
Die Aktienwerte von Bear Stearns und der involvierten Banken sind seither deutlich gesunken. Inzwischen sind auch Gerüchte aufgetaucht, dass auch Hedgefonds von Lehman Brothers in Schwierigkeiten geraten seien.
Ob weitere Kettenreaktionen folgen, ist im Moment nur vage zu beantworten. Als sicher kann gelten, dass Hedgefonds und Banken nun vorsichtiger agieren werden. Viele dürften hochriskante Anlagen abstoßen und sogar sicherere Anlagewerte verkaufen, um Cash zu gewinnen und eventuelle Finanzlücken zu stopfen. Die Platzierung neuer Anleihen am Markt ist, wie die "Financial Times" berichtet, schon viel schwieriger geworden.
Der subprime-Hypothekenmarkt ist zwar an sich nur ein kleines Marktsegment. Gut möglich ist aber, dass die Probleme auf andere Sektoren des Immobilien- und dann des Finanzmarktes ausstrahlen. Finanzmarkt-Experte Ben Bernanke jedenfalls bezeichnete die Implosion des subprime-Sektors bei seinem halbjährlichen Auftritt vor dem US-Kongress in dieser Woche als "Warnung". Der ganze Sektor sei durch laxe Kontrollen, übertriebene Kreditvergabe und in manchen Fällen Betrug gekennzeichnet. Die Lage werde "sich erst einmal verschlimmern, bevor sie sich bessert".
Bernankes Verhalten in den kommenden Wochen dürfte ein guter Indikator dafür sein, wie ernst die Situation ist. Wie oft erscheint er bei Reden und gesellschaftlichen Empfängen? Tritt er selten auf, ist das ein schlechtes Zeichen: Er sitzt dann wahrscheinlich in der Fed mit seinem Krisenstab zusammen.
Selbst wenn dieses Mal alles gut geht: Die nächste Spekulationskrise, ausgelöst durch den "Finanzakzelerator", dürfte ganz ähnlich beginnen wie das Debakel bei Bear Stearns.
Eingestellt von
HW71
um
21:14
Labels: finanzcrash, kredite, subprime
Realeinkommen sinken - Einkaufslust bleibt
Interessanter Artikel bei Spiegel Online:
Aufschwung hin oder her - viele Arbeiter und Angestellte haben gemessen an den Verbraucherpreisen weniger im Geldbeutel als noch vor einem Jahr. Vor allem im Baugewerbe und in der Energieversorgung gab es Reallohnverluste. Die Einkaufslust lassen sich die Verbraucher davon aber nicht verderben.
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Wiesbaden - Der Schein trügt oft - denn auch eine Gehaltserhöhung macht einen nicht immer reicher: Sowohl die tariflichen Monatsgehälter der Angestellten als auch die tariflichen Stundenlöhne der Arbeiter stiegen im April 2007 im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat weniger als die Verbraucherpreise, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Danach betrug der Anstieg für die Angestellten 1,7 Prozent und bei den Arbeitern 1,8 Prozent - bei den Verbraucherpreisen aber 1,9 Prozent.
Der stärkste Anstieg der tariflichen Monatsgehälter fand den Angaben zufolge mit plus 2,3 Prozent im Produzierenden Gewerbe statt. In den einzelnen Branchen des Produzierenden Gewerbes war die Entwicklung aber unterschiedlich. Überdurchschnittlich erhöhten sich beispielsweise die tariflichen Monatsgehälter der Angestellten in der Chemischen Industrie (plus 3,7 Prozent), im Maschinenbau (plus 2,9 Prozent) und im Fahrzeugbau (plus 2,1 Prozent).
Unterdurchschnittliche Tariferhöhungen erzielten die Angestellten hingegen in der Energieversorgung (plus 1,5 Prozent) und im Baugewerbe (plus 0,5 Prozent). Im Dienstleistungsbereich stiegen die Tarife für die Angestellten unter anderem im Kreditgewerbe um 1,9 Prozent, im Einzelhandel aber nur um 1,2 Prozent und bei den Versicherungen um ein Prozent.
Auch die tariflichen Stundenlöhne der Arbeiter verzeichneten im Produzierenden Gewerbe den höchsten Zuwachs (plus 1,9 Prozent). Überdurchschnittlich erhöhten sich die Tariflöhne in der Chemischen Industrie (plus 3,7 Prozent), im Ledergewerbe (plus 3,5 Prozent) sowie beim Maschinenbau (plus 2,9 Prozent). Unterdurchschnittlich stiegen die tariflichen Stundenlöhne im Recyclinggewerbe (plus 0,7 Prozent) und beim Papier-, Verlags- und Druckgewerbe (plus 0,5 Prozent). Keine tariflichen Veränderungen gab es für die Beschäftigten bei Bund, Ländern und Gemeinden sowie den Eisenbahnen.
Verbraucherlaune gut, Unternehmer ernüchtert
Doch auch die sinkenden Reallöhne haben den Verbrauchern das Einkaufen nicht vermiest. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute in Nürnberg mitteilte, erhöhte sich der von ihr ermittelte Konsumklima-Index für August von 8,5 auf 8,7 Punkte
(mehr...) . Grund für die Freigiebigkeit sei unter anderem die günstige Arbeitsmarktentwicklung, erklärten die Wissenschaftler. Das gleiche auch die Tatsache aus, dass der immer stärker werdende Euro und die anhaltend hohen Energiepreise den Eindruck erweckten, dass der Aufschwung langsam nachlasse.Die Stimmung unter den Unternehmern in Deutschland hat sich dagegen im Juli leicht eingetrübt. Gestern veröffentlichte das Münchner Ifo-Institut seinen Geschäftsklima-Index, der von 107,0 Punkten im Juni auf jetzt 106,4 Punkte
(mehr...) fiel.